Autor: admin

  • Filterarten im Haushalt: die Übersicht

    In einem normalen Haushalt stecken mehr Filter, als den meisten bewusst ist: in der Lüftungsanlage, in der Dunstabzugshaube, im Luftreiniger, im Kühlschrank. Sie heißen alle „Filter“, arbeiten aber nach völlig verschiedenen Prinzipien, werden nach verschiedenen Maßstäben bewertet und haben verschiedene Fristen. Diese Seite ist der Einstieg in die Kategorie: Sie sortiert die Filterarten, sagt dir bei jeder, woran du sie erkennst und welche Angabe zählt – und schickt dich für die Details zum passenden Artikel weiter.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vier Familien decken fast alles ab: Luftfilter der Lüftungsanlage, Schwebstofffilter im Luftreiniger, Fett- und Geruchsfilter in der Küche und Wasserfilter.
    • Jede Familie hat ihren eigenen Maßstab: ISO 16890 für Raumluftfilter, EN 1822 für HEPA, Reinigungsintervalle bei Fettfiltern, NSF/ANSI-Zertifikate bei Wasserfiltern.
    • Aktivkohle ist die Ausnahme – sie filtert nicht, sie adsorbiert, und für sie gibt es keine Filterklasse.
    • Die Fristen kommen fast nie aus einer Norm, sondern von einzelnen Herstellern – und die widersprechen sich.
    • Was du brauchst, um überhaupt zu bestellen: Bauart, Maß und die Angabe auf dem Rahmen. In dieser Reihenfolge.

    Die kurze Antwort

    Sortiere jeden Filter im Haushalt zuerst danach, was er zurückhalten soll. Partikel, Fett oder Moleküle – das entscheidet über alles Weitere. Ein Partikelfilter wird nach einer Filterklasse bewertet, ein Fettfilter nach seinem Reinigungsintervall, ein Aktivkohlefilter nach seiner Sättigung, und ein Wasserfilter danach, für welche Einzelstoffe er geprüft wurde.

    Daraus ergeben sich vier Familien, und sie haben fast nichts gemeinsam. Der Filter in deiner Wohnraumlüftung trägt eine Klassenangabe nach ISO 16890 oder eine alte Bezeichnung wie G4 oder F7. Der Filter im Luftreiniger wird nach EN 1822 bewertet, mit H13 und H14 als den Klassen, für die der Begriff HEPA fachlich gedeckt ist. Der Fettfilter über dem Herd hat gar keine Klasse, sondern ein Reinigungsintervall. Und die Kartusche im Kühlschrank trägt im besten Fall ein Prüfzeichen für konkret geprüfte Stoffe.

    Die unbequeme Gemeinsamkeit: Bei den Fristen hört die Einheitlichkeit auf. Es gibt keine übergreifende Regel, wann ein Haushaltsfilter zu wechseln ist. Was es gibt, sind Herstellerangaben für einzelne Geräte, Verbandsempfehlungen für zentrale Anlagen und viele Lücken dazwischen. Diese Seite zeigt dir, wo du in deiner Familie stehst.

    Wie es wirklich funktioniert

    Familie Hält zurück Maßstab
    Luftfilter der Lüftungsanlage Partikel aus Außen- und Abluft ISO 16890, im Handel noch EN-779-Bezeichnungen
    Schwebstofffilter im Luftreiniger feinste Partikel EN 1822: E10–E12 (EPA), H13/H14 (HEPA)
    Fettfilter in der Küche Fettaerosole aus dem Kochdunst Reinigungsintervall des Herstellers
    Aktivkohle- und Geruchsfilter Gerüche, gelöste Stoffe (Adsorption) Sättigung, keine Filterklasse
    Wasserfilter geprüfte Einzelstoffe im Trinkwasser NSF/ANSI-Standards, in Deutschland freiwillig

    Familie 1: die Filter der Wohnraumlüftung

    Sie sind der häufigste Fall und der am besten normierte. Seit Dezember 2016 gilt ISO 16890 mit vier Gruppen – ISO Coarse, ePM10, ePM2,5 und ePM1 –, und die Zuordnung folgt einem klaren Prinzip: Maßgeblich ist die kleinste Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 Prozent ausgefiltert wird. Wie das im Einzelnen zustande kommt und warum im entladenen Zustand geprüft wird, erklärt der Grundlagenartikel zu den Filterklassen nach ISO 16890. Was die drei ePM-Gruppen mit den amtlichen Feinstaubfraktionen zu tun haben, steht unter ePM1, ePM2,5 und ePM10.

    Im Handel begegnen dir trotzdem überall die alten Bezeichnungen G4, M5 oder F7 aus der EN 779, die zum Juli 2018 abgelöst wurde. Sie sind nicht falsch, sie sind nur nach einem anderen Verfahren gemessen: MANN+HUMMEL beschreibt, dass EN 779 nur eine Partikelgröße von 0,4 µm testet, ISO 16890 dagegen zwölf verschiedene Größen. Was hinter den alten Kürzeln steckt, steht unter G4 und F7. Und wer jetzt nach einer Umrechnungstabelle sucht: Die gibt es nicht, und warum das so ist, behandelt der Artikel Filterklassen umrechnen – FGK und VDMA nennen unterschiedliche Näherungen.

    Zur Bestückung gibt es Verbandsempfehlungen: Die FGK-Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Zur Frist schreibt Zehnder für die eigenen Geräte einen Wechsel alle sechs Monate und eine Sichtkontrolle alle drei Monate. Der BDH nennt Luftfilter „die einzigen Verschleißteile, die bei Wohnungslüftungsanlagen regelmäßig getauscht werden müssen“. Was die Standzeit tatsächlich bestimmt, ordnet Filterstandzeit ein.

    Familie 2: Schwebstofffilter im Luftreiniger

    Hier gilt ein anderer Maßstab, die EN 1822. E10 bis E12 sind EPA-Filter, erst ab H13 ist die Bezeichnung HEPA fachlich gedeckt: H13 erreicht einen integralen Abscheidegrad von mindestens 99,95 Prozent, H14 mindestens 99,995 Prozent. Das Umweltbundesamt schreibt zu mobilen Luftreinigern, sie sollten „möglichst mit hocheffizienten Gewebefiltern (Filterklassen H 13 oder H 14) ausgestattet sein“. Die vollständige Klassenübersicht samt MPPS-Prinzip steht unter HEPA-Filter erklärt.

    Wer wissen will, wogegen so ein Filter überhaupt antritt, findet die amtlichen Definitionen von PM10 und PM2,5 unter Feinstaub im Haushalt. Pollen sind ein eigener Fall – sie sind deutlich größer, windbestäubte Pflanzenpollen werden mit bis zu 60 Mikrometer angegeben. Was ein Pollenfilter leistet, behandelt Pollenfilter für Allergiker.

    Familie 3: Fett- und Geruchsfilter in der Küche

    Über dem Herd sitzen fast immer zwei Filter hintereinander. Vorn der Fettfilter, aus Metallgewebe oder aus Vlies, dahinter im Umluftbetrieb ein Aktivkohlefilter. Bosch schreibt in der Anleitung, Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen, AEG nennt etwa 40 Betriebsstunden. Der TÜV-Verband weist darauf hin, dass altes Fett im Fettfilter bei hoher Flamme ebenfalls in Brand geraten kann. Der Vergleich der beiden Bauarten steht unter Fettfilter aus Metall und Vlies.

    Der Aktivkohlefilter dahinter arbeitet nach einem anderen Prinzip: Adsorption. Er hält keine Partikel zurück, sondern bindet Moleküle an seiner inneren Oberfläche – deshalb hat er auch keine Filterklasse und setzt sich nicht sichtbar zu. Warum immer ein Fettfilter davorsitzt, erklärt die Funktion von Aktivkohlefiltern. Manche dieser Filter lassen sich im Backofen aufbereiten: Miele nennt 200 °C über 60 Minuten, Bosch und Siemens 100 °C über eine Stunde, „bis zu zehnmal“. Die vollständige Herstellerübersicht steht unter Filter im Backofen regenerieren.

    Familie 4: Wasserfilter

    Bei Wasserfiltern zählt keine Filterklasse, sondern die Prüfung auf konkrete Stoffe. Die NSF/ANSI-Standards trennen das sauber: 42 betrifft ästhetische Wirkungen wie Chlor und Geschmack, 53 gesundheitsbezogene Stoffe, 401 sogenannte emerging compounds mit 15 gelisteten Substanzen, 372 den Bleigehalt der wasserberührten Materialien. Wichtig ist dabei, dass immer für die konkret geprüften Einzelstoffe zertifiziert wird, nie pauschal. Vorgeschrieben ist eine NSF-Zertifizierung in Deutschland nicht – hier gelten die Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes. Die Einordnung steht unter NSF-Zertifikate bei Wasserfiltern.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Normstruktur ist es: ISO 16890 mit ihren vier Gruppen, EN 1822 mit den Abscheidegraden für E-, H- und U-Klassen, die NSF/ANSI-Standards mit ihren Prüfzwecken. Ebenso belegt sind einzelne Herstellerangaben – Bosch und AEG zu Reinigungsintervallen, Miele, Bosch und Siemens zur Regeneration, Zehnder zum Wechselintervall, Liebherr zu Wasser- und Aktivkohlefiltern im Kühlgerät.

    Schwächer belegt. Alles, was mit DIN 1946-6 und VDI 6022 zu tun hat, stammt aus Sekundärquellen: Beide Normtexte sind kostenpflichtig und lagen uns nicht vor. Wir schreiben deshalb konsequent „laut Fachverband“ und nie „die Norm sagt“. Auch die verbreitete Praxisformel „Zuluft F7, Abluft G4″ ist eine Fachportalaussage, kein Normzitat.

    Nicht belegt. Es gibt keine offizielle Umrechnung von EN 779 auf ISO 16890 – FGK und VDMA nennen unterschiedliche Näherungen, und REHVA schreibt, solche Tabellen könnten nur als grobe Orientierung dienen. Es gibt keine amtliche PM1-Definition des Umweltbundesamtes. Es gibt keine Herstellerangabe zu Vliesfettfiltern, keine zur Lagerung unbenutzter Luftfilter und keine bundesweite Entsorgungsregel. Und ob der Begriff „HEPA“ bei Konsumgeräten rechtlich geschützt ist, konnten wir nicht klären.

    Diese Lücken sind der Grund, warum es diese Kategorie gibt. Wo Hersteller schweigen und Verbände sich widersprechen, hilft keine Faustregel, sondern nur die Offenlegung, wer was gesagt hat.

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    Für alle, die eine Umluft-Dunstabzugshaube betreiben und den Geruchsfilter dahinter ersetzen. Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob Bauform und Durchmesser zu deiner Haube passen und ob der Filter als Einwegteil oder als regenerierbar ausgewiesen ist – davon hängt ab, ob du ihn wegwirfst oder in den Ofen legst.

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    Was das für dich heißt

    Bestimme zuerst die Familie. Schau nach, wo der Filter sitzt und was er zurückhalten soll. Ein Partikelfilter in der Lüftung, ein Schwebstofffilter im Luftreiniger, ein Fettfilter über dem Herd, ein Kohlefilter dahinter, eine Kartusche im Kühlschrank – mit dieser Zuordnung findest du in jedem der verlinkten Artikel sofort den richtigen Abschnitt. Welche Materialien dabei zum Einsatz kommen und was sie können, vergleicht der Materialvergleich.

    Lies die Angabe auf dem Rahmen, bevor du irgendetwas suchst. Dort steht im besten Fall die Klassenangabe, das Maß und eine Artikelnummer. Fehlt sie, nimm das Maß selbst ab – wie das geht und warum Nennmaß und Istmaß auseinandergehen, steht unter Filtermaße richtig messen.

    Trenne Reinigen von Wechseln. Metallfettfilter und manche Vorfilter sind für die Reinigung gebaut, Schwebstoff- und Einwegfilter nicht. IQAir etwa schreibt, der HyperHEPA-Hauptfilter sei nicht waschbar, und LG weist darauf hin, dass einige Filter nicht mit Wasser gewaschen werden dürfen. Die Abgrenzung übernimmt Waschen oder wechseln.

    Trau der Lampe nicht blind. Filterwechselanzeigen arbeiten entweder über Betriebsstunden oder über Differenzdruck. AEG schreibt ausdrücklich, dass die Filteranzeige an die Reinigung erinnert – „unabhängig vom tatsächlichen Verschmutzungsgrad“. Was deine Anzeige tatsächlich misst, klärt Filterwechselanzeige verstehen.

    Denk das Ende mit. Ersatz auf Vorrat und die Entsorgung des alten Teils sind die zwei Themen, zu denen es am wenigsten Quellen gibt. Was belegt ist, steht unter Filter lagern und unter Filter entsorgen.

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    Für alle, die eine Wohnraumlüftung betreiben und den Abluftfilter separat nachkaufen. Prüfe vor dem Kauf, ob Maß und Klassenangabe zu deiner Gerätebaureihe passen und ob das Angebot die Abluft- oder die Zuluftposition meint – beide Seiten werden häufig mit unterschiedlichen Klassen bestückt und sind nicht austauschbar.

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    Häufige Fragen

    Gibt es eine allgemeine Regel, wie oft man Filter wechselt?

    Nein. Es gibt Herstellerangaben für einzelne Geräte und Verbandsempfehlungen für zentrale Anlagen, aber keine übergreifende Frist. Zehnder nennt für die eigenen Geräte sechs Monate, Bosch für Fettfilter zwei Monate Reinigungsintervall, Liebherr für Wasserfilter spätestens sechs Monate. Für zentrale raumlufttechnische Anlagen geben zwei Sekundärquellen die VDI 6022 mit einem Jahr für die erste und zwei Jahren für weitere Filterstufen wieder. Diese Zahlen gelten jeweils für ihren Bereich, nicht für deinen Haushalt insgesamt.

    Ist ein Filter mit höherer Klasse immer besser?

    Er scheidet feinere Partikel ab – aber jeder Filter erzeugt auch einen Strömungswiderstand. Die BG ETEM beschreibt, dass mit der Befrachtung eines Filters sowohl Differenzdruck als auch Wirkungsgrad steigen. Entscheidend ist deshalb, was dein Gerätehersteller für dein Gerät vorsieht. Die Zusammenhänge stehen unter Filterdruckverlust.

    Kann ich Filter selbst zuschneiden?

    Bei Mattenware ist das technisch möglich, und es gibt Anbieter, die Sonderfilter mit Klassenangabe nach Maß liefern. Ob ein Selbstzuschnitt herstellerseitig zulässig ist, konnten wir für kein Gerät klären. Zwei Hersteller äußern sich zu Fremdfiltern: Wolf zum Gewährleistungsanspruch bei nicht originalen Ersatzteilen, Zehnder zur Garantie bei nicht-originalen Filtern. Die Abwägung steht unter Filter selbst zuschneiden.

    Warum riecht es trotz frischem Filter?

    Dafür gibt es mehrere belegte Ursachen, die nicht am Filter selbst liegen – etwa Fett- und Rußablagerungen in Kanälen oder die Position der Außenluftansaugung. Diese Aufstellung stammt von einem Ratgeberportal, nicht von einer Behörde. Was sich belegen lässt und was nicht, trennt Filter riecht muffig.

    Fazit

    Die vier Familien – Lüftungsfilter, Schwebstofffilter, Küchenfilter und Wasserfilter – haben je einen eigenen Maßstab, und wer sie durcheinanderbringt, sucht am falschen Ort nach der richtigen Zahl. Ordne deinen Filter zuerst zu, dann wird aus einer diffusen Frage eine beantwortbare.

    Eine gemeinsame Wechselregel gibt es nicht, und diese Kategorie erfindet auch keine. Sie sagt dir stattdessen bei jedem Thema, wer etwas gesagt hat – und wo niemand etwas gesagt hat.

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  • G4, M5, F7: was die alten Filterklassen nach EN 779 bedeuten

    In deinem Lüftungsgerät steckt ein Filter mit dem Aufdruck G4, im Handbuch steht F7, und im Onlineshop findest du beide Bezeichnungen neben Angaben, die völlig anders aussehen. Dabei ist die Norm, aus der G4 und F7 stammen, seit Jahren abgelöst. Dieser Artikel erklärt, was die Buchstaben und Ziffern bedeuten, wie sie gemessen wurden und warum sie trotz Ablösung überall stehen – im Handel, im Handbuch und auf dem Filter, den du morgen einbaust.

    Das Wichtigste in Kürze

    • G4 und F7 stammen aus der EN 779:2012. Diese Norm kennt die Klassen G1 bis G4, M5 und M6 sowie F7, F8 und F9.
    • Zehnder schreibt, nach der alten Norm seien die Filtereigenschaften nur für die Partikelgröße 0,4 Mikrometer gemessen worden.
    • Die Norm wurde laut VDMA zum Juli 2018 abgelöst, die Koexistenzperiode endete am 30. Juni 2018.
    • Zehnder formuliert es deutlich: Die neue Norm eliminiere vertraute Bezeichnungen wie F7 oder M5.
    • Eine direkte Umrechnung in die neuen ISO-Gruppen gibt es nicht – vier unabhängige Quellen sagen das übereinstimmend.

    Die kurze Antwort

    G4 und F7 sind Filterklassen der alten europäischen Norm EN 779:2012. Der Buchstabe steht für die Kategorie, die Ziffer für die Stufe innerhalb dieser Kategorie. G stand für Grobstaubfilter mit den Stufen G1 bis G4, M für die Mittelstufe mit M5 und M6, F für Feinstaubfilter mit F7, F8 und F9. Innerhalb einer Reihe gilt: höhere Ziffer, feinere Abscheidung. G4 ist also der feinste Grobstaubfilter, F9 der feinste Feinstaubfilter dieser Norm.

    In der Wohnungslüftung begegnen dir praktisch nur zwei davon. G4 sitzt üblicherweise auf der Abluftseite, wo grober Staub anfällt, F7 auf der Zuluftseite, wo die Außenluft ins Haus kommt. Diese Zuordnung „Zuluft F7, Abluft G4″ findest du überall – sie stammt allerdings aus einem Fachportal und ist kein Normzitat. Was dein Gerät verlangt, steht in der Geräteunterlage.

    Und der wichtigste Punkt: Diese Bezeichnungen sind fachlich Geschichte. Seit Juli 2018 gilt ISO 16890, deren Klassen völlig anders aufgebaut sind. Dass G4 und F7 trotzdem auf jeder zweiten Packung stehen, liegt an Handbüchern, Ersatzteilkatalogen und Gewohnheit – nicht daran, dass die alte Norm noch gültig wäre. Wie das neue System funktioniert, steht im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Wie es wirklich funktioniert

    Eine einzige Partikelgröße

    Der entscheidende Unterschied zwischen alt und neu steckt nicht in den Buchstaben, sondern im Prüfverfahren. Zehnder schreibt wörtlich, dass gemäß der alten Norm EN 779 die Filtereigenschaften nur für die Partikelgröße 0,4 Mikrometer gemessen wurden. MANN+HUMMEL stellt dasselbe als Gegenüberstellung dar: EN 779 testet nur eine Partikelgröße von 0,4 Mikrometer, ISO 16890 testet zwölf verschiedene Partikelgrößen von 0,3 bis 10 Mikrometer.

    Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Kern der Sache. Ein Filter ist keine Wand mit gleichmäßigen Löchern. Seine Abscheidung hängt von der Partikelgröße ab, und zwar nicht linear – es gibt Größenbereiche, in denen ein Medium besonders gut arbeitet, und einen Bereich, in dem es am schlechtesten arbeitet. Wer an genau einem Punkt misst, bekommt eine Zahl, aber keine Kurve. Zwei Filter mit identischer F7-Einstufung können sich bei 1 Mikrometer und bei 5 Mikrometer deutlich unterschiedlich verhalten, ohne dass die alte Klassenangabe das je sichtbar gemacht hätte.

    Was die Buchstaben ordnen

    Kategorie Klassen Typischer Einsatzort im Haushalt
    Grobstaub (G) G1, G2, G3, G4 Abluftseite der Wohnungslüftung, Vorfilterstufe
    Mittelklasse (M) M5, M6 Zwischenstufe, im Handel als Zuschnittware verbreitet
    Feinstaub (F) F7, F8, F9 Zuluftseite, Außenluftfilterung

    Die Klassenliste selbst ist gut dokumentiert, die Zuordnung zu den Einsatzorten stammt dagegen aus der Handelspraxis und aus Fachportalen. Nimm die rechte Spalte deshalb als Orientierung, nicht als Vorgabe.

    Warum die alten Klassen nicht verschwinden

    Für das Weiterleben von G4 und F7 gibt es drei nüchterne Gründe. Erstens: Geräte halten länger als Normen. Ein Lüftungsgerät, das 2014 eingebaut wurde, hat ein Handbuch mit F7 darin, und dieses Handbuch ändert sich nicht, weil eine Norm abgelöst wird. Zweitens: Ersatzteilnummern und Zubehörlisten sind über Jahre gewachsen und werden selten neu benannt. Drittens: Käufer suchen nach dem, was sie kennen. Ein Händler, der seine Zuschnittware nur noch als ISO ePM1 auszeichnet, wird von einem Teil seiner Kundschaft nicht mehr gefunden.

    Anbieter von Zuschnittfiltern lösen das pragmatisch, indem sie beide Angaben nebeneinander drucken. FILTERCAPS etwa führt Klassen als G4, M5 und F7 mit einer ISO-Entsprechung daneben – eine Händlerangabe, keine Normübersetzung. Wie Meterware und Zuschnitt in der Praxis funktionieren, steht im Beitrag zu Filtermeterware.

    Der Punkt, an dem es unangenehm wird

    Wenn du einen F7-Filter ersetzen willst und im Regal nur ISO-Klassen findest, brauchst du eine Übersetzung. Genau die gibt es nicht. Der Fachverband FGK schreibt, eine einfache begründete Übersetzung von alten auf neue Klassen scheitere aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmethodik. Der VDMA formuliert, die Filterklassen der DIN EN 779 könnten wegen der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren nicht unmittelbar in das Bewertungsschema der ISO-16890-Gruppen übernommen werden. MANN+HUMMEL nennt einen direkten Vergleich nicht möglich, und Zehnder begründet das damit, dass der neue Standard von der individuellen Beschaffenheit des einzelnen Filters abhängt.

    Vier Quellen, eine Aussage. Trotzdem kursieren Tabellen, und einige davon stammen von Verbänden. Sie widersprechen sich im Detail. Diese Widersprüche und wie du damit umgehst, behandelt der Beitrag Filterklasse umrechnen ausführlich – das ist die eigentliche Fortsetzung dieses Artikels.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Der Satz zur Messung bei einer einzigen Partikelgröße von 0,4 Mikrometer stammt von Zehnder und wird von MANN+HUMMEL bestätigt – beides Herstellerangaben. Die Ablösung der Norm zum Juli 2018 stammt vom VDMA. Auch die Aussage, dass die neue Norm vertraute Bezeichnungen wie F7 oder M5 eliminiert, ist ein Zehnder-Zitat. Die vier Aussagen zur fehlenden Umrechenbarkeit stammen von FGK, VDMA, MANN+HUMMEL und Zehnder, also von zwei Verbänden und zwei Herstellern.

    Schwächer belegt. Die Klassenliste G1 bis G4, M5, M6 und F7 bis F9 stammt aus frei zugänglichen Zusammenstellungen, nicht aus dem Normtext. Die Zuordnung „Zuluft F7, Abluft G4″ ist eine Fachportalaussage – gebräuchlich, aber kein Normzitat und keine Herstellervorgabe für dein Gerät. Auch die Klassenangaben von Zuschnittanbietern sind Händlerangaben.

    Nicht belegt. Wir haben den Wortlaut der EN 779 nicht vorliegen. Alle Angaben zu ihrem Inhalt stammen aus Sekundärquellen. Konkret fehlen uns damit die Abscheidegradgrenzen der einzelnen Klassen – wir nennen deshalb keine Prozentwerte für G4 oder F7. Wer solche Zahlen im Netz findet, sollte prüfen, woher sie stammen. Und es fehlt jede belegte Aussage darüber, wie lange die alten Bezeichnungen im Handel noch geführt werden.

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    Für alle, deren Gerätehandbuch noch die alten Klassen nennt und die genau danach nachkaufen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob das Set beide Seiten deiner Anlage abdeckt oder nur eine, und ob das angegebene Maß zu deinem Gerät gehört. Der Hersteller Wolf weist darauf hin, dass bei Verwendung von Nicht-Originalteilen der Gewährleistungsanspruch erlischt – lies diese Klausel, bevor du dich entscheidest.

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    Was das für dich heißt

    Erstens: Kauf nach Gerätevorgabe, nicht nach Norm. Wenn im Handbuch F7 steht, ist ein Filter mit dem Aufdruck F7 die konfliktärmste Wahl. Nicht weil die Norm gültig wäre, sondern weil du damit die Angabe erfüllst, auf die sich der Gerätehersteller bezieht. Das ist eine praktische Entscheidung, keine normative.

    Zweitens: Achte auf Doppelkennzeichnung. Viele Verpackungen tragen heute beide Systeme. Steht dort „F7 / ISO ePM1 50 %“, dann hat der Anbieter eine Zuordnung vorgenommen. Behandle die ISO-Angabe als die belastbarere der beiden, denn sie beruht auf dem aktuellen Prüfverfahren. Die alte Angabe ist der Suchbegriff, die neue ist die Messung.

    Drittens: Rechne nicht selbst um. Es ist verlockend, aus einer gefundenen Tabelle eine Entscheidung abzuleiten. REHVA sagt zu solchen Tabellen, sie könnten nur als grobe Orientierung dienen. Wenn du im Zweifel bist, frag beim Gerätehersteller nach, welche ISO-Gruppe er für deine Anlage vorsieht – das ist die einzige Auskunft, die für dein Gerät gilt.

    Viertens: Denk an das Intervall, nicht nur an die Klasse. Die Klasse beschreibt, wie gut ein Filter trennt. Wie lange er das tut, hängt an ganz anderen Faktoren: Luftmenge, Standort, Staubfracht, Jahreszeit. Was die Standzeit tatsächlich bestimmt, ordnet der Beitrag zur Filterstandzeit ein.

    Fünftens: Wenn du eine Zahl brauchst, nimm die neue. Die alten Klassen sagen dir, in welche Schublade ein Filter gehört. Die ISO-Angabe sagt dir, gegen welche Partikelfraktion er wie gut arbeitet. Was diese Fraktionen sind und wie sie sich zu den amtlichen Feinstaubdefinitionen verhalten, steht im Beitrag zu ePM1, ePM2,5 und ePM10.

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    Für die gröbere Filterstufe, die in vielen Anlagen häufiger gewechselt wird als die feine. Prüfe vor dem Kauf, ob die Stückzahl zu deinem Wechselrhythmus passt und ob die Bauform – Kassette, Matte oder Taschenfilter – der entspricht, die bei dir eingebaut ist. Klassenangabe und Bauform sind zwei getrennte Fragen.

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    Häufige Fragen

    Ist ein F7-Filter jetzt verboten?

    Nein. Die Prüfnorm wurde abgelöst, nicht das Produkt. Laut VDMA endete die Koexistenzperiode am 30. Juni 2018, danach sollen Filter nach DIN EN ISO 16890 geprüft und bewertet sein. Für dich als Privatperson folgt daraus keine Pflicht. Ein Filter mit F7-Aufdruck ist ein Filter, dessen Kennzeichnung aus dem alten System stammt – mehr sagt das nicht.

    Was ist der Unterschied zwischen M5 und F7?

    Beide gehören zur alten Norm, F7 steht für eine feinere Abscheidung als M5. Genaue Prozentgrenzen nennen wir nicht, weil uns der Normtext nicht vorliegt. Wenn du eine Orientierung brauchst: Der Fachverband FGK ordnet M5 dem Bereich ePM10 ab 50 Prozent zu und F7 dem Bereich ePM1 ab 50 Prozent – als Orientierung, ausdrücklich nicht als Umrechnung.

    Warum steht in meinem alten Handbuch F5, obwohl es diese Klasse angeblich nicht gibt?

    F5 gehört zu einer noch früheren Fassung der Klassifizierung; in der EN 779:2012 heißt die entsprechende Stufe M5. Der Fachverband FGK gibt die DIN 1946-6 mit der Anforderung wieder, Luftfilter mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter einzusetzen. Solche Altbezeichnungen halten sich in Regelwerken und Handbüchern hartnäckig.

    Kann ich einen G4-Filter durch einen F7 ersetzen, um bessere Luft zu bekommen?

    Technisch passt das oft, sinnvoll ist es nicht automatisch. Ein feinerer Filter erzeugt mehr Widerstand, und die zulässige Enddruckdifferenz gibt der Gerätehersteller vor. Die BG ETEM definiert diese Enddruckdifferenz als die vom Hersteller angegebene maximale zulässige Druckdifferenz, bei der der Filter spätestens getauscht werden soll. Wer die Stufe anhebt, verkürzt in der Regel das Intervall.

    Fazit

    G4 und F7 sind Bezeichnungen einer Norm, die seit Juli 2018 abgelöst ist – gemessen an einer einzigen Partikelgröße von 0,4 Mikrometer. Sie stehen weiterhin überall, weil Handbücher, Ersatzteillisten und Suchgewohnheiten länger leben als Normen.

    Praktisch heißt das: Kauf nach der Angabe, die dein Gerätehersteller nennt, und behandle eine ISO-Angabe auf derselben Packung als die aussagekräftigere Zahl. Eine saubere Umrechnung zwischen beiden Systemen gibt es nicht, und zwei Verbände nennen dazu unterschiedliche Näherungen.

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  • ePM1, ePM2,5 und ePM10: die drei Feinstaubklassen im Vergleich

    Auf dem Filter steht ePM1, in den Nachrichten ist von PM10 die Rede, und dein Luftmessgerät zeigt PM2,5 an. Drei Angaben, die offensichtlich zusammengehören und trotzdem aus zwei völlig verschiedenen Welten stammen. Dieser Artikel trennt sie sauber: Was die Filternorm mit ePM1, ePM2,5 und ePM10 meint, was das Umweltbundesamt unter PM10 und PM2,5 versteht – und warum es zu PM1 gar keine amtliche Definition gibt.

    Das Wichtigste in Kürze

    • PM10 und PM2,5 sind amtliche Größen. Das Umweltbundesamt definiert sie über den aerodynamischen Durchmesser von 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer.
    • PM1 ist keine amtliche Messgröße des Umweltbundesamts. Die Fraktion existiert für uns nur als Filternormgröße nach ISO 16890.
    • Das „e“ in ePM1 steht für Effizienz: Es beschreibt die Leistung eines Filters gegenüber dieser Fraktion, nicht die Fraktion selbst.
    • Auch die amtliche Messung arbeitet mit einer Schwelle: Der Messeinlass hat bei 10 und bei 2,5 Mikrometer eine Abscheidewirksamkeit von 50 Prozent.
    • Die FGK-Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1.

    Die kurze Antwort

    PM steht für Particulate Matter, also Schwebstaub. Das Umweltbundesamt beschreibt damit Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken. Die Zahl dahinter nennt eine Obergrenze für den aerodynamischen Durchmesser. PM10 umfasst alle Staubpartikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer ist; das Umweltbundesamt hält fest, dass im Allgemeinen diese PM10-Fraktion als Feinstaub bezeichnet wird. PM2,5 ist eine Teilmenge davon, mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer.

    ePM1, ePM2,5 und ePM10 sind dagegen keine Staubfraktionen, sondern Filterklassen nach ISO 16890. Der Buchstabe „e“ steht für Effizienz. „ISO ePM1 60 %“ heißt: Von den Partikeln der Fraktion PM1 hält dieser Filter rund 60 Prozent zurück. Die Fraktion ist der Gegner, das „e“ mit der Prozentzahl ist das Ergebnis.

    Und dann ist da die Lücke, die den Rest des Artikels trägt: PM1 ist beim Umweltbundesamt keine amtliche Messgröße. Es gibt für PM10 und PM2,5 Definitionen, Messvorschriften und Grenzwerte, für die Fraktion unter 1 Mikrometer in dieser Systematik nicht. Sie existiert in unseren Quellen ausschließlich als Bezugsgröße der Filternorm. Wer dir eine amtliche PM1-Zahl präsentiert, sollte erklären, woher sie kommt.

    Wie es wirklich funktioniert

    Die amtliche Seite: was das Umweltbundesamt definiert

    Die Definitionen des Umweltbundesamts sind knapp und präzise. PM10 sind alle Staubpartikel unter 10 Mikrometer aerodynamischem Durchmesser. PM2,5 ist die Teilmenge davon unter 2,5 Mikrometer. Der Bereich zwischen 2,5 und 10 Mikrometer heißt Grobfraktion. Als ultrafein gelten Partikel mit weniger als 0,1 Mikrometer.

    Wichtig ist das Wort „aerodynamisch“. Gemeint ist nicht, wie groß ein Teilchen unter dem Mikroskop aussieht, sondern wie es sich in Luft verhält – ein längliches, leichtes Teilchen kann sich wie eine kleinere Kugel verhalten. Diese Definition macht die Größenangabe messbar, ohne dass jemand Partikel ausmessen müsste.

    Auch die amtliche Messung arbeitet nicht mit einer scharfen Kante. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass der Einlass für einen aerodynamischen Durchmesser von 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer eine Abscheidewirksamkeit von 50 Prozent hat. Bei genau dieser Größe geht also die Hälfte der Teilchen durch und die Hälfte nicht. Größere Teilchen werden überwiegend abgeschieden, kleinere überwiegend durchgelassen. Wer hier eine Trennlinie erwartet, bekommt eine Wahrscheinlichkeitskurve.

    Das ist bemerkenswert, weil auch die Filternorm bei 50 Prozent arbeitet. Zufall ist das nicht: Beide Systeme müssen mit derselben physikalischen Unschärfe umgehen. Was Feinstaub im Wohnbereich überhaupt bedeutet, ordnet der Beitrag zu Feinstaub im Haushalt ein.

    Die Filterseite: wie aus einer Fraktion eine Klasse wird

    ISO 16890 kennt vier Gruppen: ISO Coarse für Grobstaub über 10 Mikrometer ohne Mindestvorgabe sowie ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1 mit Wirkungsgraden im Bereich von 50 bis 95 Prozent. Diese Aufstellung stammt aus einem Fachportal, ist im Handel aber durchgängig so zu finden.

    Die Zuordnung folgt einer Regel, die dasselbe Fachportal so formuliert: Die Filtergruppe beziehungsweise -klasse ergibt sich aus der kleinsten Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 Prozent ausgefiltert wird. Camfil rechnet ein Beispiel vor: 63 Prozent bei PM1, 70 Prozent bei PM2,5 und 91 Prozent bei PM10 ergeben die Einstufung ePM1 60 Prozent, weil auf 5-Prozent-Schritte abgerundet wird.

    An diesem Beispiel siehst du eine Eigenschaft, die viele überrascht: Ein Filter hat immer alle drei Werte. Er ist nicht „ein ePM1-Filter“ im Sinne von „er kann nur PM1″, sondern er wird nach der feinsten Fraktion benannt, bei der er die Schwelle reißt. Ein ePM1-Filter ist bei PM10 zwangsläufig besser als bei PM1. Auf dem Etikett steht trotzdem nur der schwerste bestandene Test.

    Angabe Was sie beschreibt Herkunft
    PM10 Staubfraktion unter 10 µm aerodynamischem Durchmesser Umweltbundesamt, amtliche Definition
    PM2,5 Teilmenge der PM10-Fraktion unter 2,5 µm Umweltbundesamt, amtliche Definition
    PM1 Bezugsfraktion der Filternorm keine amtliche Messgröße des Umweltbundesamts
    ePM10 / ePM2,5 / ePM1 Wirkungsgrad eines Filters gegenüber der jeweiligen Fraktion ISO 16890, Klassifizierung

    Der Punkt, an dem die Filternorm ehrlicher wird als erwartet

    Filtermedien aus Kunststofffasern tragen häufig eine elektrostatische Ladung, die Partikel anzieht und im Betrieb nachlässt. ISO 16890 begegnet dem mit einer Konditionierung: Der Filter wird mit Isopropanol behandelt und dadurch entladen, bevor gemessen wird. Ein Fachportal hält ausdrücklich fest, dass die 50-Prozent-Schwelle für den konditionierten, also entladenen Zustand gilt, und zwar um Manipulationen durch elektrostatische Aufladung zu verhindern.

    Für die ePM-Werte auf deiner Packung heißt das: Sie beschreiben nicht den Auslieferungszustand mit voller Ladung, sondern das, was das Medium mechanisch kann. Das ist genau der Grund, warum ein Vergleich zwischen zwei ISO-Filtern belastbarer ist als der Vergleich zweier Filter aus der alten Norm – dort wurde nur bei 0,4 Mikrometer gemessen, wie im Beitrag zu G4 und F7 ausgeführt.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Alle Angaben zu PM10, PM2,5, zur Grobfraktion, zu ultrafeinen Partikeln unter 0,1 Mikrometer und zur 50-Prozent-Abscheidewirksamkeit des Messeinlasses stammen vom Umweltbundesamt, also von einer Behörde. Das Rechenbeispiel mit der Abrundung auf 5-Prozent-Schritte stammt von Camfil, einem Filterhersteller. Die FGK-Empfehlung einer Filterstufe ePM1 in der Zuluft stammt vom Fachverband selbst.

    Schwächer belegt. Die Aufzählung der vier ISO-Gruppen mit dem Band 50 bis 95 Prozent, die Zuordnungsregel über die kleinste Fraktion und die Begründung der Konditionierung stammen aus einem Fachportal. Die Angabe, dass windbestäubte Pflanzenpollen bis zu 60 Mikrometer groß werden, stammt von einem Allergieinformationsdienst; artspezifische Pollengrößen für Birke, Gräser oder Beifuß konnten wir nicht belegen und nennen deshalb keine.

    Nicht belegt – und das ist der Kern. PM1 ist keine amtliche Messgröße des Umweltbundesamts. Wir haben dafür keine Definition, keine Messvorschrift und keinen Grenzwert gefunden. Die Fraktion existiert in unseren Quellen ausschließlich als Bezugsgröße der Filternorm ISO 16890. Das ist keine Nebensächlichkeit: Wenn ein Gerät oder ein Werbetext einen PM1-Wert nennt, gibt es dafür in der amtlichen Systematik nichts, woran du ihn messen könntest. Für PM10 und PM2,5 gibt es dieses Gegenstück, für PM1 nicht.

    Ebenfalls nicht belegt: Wir machen keine Aussage darüber, was eine bestimmte Filterklasse für deine Gesundheit bedeutet. Zu Feinstaub und Filterklassen liegen uns Definitionen und Klassifizierungen vor – Wirkungsaussagen gehören nicht dazu, und wir erfinden sie nicht.

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    Für alle, die auf der Außenluftseite ihrer Wohnungslüftung die feinste der drei Fraktionen adressieren wollen. Prüfe vor dem Kauf zweierlei: ob dein Gerätehersteller diese Stufe für deine Anlage vorsieht, und ob neben der Gruppenangabe auch eine Prozentzahl genannt ist. Eine Gruppe ohne Prozentzahl ist keine vollständige Klassenangabe.

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    Was das für dich heißt

    Erstens: Halte die beiden Welten auseinander. Wenn du eine Zahl siehst, frag dich, ob sie die Luft beschreibt oder den Filter. PM-Werte ohne „e“ beschreiben Staub in der Luft, gemessen in Mikrogramm pro Kubikmeter. ePM-Werte mit Prozentangabe beschreiben, wie gut ein Filter arbeitet. Diese beiden Zahlen lassen sich nicht ineinander umrechnen und stehen in keinem festen Verhältnis zueinander.

    Zweitens: Lies die Prozentzahl mit. „ePM1″ allein ist keine Klasse, sondern eine Gruppe. Erst „ePM1 50 %“ oder „ePM1 80 %“ ist eine Angabe, mit der du zwei Produkte vergleichen kannst. Fehlt die Zahl auf der Verpackung, fehlt die halbe Information.

    Drittens: Vergleiche nur innerhalb einer Gruppe. Ein ePM10-Filter mit 90 Prozent ist nicht besser als ein ePM1-Filter mit 55 Prozent. Er löst eine leichtere Aufgabe. Wer die Gruppen ignoriert und nur auf die Prozentzahl schaut, entscheidet sich systematisch für den gröberen Filter. Die Systematik dahinter steht im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Viertens: Erwarte keine ePM-Angabe bei Schwebstofffiltern. Luftreiniger tragen häufig Bezeichnungen wie H13, die aus einem anderen Prüfsystem stammen und nach der Partikelgröße mit der schlechtesten Abscheidung bewertet werden. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag: HEPA-Filter erklärt.

    Fünftens: Pollen sind eine andere Größenordnung. Windbestäubte Pflanzenpollen erreichen laut einem Allergieinformationsdienst bis zu 60 Mikrometer – ein Vielfaches der PM10-Grenze. Was ein Pollenfilter deshalb leistet und was nicht, steht im Beitrag zu Pollenfiltern.

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    Kein Filter, sondern ein Anzeigegerät – für alle, die sehen wollen, wann in ihrer Wohnung überhaupt Staub anfällt, etwa beim Kochen oder Staubsaugen. Prüfe vor dem Kauf, welche Fraktionen das Gerät ausgibt. Über die Messgenauigkeit solcher Geräte können wir keine Aussage treffen, und ein angezeigter PM1-Wert hat in der amtlichen Systematik kein Gegenstück.

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    Häufige Fragen

    Warum gibt es eine Filterklasse ePM1, wenn PM1 keine amtliche Größe ist?

    Weil die beiden Systeme unterschiedliche Zwecke haben. Die amtliche Messung dient der Überwachung der Außenluft und stützt sich auf PM10 und PM2,5. Die Filternorm braucht eine Stufe, die feiner unterscheidet als PM2,5, um leistungsfähige Medien überhaupt gegeneinander abgrenzen zu können. ISO 16890 hat diese Stufe eingeführt. Das macht sie nicht amtlich, aber technisch sinnvoll.

    Ist PM2,5 in PM10 enthalten?

    Ja. Das Umweltbundesamt beschreibt PM2,5 ausdrücklich als eine Teilmenge der PM10-Fraktion. Der Bereich zwischen 2,5 und 10 Mikrometer heißt Grobfraktion. Eine PM10-Angabe schließt die feineren Teilchen also mit ein – man kann die beiden Zahlen nicht addieren.

    Hält ein ePM1-Filter alle Partikel unter 1 Mikrometer zurück?

    Nein, er hält den Anteil zurück, der in der Prozentzahl steht. „ePM1 50 %“ bedeutet die Hälfte dieser Fraktion, nicht alles. Die Gruppenbezeichnung sagt, worauf sich die Zahl bezieht, nicht dass die Fraktion vollständig entfernt würde.

    Was ist mit ultrafeinen Partikeln?

    Das Umweltbundesamt definiert sie als Teilchen mit weniger als 0,1 Mikrometer. Eine eigene Filterklasse dafür kennt ISO 16890 nicht. Wie sich Filtermedien in diesem Bereich verhalten, ist Gegenstand des Prüfsystems für Schwebstofffilter, das an der Partikelgröße mit der geringsten Abscheidung misst.

    Fazit

    PM10 und PM2,5 sind amtlich definiert, PM1 ist es nicht – und ausgerechnet PM1 ist die Fraktion, mit der die Filterbranche wirbt. Das ist kein Skandal, aber es ist der Grund, warum du eine ePM1-Angabe als Produktkennzeichnung lesen solltest und nicht als Umweltmesswert.

    Praktisch brauchst du zwei Dinge: die Gruppe und die Prozentzahl. Alles andere – Vergleiche zwischen Gruppen, umgerechnete Werte, PM1-Zahlen aus Werbetexten – steht auf schwächerem Boden, als es aussieht.

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  • Filterklasse umrechnen: EN 779 zu ISO 16890

    Im Handbuch steht F7, im Regal liegt ein Filter mit der Aufschrift ISO ePM1 50 %. Du willst nur wissen, ob das dasselbe ist. Im Netz findest du Tabellen, die genau das behaupten – und ein paar Klicks weiter eine Verbandsangabe, die etwas anderes sagt. Dieser Artikel zeigt dir beide Tabellen, benennt den Widerspruch zwischen ihnen und erklärt, warum es die saubere Umrechnung, die du suchst, schlicht nicht gibt.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine offizielle Umrechnung existiert nicht. FGK, VDMA, MANN+HUMMEL und Zehnder sagen das unabhängig voneinander.
    • Der Fachverband FGK nennt Orientierungswerte: F7 entspricht demnach ePM1 ab 50 Prozent, F8 ePM1 ab 70 Prozent, F9 ePM1 ab 80 Prozent.
    • Der VDMA nennt aus Vergleichstests für F7 Bandbreiten: ePM2,5 50 bis 75 Prozent und ePM1 40 bis 65 Prozent – die untere Grenze liegt unter dem FGK-Wert.
    • REHVA sagt zu solchen Tabellen, sie könnten nur als grobe Orientierung dienen.
    • Der Grund für die Lücke ist methodisch: alt wurde bei einer Partikelgröße gemessen, neu bei zwölf.

    Die kurze Antwort

    Es gibt keine gültige Umrechnung von EN-779-Klassen in ISO-16890-Gruppen. Das ist keine Meinung dieser Seite, sondern die übereinstimmende Aussage von vier unabhängigen Quellen. Der Fachverband FGK schreibt, eine einfache begründete Übersetzung von alten auf neue Klassen scheitere aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmethodik. Der VDMA formuliert, wegen der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren könnten die Filterklassen der DIN EN 779 nicht unmittelbar in das Bewertungsschema der DIN EN ISO 16890-Gruppen übernommen werden. MANN+HUMMEL nennt einen direkten Vergleich zwischen alten Klassen und neuen Gruppen nicht möglich. Zehnder begründet das damit, dass der neue Standard von der individuellen Beschaffenheit eines Filters abhängt.

    Trotzdem kursieren Tabellen. Manche stammen sogar von einem Verband. Sie sind nicht wertlos – sie helfen dir, dich im Regal zu orientieren. Aber sie sind keine Umrechnung, sondern eine Näherung, und zwei Verbände kommen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Genau diesen Konflikt zeigen wir dir unten, statt eine der beiden Zahlenreihen auszuwählen und die andere wegzulassen.

    Wenn du eine einzige praktische Regel mitnehmen willst: Kauf nach der Angabe, die dein Gerätehersteller nennt. Steht in deiner Unterlage F7, ist ein Filter mit F7-Aufdruck die konfliktärmste Wahl. Steht dort eine ISO-Gruppe, nimm die ISO-Gruppe. Selbst umrechnen ist der Schritt, den du vermeiden kannst – und laut Quellenlage auch vermeiden solltest.

    Wie es wirklich funktioniert

    Warum die Übersetzung methodisch scheitert

    Die alte Norm EN 779 hat laut Zehnder die Filtereigenschaften nur für die Partikelgröße 0,4 Mikrometer gemessen. MANN+HUMMEL stellt dem gegenüber, dass ISO 16890 zwölf verschiedene Partikelgrößen von 0,3 bis 10 Mikrometer prüft. Aus einem einzigen Messpunkt lässt sich keine Kurve rekonstruieren. Zwei Filter, die bei 0,4 Mikrometer denselben Wert liefern, können sich bei 1 und bei 5 Mikrometer unterschiedlich verhalten – und genau diese Unterschiede entscheiden über die ISO-Einstufung.

    Dazu kommt ein zweiter Unterschied, der weniger bekannt ist. ISO 16890 prüft im konditionierten Zustand: Der Filter wird mit Isopropanol behandelt und dabei elektrostatisch entladen. Ein Fachportal hält fest, dass die 50-Prozent-Schwelle für diesen entladenen Zustand gilt, ausdrücklich um Manipulationen durch elektrostatische Aufladung zu verhindern. Filtermedien, die stark auf Elektrostatik setzen, schneiden im neuen Verfahren also anders ab als im alten. Zwei Medien mit gleicher alter Klasse können nach der Entladung weit auseinanderliegen. Die Systematik der neuen Norm steht ausführlich im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Tabelle 1: die Orientierungswerte des Fachverbands FGK

    Der Fachverband FGK nennt trotz seiner eigenen Warnung eine Zuordnung. Sie ist als Orientierung zu lesen, nicht als Umrechnung:

    Klasse nach EN 779 FGK-Orientierung nach ISO 16890
    M5 ePM10 ≥ 50 %
    M6 ePM2,5 ≥ 50 %
    F7 ePM1 ≥ 50 %
    F8 ePM1 ≥ 70 %
    F9 ePM1 ≥ 80 %

    Diese Tabelle liest sich sauber. Sie ist als Untergrenze formuliert – „mindestens so viel“ – und deckt genau die Klassen ab, die in der Wohnungslüftung vorkommen. Sie ist der Grund, warum du im Handel Verpackungen mit „F7 / ISO ePM1 50 %“ findest.

    Tabelle 2: die Bandbreiten aus dem VDMA-Dokument

    Der VDMA geht anders vor. Statt eines Punktwerts nennt er aus Vergleichstests Bandbreiten. Für F7 werden dort ePM2,5 von 50 bis 75 Prozent und ePM1 von 40 bis 65 Prozent genannt:

    Quelle Aussage zu F7 Form der Angabe
    FGK ePM1 ≥ 50 % Punktwert als Untergrenze
    VDMA ePM2,5 50 bis 75 %, ePM1 40 bis 65 % Bandbreite aus Vergleichstests

    Hier liegt der Widerspruch. Die untere Grenze der VDMA-Bandbreite für ePM1 liegt bei 40 Prozent – also unterhalb der 50 Prozent, die die FGK-Orientierung als Untergrenze setzt. Nach der FGK-Tabelle wäre jeder F7-Filter mindestens ein ePM1-50-Prozent-Filter. Nach den VDMA-Werten gibt es F7-Filter, die diese Schwelle nicht erreichen und damit nach der neuen Systematik gar nicht in der ePM1-Gruppe landen würden, sondern eine Stufe darunter.

    Beide Angaben stammen von Verbänden. Keine ist eine Norm. Und sie widersprechen sich nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie verschiedene Dinge tun: Die FGK-Tabelle ordnet zu, der VDMA berichtet Messergebnisse. Wenn reale Filter derselben alten Klasse zwischen 40 und 65 Prozent streuen, dann ist jede Zuordnung auf einen Punktwert eine Vereinfachung. REHVA sagt dazu, solche Tabellen könnten nur als grobe Orientierung dienen – das ist die ehrlichste Formulierung, die uns vorliegt.

    Was Eurovent 4/23 dazu beiträgt

    Häufig wird auf Eurovent 4/23 verwiesen, aktuell in der vierten Ausgabe von 2022. Das ist eine Auswahlempfehlung für Filter, keine Umrechnungsnorm. Der Inhalt steht hinter einer Bezahlschranke; uns liegt daher keine belegte Angabe zu den dort genannten Werten vor. Wir geben deshalb keine Eurovent-Tabelle wieder, auch nicht aus zweiter Hand.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die vier Aussagen zur Unmöglichkeit einer direkten Übersetzung stammen von FGK, VDMA, MANN+HUMMEL und Zehnder – zwei Verbände, zwei Hersteller. Die FGK-Orientierungstabelle stammt vom Fachverband FGK. Die Bandbreiten ePM2,5 50 bis 75 Prozent und ePM1 40 bis 65 Prozent für F7 stammen aus dem VDMA-Dokument und werden dort auf Vergleichstests zurückgeführt. Die Einordnung, dass solche Tabellen nur als grobe Orientierung dienen können, stammt von REHVA. Dass Eurovent 4/23 eine Auswahlempfehlung ist, ist belegt.

    Schwächer belegt. Die Begründung über die elektrostatische Konditionierung stammt aus einem Fachportal, ebenso die Zuordnungsregel über die kleinste Fraktion mit mindestens 50 Prozent. Beides ist in der Branche unstrittig, aber kein Normzitat.

    Nicht belegt. Wir haben weder den Text der EN 779 noch den der ISO 16890 vorliegen. Beide sind kostenpflichtig. Alle Angaben zu ihrem Inhalt stammen aus Sekundärquellen. Der Inhalt von Eurovent 4/23 liegt uns nicht vor. Und wir haben keine Quelle gefunden, die den Widerspruch zwischen FGK-Punktwert und VDMA-Bandbreite auflöst – wir können dir also nicht sagen, welche der beiden Angaben für deinen konkreten Filter näher an der Wahrheit liegt.

    Das ist unbefriedigend, aber es ist die vorhandene Lage. Wer dir eine Tabelle als „die offizielle Umrechnung“ verkauft, hat entweder eine Quelle, die wir nicht kennen, oder er nennt eine Näherung beim falschen Namen.

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    Für alle, deren Gerätehandbuch die alte Klasse nennt und die trotzdem eine nach heutigem Verfahren geprüfte Angabe sehen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob neben der alten Klasse tatsächlich eine ISO-Gruppe mit Prozentzahl steht – erst diese Kombination erlaubt dir einen Vergleich mit anderen Angeboten. Steht nur die alte Klasse da, weißt du über das Medium wenig.

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    Was das für dich heißt

    Erstens: Umrechnen ist der letzte Ausweg, nicht der erste Schritt. Die Reihenfolge, die dir Ärger erspart, lautet: Gerätehandbuch prüfen, Originalfilter identifizieren, danach kaufen. Erst wenn dein bisheriger Filter nicht mehr lieferbar ist, brauchst du überhaupt eine Übersetzung.

    Zweitens: Wenn du übersetzen musst, nimm die Näherung nach oben. Angesichts der VDMA-Bandbreite ist ein F7-Filter nicht garantiert ein ePM1-50-Prozent-Filter. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt beim Wechsel ins neue System die Gruppe, die dein Gerätehersteller freigibt, und innerhalb dieser Gruppe eine Prozentzahl an der oberen statt an der unteren Kante. Bedenke dabei, dass ein feineres Medium in der Regel mehr Widerstand erzeugt – was das im Betrieb bedeutet, steht im Beitrag zum Druckverlust.

    Drittens: Frag beim Gerätehersteller nach, nicht beim Filterhändler. Die Auskunft, welche ISO-Gruppe für deine Anlage vorgesehen ist, kann nur der geben, der die Anlage ausgelegt hat. Zehnder begründet die fehlende Übersetzbarkeit ausdrücklich mit der individuellen Beschaffenheit des einzelnen Filters – das spricht dafür, die Frage produktbezogen zu stellen und nicht allgemein.

    Viertens: Sei bei Zuschnittware besonders genau. Anbieter von Meterware und Sonderformaten führen ihre Klassen häufig doppelt, also alt und neu nebeneinander. Diese Zuordnung ist eine Händlerangabe. Sie mag stimmen, belegt ist sie nicht. Was beim Zuschnitt sonst zu beachten ist, steht unter Filter selbst zuschneiden und Filtermeterware.

    Fünftens: Verlass dich nicht auf die Prozentzahl allein. Ohne Gruppenangabe ist eine Prozentzahl bedeutungslos, und Gruppen lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. Was die drei Gruppen im Einzelnen bedeuten, steht im Beitrag zu ePM1, ePM2,5 und ePM10; woher die alten Buchstaben stammen, im Beitrag zu G4 und F7.

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    Für alle, deren Filtermaß es als Fertigteil nicht mehr gibt und die deshalb auf Zuschnitt ausweichen. Prüfe vor dem Kauf, ob der Anbieter die Klasse überhaupt angibt und in welchem System – manche nennen nur die alte Klasse, manche beide. Ob dein Gerätehersteller Zuschnittware zulässt, ist eine getrennte Frage, zu der uns keine Herstellerangabe vorliegt.

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    Häufige Fragen

    Kann ich einen F7-Filter einfach durch ISO ePM1 50 % ersetzen?

    Nach der FGK-Orientierung wäre das die passende Entsprechung. Nach den VDMA-Bandbreiten ist es nicht gesichert, weil reale F7-Filter dort mit ePM1-Werten von 40 bis 65 Prozent auftauchen. Beide Angaben stammen von Verbänden, keine ist verbindlich. Verlässlich ist nur die Freigabe deines Geräteherstellers.

    Warum veröffentlicht die FGK eine Tabelle und sagt gleichzeitig, es gehe nicht?

    Weil beides zusammenpasst, wenn man die Tabelle als Orientierung liest. Eine Zuordnung, die den Einkauf erleichtert, ist etwas anderes als eine Umrechnung, die für jedes Produkt gilt. REHVA formuliert dieselbe Trennung, indem es solchen Tabellen ausdrücklich nur den Rang einer groben Orientierung zubilligt.

    Gibt es eine Umrechnung in die andere Richtung, von ISO nach EN 779?

    Uns liegt keine vor. Die Argumente gelten symmetrisch: Aus zwölf Messpunkten lässt sich der eine alte Messpunkt nicht zurückrechnen, und die elektrostatische Konditionierung hat im alten Verfahren kein Gegenstück. Wir kennen keine Quelle, die diese Richtung belegt.

    Muss ich meinen alten Filter jetzt austauschen, weil die Norm abgelöst ist?

    Nein. Die Ablösung betrifft die Prüfung und Kennzeichnung von Filtern, nicht den Betrieb bestehender Anlagen. Laut VDMA endete die Koexistenzperiode am 30. Juni 2018. Für den eingebauten Filter in deinem Gerät folgt daraus keine Frist – die Standzeit richtet sich nach Verschmutzung und Herstellerangabe, nicht nach dem Normstand.

    Fazit

    Es gibt keine offizielle Umrechnung, und die beiden am häufigsten zitierten Verbandsangaben widersprechen sich: Die FGK ordnet F7 dem Bereich ePM1 ab 50 Prozent zu, der VDMA berichtet aus Vergleichstests Werte von 40 bis 65 Prozent für dieselbe alte Klasse.

    Nimm beide als das, was sie sind – Orientierungen für den Einkauf. Die belastbare Auskunft für dein Gerät kommt nicht aus einer Tabelle, sondern vom Hersteller deiner Anlage. Alles andere ist eine Schätzung mit Verbandslogo.

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  • HEPA-Filter erklärt: H13, H14 und der Unterschied zu EPA

    Auf der Verpackung deines Luftreinigers steht „HEPA“. Auf einem anderen Gerät steht „H13″, auf einem dritten „HEPA-ähnlich“ oder „True HEPA“. Alle drei klingen nach demselben, und mindestens einer davon sagt fachlich nichts aus. Dieser Artikel erklärt, welche Klassen es wirklich gibt, wo die Grenze zwischen EPA und HEPA verläuft, wie diese Filter geprüft werden – und warum wir dir zur rechtlichen Seite des Begriffs keine Auskunft geben können.

    Das Wichtigste in Kürze

    • E10, E11 und E12 sind EPA-Filter, nicht HEPA. Erst ab H13 ist die Bezeichnung HEPA fachlich gedeckt.
    • H13 hält mindestens 99,95 Prozent zurück, H14 mindestens 99,995 Prozent – jeweils integral, also über den ganzen Filter gerechnet.
    • Zusätzlich gilt eine lokale Durchlässigkeitsgrenze: höchstens 0,25 Prozent bei H13, höchstens 0,025 Prozent bei H14.
    • Gemessen wird an der MPPS, der Partikelgröße mit der schlechtesten Abscheidung – typischerweise 0,1 bis 0,3 Mikrometer.
    • Ob der Begriff „HEPA“ bei Konsumgeräten rechtlich geschützt ist, konnten wir nicht klären.

    Die kurze Antwort

    HEPA ist keine Marke und kein Qualitätssiegel, sondern eine Kategorie in der Klassifizierung von Schwebstofffiltern nach EN 1822 beziehungsweise ISO 29463. Diese Klassifizierung kennt drei Kategorien: EPA mit den Klassen E10 bis E12, HEPA mit H13 und H14, ULPA mit U15 bis U17. Ein Filter, der als E11 eingestuft ist, ist damit ausdrücklich kein HEPA-Filter – auch wenn er auf der Verpackung häufig in dessen Nähe gerückt wird.

    Die Zahlen dahinter sind ungewöhnlich streng. H13 erreicht einen integralen Abscheidegrad von mindestens 99,95 Prozent, H14 mindestens 99,995 Prozent. Zum Vergleich: Ein sehr guter Raumluftfilter nach ISO 16890 bewegt sich im Bereich von 50 bis 95 Prozent. Das sind zwei völlig verschiedene Größenordnungen und zwei verschiedene Prüfsysteme – eine ePM1-Angabe und eine H13-Angabe lassen sich nicht ineinander umrechnen.

    Und dann ist da die Frage, die dich beim Kauf am meisten betrifft: Darf ein Hersteller „HEPA“ auf sein Gerät schreiben, ohne den Filter nach EN 1822 prüfen zu lassen? Dazu haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Wir wissen, was die Klassifizierung fachlich bedeutet. Ob die Verwendung des Begriffs bei Konsumgeräten rechtlich geregelt ist, konnten wir nicht klären. Das ist die ehrliche Antwort, und sie hat praktische Folgen – dazu unten mehr.

    Wie es wirklich funktioniert

    Die Klassen im Überblick

    Klasse Kategorie Abscheidegrad, integral max. lokale Durchlässigkeit
    E10 EPA ≥ 85 %
    E11 EPA ≥ 95 %
    E12 EPA ≥ 99,5 %
    H13 HEPA ≥ 99,95 % ≤ 0,25 %
    H14 HEPA ≥ 99,995 % ≤ 0,025 %
    U15 ULPA ≥ 99,9995 % ≤ 0,0025 %
    U16 ULPA ≥ 99,99995 % ≤ 0,00025 %
    U17 ULPA ≥ 99,999995 % ≤ 0,0001 %

    Zwei Zahlen statt einer: integral und lokal

    Ab H13 gibt es nicht mehr nur eine Kennzahl, sondern zwei. Der integrale Abscheidegrad beschreibt den Filter als Ganzes. Die maximale lokale Durchlässigkeit beschreibt die schwächste Stelle. Bei H13 dürfen an keinem Punkt mehr als 0,25 Prozent durchgehen, bei H14 nicht mehr als 0,025 Prozent.

    Diese zweite Zahl ist der eigentliche Qualitätssprung. Ein Filter mit hervorragendem Durchschnittswert und einem einzigen Leck wäre für den Einsatz in einem Reinraum wertlos – der Luftstrom nimmt bekanntlich den Weg des geringsten Widerstands. Die lokale Grenze schließt genau diesen Fall aus. Bei den EPA-Klassen E10 bis E12 gibt es keine solche Vorgabe.

    Die MPPS – warum nicht bei einer festen Größe gemessen wird

    Filter arbeiten nicht bei allen Partikelgrößen gleich gut. Große Teilchen bleiben mechanisch hängen, sehr kleine Teilchen bewegen sich unregelmäßig und stoßen dabei an Fasern. Dazwischen liegt ein Bereich, in dem beide Effekte schwach sind – das Effizienzminimum eines Filtermediums. Es heißt MPPS, Most Penetrating Particle Size, und liegt nach einer frei zugänglichen Fachdarstellung typischerweise bei 0,1 bis 0,3 Mikrometer.

    EN 1822 misst genau an dieser ungünstigsten Stelle, nicht bei einer festen Partikelgröße. Das ist der Unterschied zu Prüfverfahren, die einen Punkt vorgeben. Es bedeutet auch: Ein H13-Filter erreicht seine 99,95 Prozent dort, wo er am schwächsten ist. Bei größeren und bei kleineren Partikeln liegt er darüber. Diese Logik ist verwandt mit der Zuordnungsregel bei Raumluftfiltern, wo die kleinste noch bestandene Fraktion den Namen gibt – nachzulesen im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Stichprobe oder Einzelprüfung

    Auch bei der Prüfung selbst verläuft die Grenze zwischen E12 und H13. EPA-Filter werden laut derselben Fachdarstellung stichprobenweise klassifiziert. HEPA- und ULPA-Filter werden einzeln geprüft. Jeder einzelne Filter durchläuft also die Messung, nicht nur ein Exemplar pro Charge. Das erklärt einen Teil des Preisunterschieds und ist der Grund, warum bei industriellen Filtern häufig ein Prüfprotokoll mit Seriennummer beiliegt.

    Bei Konsumgeräten ist dieses Protokoll selten zu sehen. Ob es existiert, kannst du von außen nicht beurteilen – und genau hier setzt die Unschärfe der Begriffe an.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Klassentabelle mit Abscheidegraden und lokalen Durchlässigkeiten, die Abgrenzung EPA gegen HEPA gegen ULPA, die Erklärung der MPPS und der Unterschied zwischen Stichprobe und Einzelprüfung stammen aus frei zugänglichen Fachdarstellungen zur EN 1822. Sie geben den Normstand wieder, sind aber selbst kein Normtext – der liegt uns nicht vor. Eine Behördenaussage gibt es ebenfalls: Das Umweltbundesamt schreibt zu mobilen Luftreinigern, mobile Filtergeräte sollten möglichst mit hocheffizienten Gewebefiltern der Filterklassen H13 oder H14 ausgestattet sein.

    Nicht belegt – und das ist der entscheidende Punkt. Ob der Begriff „HEPA“ bei Konsumgeräten rechtlich geschützt ist, konnten wir nicht klären. Wir haben keine Quelle gefunden, die sagt, ob ein Hersteller diesen Begriff auch ohne Prüfung nach EN 1822 verwenden darf. Uns liegt lediglich ein Ratgeberportal vor, das vor der Formulierung „HEPA-ähnlich“ warnt – das ist eine Portalaussage ohne Rechtscharakter, und wir geben sie nur als solche wieder.

    Daraus folgt eine Zurückhaltung, die wir für richtig halten: Wir sagen dir nicht, dass „HEPA“ auf einer Verpackung nichts wert ist. Und wir sagen dir auch nicht, dass es garantiert etwas bedeutet. Was wir sagen können, ist konkret genug – die Klassenangabe H13 oder H14 ist überprüfbar definiert, das Wort „HEPA“ allein ist es in unserer Quellenlage nicht.

    Ebenfalls nicht belegt. Wir treffen keine Aussage darüber, was ein Filter dieser Klassen für deine Gesundheit bewirkt. Uns liegen Klassifizierungen und eine Empfehlung des Umweltbundesamts zur Ausstattung mobiler Filtergeräte vor – Wirkungsaussagen zu Personen gehören nicht dazu.

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    Für Besitzer eines Luftreinigers, die den Hauptfilter ersetzen statt reinigen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob das Ersatzteil für deine konkrete Gerätegeneration gelistet ist und ob es sich um den Hauptfilter oder um einen Vorfilter handelt – IQAir gibt für den Vorfilter ein Waschintervall an, für den Hauptfilter dagegen einen Austausch alle vier bis fünf Jahre.

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    Was das für dich heißt

    Erstens: Such nach der Klasse, nicht nach dem Wort. „HEPA“ ist ein Oberbegriff, „H13″ ist eine Angabe mit definierten Grenzwerten. Steht auf einem Gerät nur „HEPA“, ohne Klasse, fehlt dir die überprüfbare Information. Steht dort E11, ist es fachlich ein EPA-Filter, kein HEPA-Filter, unabhängig davon, wie das Marketing es nennt.

    Zweitens: Misstraue Wortkombinationen. Formulierungen wie „HEPA-ähnlich“, „HEPA-Typ“ oder „nach HEPA-Standard“ nennen keine Klasse. Ein Ratgeberportal warnt ausdrücklich vor der Formulierung „HEPA-ähnlich“ – eine belastbare Quelle ist das nicht, aber der sprachliche Befund ist eindeutig: Wo eine Klasse genannt werden könnte, wird sie hier vermieden.

    Drittens: Denk an das Gehäuse, nicht nur an das Medium. Die lokale Durchlässigkeitsgrenze der Norm gilt für den Filter. Ob die Luft in deinem Gerät auch wirklich durch den Filter geht und nicht daran vorbei, ist eine Frage der Konstruktion und der Dichtung. Ein H13-Medium in einem undichten Rahmen ist eine Angabe ohne Wirkung. Achte beim Einsetzen darauf, dass der Filter sauber sitzt.

    Viertens: Schwebstofffilter sind in der Regel nicht waschbar. IQAir schreibt für seinen Hauptfilter, dass er nicht waschbar ist und alle vier bis fünf Jahre ersetzt werden sollte, während Vorfilter alle zwei bis drei Monate oder bei sichtbarer Verschmutzung gewaschen werden. LG hält allgemein fest, dass einige Filter nicht mit Wasser gewaschen werden dürfen und in regelmäßigen Zyklen auszutauschen sind. Zu der Frage, wie stark der Abscheidegrad durch Waschen sinkt, liegt uns kein Prozentwert vor – die Einordnung dazu steht unter Filter waschen oder wechseln.

    Fünftens: Ein Schwebstofffilter riecht nichts weg. Er arbeitet gegen Partikel. Gerüche sind Moleküle und werden von Aktivkohle adsorbiert, weshalb viele Luftreiniger beide Stufen enthalten – wie das funktioniert, steht im Beitrag zur Funktion von Aktivkohlefiltern. Welche Materialien welche Aufgabe übernehmen, zeigt der Materialvergleich.

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    Für alle, die beim Nachkauf eine benannte Klasse sehen wollen statt nur ein Kürzel im Produktnamen. Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob die Klasse ausgeschrieben angegeben ist – H13 oder H14, nicht bloß „HEPA“ – und ob die Bauform in dein Gerät passt. Ein Filter mit passender Klasse, aber falscher Kontur dichtet nicht ab, und dann ist die Klasse ohne Belang.

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    Häufige Fragen

    Ist E11 fast so gut wie H13?

    Der Zahlensprung sieht klein aus, ist es aber nicht. E11 verlangt mindestens 95 Prozent, H13 mindestens 99,95 Prozent – der durchgelassene Anteil unterscheidet sich um den Faktor hundert. Dazu kommt: Für E11 gibt es keine Grenze für die lokale Durchlässigkeit und keine Einzelprüfung. Es sind zwei verschiedene Kategorien, nicht zwei benachbarte Stufen derselben Kategorie.

    Kann ich einen H13-Filter in meine Lüftungsanlage einbauen?

    Das ist keine Frage der Filterklasse, sondern der Anlage. Schwebstofffilter erzeugen einen erheblichen Widerstand, und ob dein Ventilator dafür ausgelegt ist, entscheidet der Gerätehersteller. Für Wohnungslüftungen empfiehlt die FGK-Arbeitsgruppe Raumklimawirkung in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1 – das ist eine Angabe aus dem ISO-16890-System, nicht aus dem der Schwebstofffilter.

    Warum steht auf meinem Staubsauger „HEPA“, obwohl er kein Prüfprotokoll hat?

    Genau das ist die Frage, die wir nicht beantworten können. Ob die Verwendung des Begriffs bei Konsumgeräten an eine Prüfung nach EN 1822 gebunden ist, konnten wir nicht klären – dazu liegt uns keine belastbare Quelle vor. Was du prüfen kannst, ist, ob eine Klasse genannt wird. Fehlt sie, hast du nur ein Wort.

    Was bedeutet „integral“ in der Tabelle?

    Integral heißt: über den gesamten Filter gemittelt, im Gegensatz zur lokalen Messung an einzelnen Stellen. Ein Filter kann integral hervorragend abschneiden und trotzdem an einer Stelle zu viel durchlassen. Deshalb kennt die Norm ab H13 beide Werte, und deshalb ist die lokale Grenze der aussagekräftigere Teil der Angabe.

    Fazit

    HEPA beginnt bei H13. Alles darunter heißt EPA, auch wenn es auf der Verpackung anders klingt, und der Unterschied liegt nicht nur in einer Nachkommastelle, sondern in der lokalen Durchlässigkeitsgrenze und der Einzelprüfung jedes Filters.

    Der Begriff selbst bleibt eine offene Flanke: Ob ein Hersteller ihn bei Konsumgeräten auch ohne Prüfung nach EN 1822 verwenden darf, konnten wir nicht klären. Solange das so ist, ist die ausgeschriebene Klasse die einzige Angabe, mit der du wirklich etwas anfangen kannst.

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  • Aktivkohlefilter: wie Adsorption funktioniert

    Du hast einen Aktivkohlefilter in der Dunstabzugshaube, im Kühlschrank oder im Luftreiniger sitzen, und irgendwann riecht es trotzdem wieder nach Bratfett. Der Filter sieht dabei aus wie am ersten Tag – kein Belag, keine Verfärbung, nichts. Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen aufhören. Dieser Artikel zeigt dir, warum Aktivkohle anders arbeitet als jeder andere Filter im Haushalt, was „voll“ hier überhaupt bedeutet und welche Hersteller dazu belastbare Zahlen nennen – und welche nicht.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Aktivkohle filtert nicht mechanisch, sondern adsorbiert: Gas- und Geruchsmoleküle lagern sich an der inneren Oberfläche der Kohle an.
    • Ein Nachschlagewerk nennt Anreicherungen von 10 bis etwa 20 Gewichtsprozent, bevor es zum Durchbruch kommt – eine Herstellerangabe ist das nicht.
    • Fett und Staub werden nicht adsorbiert. Deshalb sitzt im Dunstabzug immer ein Fettfilter davor, damit die Poren der Kohle nicht verkleben.
    • Für regenerierbare Filter gibt es klare Herstellerzahlen: Miele 200 °C für 60 Minuten, Bosch und Siemens 100 °C für eine Stunde, bis zu zehnmal.
    • Für das Wechselintervall von Einweg-Aktivkohlefiltern liegt bei Bosch keine belegte Angabe vor – nur eine Sättigungsanzeige im Gerät.

    Die kurze Antwort

    Ein Aktivkohlefilter hält keine Partikel zurück. Er bindet Moleküle. Aktivkohle ist extrem porös, ihre innere Oberfläche ist um ein Vielfaches größer als die äußere, und an dieser Oberfläche lagern sich gelöste oder gasförmige Stoffe an. Das Prinzip heißt Adsorption. Ein Nachschlagewerk beschreibt es genau so – belastbarer als eine Herstellerangabe ist das nicht, aber es ist der unstrittige Stand der Technik.

    Daraus folgt der wichtigste Unterschied zu einem Staubfilter: Ein Aktivkohlefilter setzt sich nicht sichtbar zu. Er wird satt. Von außen ist ihm nicht anzusehen, ob er noch arbeitet oder längst durch ist. Deshalb gibt es für Aktivkohle auch keine Filterklasse nach ISO 16890 – die Norm bewertet die Abscheidung von Partikeln, und Partikel sind nicht das Thema dieses Filters. Wenn auf einer Packung eine Klassenangabe steht, gehört sie zur Vliesstufe, nicht zur Kohle.

    Und die Fristenfrage? Die Antwort ist unbefriedigend, aber ehrlich: Sie hängt davon ab, welchen Filtertyp du hast. Für regenerierbare Filter nennen Miele, Bosch, Siemens, AEG und Elica konkrete Temperaturen, Zeiten und Lebensdauern. Für Einweg-Aktivkohlefilter im Dunstabzug fanden wir bei Bosch keine Intervallangabe, sondern nur den Verweis auf die Sättigungsanzeige des Geräts. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Umlufthauben einen Wechsel zwei- bis dreimal im Jahr beziehungsweise nach Herstellerangaben – das ist eine Verbraucherschutzempfehlung, keine Herstellerfrist.

    Wie es wirklich funktioniert

    Adsorption statt Filtern

    Stell dir die Kohle nicht als Sieb vor, sondern als Schwamm mit unzähligen winzigen Hohlräumen. Luft strömt hindurch, und Moleküle, die zur Porengröße und zur Oberflächenchemie passen, bleiben dort haften. Adsorbiert werden nach der genannten Quelle unter anderem Geruchs- und Geschmacksstoffe, Halogenkohlenwasserstoffe, Pestizide und Chlor. Das erklärt, warum dasselbe Material in einer Dunstabzugshaube gegen Bratdunst und in einem Kühlschrank-Wasserfilter gegen Chlorgeschmack eingesetzt wird.

    Fett und Staub gehören ausdrücklich nicht dazu. Sie werden nicht adsorbiert, sondern legen sich auf die Kohle und verkleben die Poren. Genau deshalb sitzt im Dunstabzug immer ein Fettfilter vor der Kohle. Wer den Fettfilter vernachlässigt, verkürzt die Lebensdauer des teureren Teils dahinter – die Unterschiede zwischen Metall und Vlies stehen im Beitrag zu Fettfiltern aus Metall und Vlies.

    Der Durchbruch – das Ende der Aufnahme

    Jede belegte Pore steht nicht mehr zur Verfügung. Irgendwann ist die Aufnahmekapazität erschöpft, und die Luft strömt weitgehend unverändert hindurch. Für diesen Punkt nennt die Quelle eine Größenordnung: Anreicherungen von 10 bis etwa 20 Gewichtsprozent, bevor es zu einem Durchbruch kommt. Das ist eine Materialangabe, kein Wert für ein bestimmtes Gerät. Rechne damit nicht am Küchentisch dein Wechseldatum aus – dafür müsstest du wissen, wie viel Kohle verbaut ist und wie viel Fracht deine Luft mitbringt.

    Ein zweiter Faktor ist die Umgebung. Ein Fachportal fasst es so zusammen: je niedriger die Feuchte und die Temperatur, desto besser die Adsorption. Belastbar im Sinne einer Herstellerangabe ist das nicht, es passt aber zu dem, was Nutzer im Alltag beschreiben – über einem dampfenden Topf arbeitet die Kohle schlechter als in trockener Luft. Ob Wasserdampf dabei selbst Poren belegt, konnten wir nicht belegen; dazu fanden wir keine verwertbare Quelle.

    Regenerierbar oder Einweg – hier gibt es echte Zahlen

    Bei den regenerierbaren Filtern ist die Quellenlage ausnahmsweise gut. Mehrere Hersteller nennen in ihren Unterlagen konkrete Werte:

    Hersteller Behandlung Lebensdauer laut Hersteller
    Miele, DKF-R-Reihe 200 °C Heißluft oder Umluft, 60 Minuten, halbjährlich „Nach 3 Jahren sind die Geruchsfilter zu ersetzen.“
    Bosch CleanAir 100 °C Umluft, 1 Stunde „bis zu zehnmal“ (Gebrauchsanleitung über ein Anleitungsarchiv)
    Siemens CleanAir 100 °C Umluft, 1 Stunde „bis zu zehnmal“ (Anleitungsarchiv)
    AEG, Steinkohle 150 °C, 2 bis 3 Stunden keine Zyklenangabe
    AEG, Subcharc 200 °C, 45 Minuten keine Zyklenangabe
    Elica Keramik 200 °C, ca. 45 Minuten, alle 2 bis 3 Monate bis 5 Jahre

    Zwei Sätze aus diesen Unterlagen sind wichtiger als die Tabelle. Miele schreibt in der Anleitung ausdrücklich: „Die Geruchsfilter dürfen nicht im Geschirrspüler gereinigt werden.“ Und Bosch und Siemens warnen, dass nicht-regenerierbare Filter so nicht behandelt werden dürfen – es besteht Brandgefahr. Ein Einwegfilter im 200-Grad-Ofen ist kein Sparversuch, sondern ein Risiko. Wie die Verfahren im Detail ablaufen, steht im Beitrag zum Regenerieren im Backofen.

    Zur Sättigung nennt Miele außerdem eine Betriebsstundenzahl: „Nach 120 Betriebsstunden muss der Geruchsfilter getauscht werden.“ Das ist die einzige uns vorliegende Zahl dieser Art. Wie solche Anzeigen technisch funktionieren – und warum sie oft nur Zeit messen –, ordnet der Artikel zur Filterwechselanzeige ein.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Regenerationsdaten von Miele, AEG und Elica stammen aus Herstellerdokumenten. Die Werte von Bosch und Siemens stammen aus Gebrauchsanleitungen, die über ein Anleitungsarchiv abrufbar sind – inhaltlich Herstellertext, aber nicht von der Herstellerseite selbst geladen. Die Empfehlung „zwei- bis dreimal im Jahr bzw. nach Herstellerangaben“ für Aktivkohlefilter in Umlufthauben stammt von der Verbraucherzentrale.

    Schwächer belegt. Das Funktionsprinzip, die Liste der adsorbierten Stoffgruppen und die Spanne von 10 bis 20 Gewichtsprozent bis zum Durchbruch stammen aus einem Nachschlagewerk. Die Aussage zu Feuchte und Temperatur stammt von einem Fachportal. Beides ist plausibel und unstrittig, aber keine Herstellerzusage für dein Gerät.

    Nicht belegt. Für das Wechselintervall von Bosch-Aktivkohlefiltern im Dunstabzug fanden wir keine Angabe – der Hersteller verweist auf die Sättigungsanzeige. Zu Neff, Falmec und Bora liegt uns zu regenerierbaren Filtern gar nichts vor. Und es gibt keine belegte Angabe dazu, dass Aktivkohle Feuchtigkeit nicht adsorbiert; wer das behauptet, geht über die Quellenlage hinaus.

    Diese Lücke ist typisch. Bei Bauteilen, die man abzählen kann – Betriebsstunden, Zyklen, Grad Celsius – liefern Hersteller Zahlen. Bei einem Verbrauchsteil, dessen Sättigung von der Küche des Nutzers abhängt, liefern sie eine Lampe.

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    Für alle, die eine Umluft-Dunstabzugshaube betreiben und den Geruchsfilter turnusmäßig ersetzen statt aufbereiten wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob die angegebene Teilenummer zu deinem Haubenmodell gehört und ob es sich um einen Einweg- oder einen regenerierbaren Filter handelt – davon hängt ab, wie oft du ihn wieder kaufst.

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    Was das für dich heißt

    Erste Frage: Brauchst du überhaupt Aktivkohle? Nur im Umluftbetrieb. Führt deine Haube die Luft nach draußen ab, sitzt dort kein Geruchsfilter, und du brauchst auch keinen. Im Kühlschrank und im Luftreiniger ist die Lage anders – dort ist die Kohle Teil des Aufbaus, wenn der Hersteller sie vorsieht.

    Zweite Frage: Einweg oder regenerierbar? Das steht auf der Verpackung, nicht am Filter. Regenerierbare Filter tragen in der Regel eine Bezeichnung wie Long Life, CleanAir Plus oder eine vergleichbare Produktlinie und liegen im Einkauf höher, halten dafür Jahre. Einwegfilter werden ersetzt. Der Fehler, der Geld und im schlimmsten Fall mehr kostet, ist die Verwechslung in die falsche Richtung: einen Einwegfilter in den Ofen zu legen.

    Dritte Frage: Wonach richtest du das Intervall? Wenn dein Gerät eine Sättigungsanzeige hat, ist das der praktikabelste Anker – auch wenn sie bei vielen Geräten schlicht Betriebsstunden zählt. Wenn nicht, hilft nur die eigene Beobachtung: Kommt der Geruch während des Kochens zurück, obwohl die Haube läuft, ist die Kohle durch. Notiere das Einbaudatum mit einem Stift auf dem Rahmen. Bei einem Bauteil, das sich optisch nicht verändert, ist die Notiz die einzige verlässliche Information, die du später hast.

    Vierte Frage: Was ist mit dem Rest der Anlage? Reinige den Fettfilter regelmäßig, bevor du über die Kohle nachdenkst. Verklebte Poren nehmen nichts mehr auf, und diese Reihenfolge ist die einzige, die der Kohle Lebenszeit schenkt. Riecht es trotz frischem Filter weiter, liegt die Ursache oft woanders – die belegten Möglichkeiten sammelt der Beitrag Filter riecht muffig.

    Zur Entsorgung: Ein kommunal beauftragter Berliner Entsorger schreibt, Aktivkohlefilter gehörten nicht in den Restmüll, sondern zum Recyclinghof oder zur Sammelstelle für Elektrogeräte. Eine bundesweit einheitliche Regel dazu ist uns nicht bekannt – die Einordnung dazu steht unter Filter entsorgen. Und wenn du Ersatz auf Vorrat legst: Ein Wasserfilterhersteller empfiehlt, originalverpackte Filter nicht länger als drei Jahre zu lagern, weil Aktivkohle in der Adsorptionsfähigkeit langsam nachlässt. Mehr dazu unter Filter lagern.

    Dasselbe Adsorptionsprinzip taucht außerhalb des Haushalts auf. Unsere Schwesterseite tjao.de behandelt Aktivkohlefilter in 3D-Drucker-Gehäusen – dort nennt ein Hersteller sogar ein konkretes Wechselintervall in Monaten. Wir verweisen darauf, weil der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich Branchen mit derselben Frage umgehen, nicht als Kaufempfehlung.

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    Für alle, die auf einen aufbereitbaren Geruchsfilter umsteigen wollen und bereit sind, den Ofengang halbjährlich in den Haushaltsplan aufzunehmen. Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob die Bauform zu deiner Haube passt und ob der Hersteller das Regenerieren für genau diesen Filter vorsieht – bei Einwegfiltern ist es ausdrücklich untersagt.

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    Häufige Fragen

    Woran erkenne ich, dass der Aktivkohlefilter voll ist?

    Nicht am Aussehen. Ein gesättigter Filter sieht aus wie ein frischer, weil sich die Kohle nicht sichtbar zusetzt, sondern die Poren belegt werden. Praktisch bleiben drei Anhaltspunkte: die Sättigungsanzeige des Geräts, falls vorhanden; der zurückkehrende Geruch während des Kochens; und das Einbaudatum, das du selbst notiert hast. Miele nennt für seine Geruchsfilter 120 Betriebsstunden bis zum Tausch – ob eine solche Zahl auf dein Gerät übertragbar ist, ist damit nicht gesagt.

    Kann ich jeden Aktivkohlefilter im Backofen regenerieren?

    Nein. Regenerierbar ist nur, was der Hersteller ausdrücklich als regenerierbar ausweist. Bosch und Siemens warnen für nicht-regenerierbare Filter vor Brandgefahr, wenn man sie so behandelt. Miele schließt zusätzlich die Reinigung im Geschirrspüler für seine Geruchsfilter aus. Halte dich an die Angabe für deinen konkreten Filter, nicht an die Angabe für ein ähnlich aussehendes Teil.

    Warum braucht Aktivkohle immer einen Fettfilter davor?

    Weil Fett und Staub nicht adsorbiert werden. Sie legen sich auf die Kohle und verkleben die Poren, die für Geruchsmoleküle frei bleiben müssten. Der Fettfilter ist damit kein Zubehör, sondern der Schutz des teureren Bauteils dahinter. Ein vernachlässigter Fettfilter verkürzt die Lebensdauer der Kohle, ohne dass du davon etwas siehst.

    Hat Aktivkohle eine Filterklasse wie ePM1 oder H13?

    Nein. Filterklassen beschreiben, wie gut Partikel abgeschieden werden. Aktivkohle arbeitet gegen Moleküle. Wenn ein Produkt eine Klassenangabe trägt, bezieht sie sich auf eine Vlies- oder Partikelstufe im selben Rahmen, nicht auf die Kohle. Welche Materialien welche Aufgabe übernehmen, zeigt der Materialvergleich.

    Fazit

    Aktivkohle ist das einzige Filtermaterial im Haushalt, dessen Zustand du nicht sehen kannst – es wird satt, nicht schmutzig. Wer das verstanden hat, hört auf, den Filter anzuschauen, und fängt an, das Einbaudatum zu notieren.

    Die belastbaren Zahlen liegen bei den regenerierbaren Filtern: 200 °C und 60 Minuten bei Miele, 100 °C und eine Stunde bis zu zehnmal bei Bosch und Siemens. Für Einwegfilter im Dunstabzug gibt es dagegen keine Herstellerfrist, nur eine Anzeige und eine Empfehlung der Verbraucherzentrale. Das ist keine gute Datenlage, aber es ist die vorhandene.

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  • Fettfilter aus Metall oder Vlies: reinigen und wechseln

    In deiner Dunstabzugshaube sitzt entweder ein Metallgitter, das du herausnehmen und spülen kannst, oder eine weiße Matte aus Vlies, die du wegwirfst. Beide heißen Fettfilter, beide sollen dasselbe leisten – und trotzdem findest du für das eine seitenweise Herstellerangaben und für das andere praktisch nichts. Dieser Artikel zeigt dir, was Bosch, Siemens und AEG konkret zu ihren Metallfettfiltern schreiben, warum die dunklen Flecken nach der Spülmaschine nicht mehr weggehen und warum die Frage nach dem Vlies-Intervall ehrlicherweise offen bleibt.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bosch gibt in der Anleitung an, den Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen. AEG nennt stattdessen eine Nutzungsgröße: etwa 40 Betriebsstunden.
    • Bosch und Siemens schreiben ausdrücklich, stark verschmutzte Metallfettfilter nicht zusammen mit Geschirr zu spülen – und dass in der Maschine leichte Verfärbungen auftreten können.
    • AEG sagt klar: „Eine Verfärbung kann nicht rückgängig gemacht werden.“ Die Funktion bleibt erhalten, ein Garantiefall ist es nicht.
    • Der TÜV-Verband und der Versicherer R+V warnen unabhängig voneinander, dass fettgetränkte Filter bei einer hohen Flamme in Brand geraten können.
    • Zu Vliesfettfiltern haben wir von keinem Gerätehersteller ein Wechselintervall gefunden – nur Händlerangaben. Das ist die größte Lücke dieses Themas.

    Die kurze Antwort

    Der Metallfettfilter ist ein Bauteil, das du reinigst. Der Vliesfettfilter ist ein Verbrauchsteil, das du ersetzt. Alles andere folgt aus diesem einen Unterschied: Beim Metall geht es um Reinigungsintervall, Spülmethode und Verfärbung, beim Vlies um die Frage, wann es voll ist – und genau dafür gibt es keine Herstellerzahl.

    Für Metall liegen zwei belegte Fristen vor, und sie messen zwei verschiedene Dinge. Bosch gibt in der Anleitung an, den Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen – eine Kalenderfrist. AEG schreibt: „Reinigen Sie Ihren Filter nach etwa 40 Betriebsstunden.“ Das ist eine Nutzungsfrist. Wer täglich lange kocht, erreicht 40 Betriebsstunden deutlich vor Ablauf von zwei Monaten. Wer zweimal die Woche eine Pfanne benutzt, erreicht sie viel später. Beide Hersteller haben recht, sie beschreiben nur unterschiedliche Haushalte. Die praktikable Lesart: Nimm den Wert, der bei dir zuerst eintritt.

    Für Vlies gilt eine unbequeme Antwort. Wir haben keine Angabe eines Geräteherstellers zu Wechselintervall oder Sättigungsindikator gefunden. Was im Handel steht, sind Händlerangaben, und die sind keine Herstellerzusage. Übrig bleibt der Sättigungspunkt, den du selbst siehst: Ein Vliesfilter, der sich vollgesogen hat, verfärbt sich von Weiß nach Gelbbraun und beginnt an der Unterseite zu tropfen. Das ist kein Messwert, aber es ist mehr, als jede Werbeaussage dazu liefert.

    Wie es wirklich funktioniert

    Was ein Fettfilter überhaupt tut

    Beim Braten steigt kein trockener Rauch auf, sondern ein Aerosol: winzige Fetttröpfchen in heißer, feuchter Luft. Der Fettfilter bringt diesen Strom dazu, seine Richtung mehrfach abrupt zu ändern. Die Luft schafft die Kurve, die schwereren Fetttröpfchen nicht – sie schlagen sich auf dem Material nieder. Beim Metallfilter passiert das an mehreren gestapelten Lagen Streckmetall oder Gewebe, beim Vliesfilter in einem Faserwirrwarr. Das Fett bleibt hängen, statt sich in Kanal, Ventilator und Küchendecke abzusetzen.

    Deshalb ist der Fettfilter auch die erste Stufe und nie die einzige. In einer Umlufthaube sitzt hinter ihm der Aktivkohlefilter, der Gerüche bindet. Fett und Staub werden von Aktivkohle nicht adsorbiert, sondern verkleben ihre Poren – der Fettfilter schützt also das teurere Bauteil dahinter. Wie das im Detail zusammenspielt, steht im Beitrag zur Funktion von Aktivkohlefiltern.

    Eine Filterklasse hat ein Fettfilter übrigens nicht. Die Klassifizierung nach ISO 16890 beschreibt, wie gut ein Filter definierte Partikelfraktionen aus Luft abscheidet, und ist auf Raumluft- und Lüftungsfilter gemünzt, nicht auf Fettabscheidung in der Küche. Wenn dir das System hinter solchen Angaben fehlt, findest du es unter Filterklassen nach ISO 16890. Für die Auswahl deines Fettfilters spielt es keine Rolle.

    Metall: reinigen, aber richtig

    Metallfettfilter sind für die Spülmaschine gedacht, und die Hersteller schränken das an zwei Stellen ein. Bosch und Siemens schreiben in ihren Anleitungen: „Reinigen Sie stark verschmutzte Metallfettfilter nicht zusammen mit Geschirr.“ Der Grund liegt auf der Hand – das gelöste Fett verteilt sich sonst auf allem, was mit im Korb steht. AEG ergänzt eine Programmempfehlung: Spülmaschine „bei niedriger Temperatur und im Kurzspülgang“.

    Der zweite Punkt ist die Verfärbung. Bosch und Siemens formulieren vorsichtig: „Bei der Reinigung in der Geschirrspülmaschine können leichte Verfärbungen auftreten.“ AEG wird deutlicher und nennt gleich die Konsequenz: „Eine Verfärbung kann nicht rückgängig gemacht werden.“ Die Funktion des Filters bleibt nach Herstellerangabe erhalten, die Verfärbung ist ausdrücklich keine Garantieleistung. Wer sie vermeiden will, bekommt von AEG auch die Alternative genannt: Handwäsche in heißer Spüllauge mit einer Bürste.

    Was die Verfärbung chemisch verursacht, lassen die Gerätehersteller offen. Ein Reinigungsmittelhersteller beschreibt einen Oxidationsvorgang – das ist keine Aussage deines Haubenherstellers, und sie benennt keinen bestimmten Inhaltsstoff als Ursache. Wer dir sagt, ein bestimmter Reinigertyp sei schuld, geht über die Quellenlage hinaus.

    Kriterium Metallfettfilter Vliesfettfilter
    Umgang reinigen und wieder einsetzen ersetzen
    Belegtes Intervall Bosch: mindestens alle 2 Monate; AEG: nach etwa 40 Betriebsstunden keine belegte Herstellerangabe
    Reinigungsart Spülmaschine niedrige Temperatur, Kurzspülgang (AEG) oder Handwäsche mit Bürste entfällt
    Optische Alterung Verfärbung möglich und laut AEG nicht umkehrbar sichtbare Durchfärbung als einziger Anhaltspunkt
    Sättigungsanzeige bei vielen Hauben vorhanden, zeitbasiert keine belegte Angabe

    Der Grund, warum das Intervall keine Schönheitsfrage ist

    Es gibt zwei unabhängige Warnungen zur Brandgefahr, und beide stammen nicht von Geräteherstellern, sondern aus dem Umfeld von Prüfung und Versicherung. Der TÜV-Verband warnt: „Brennt die Flamme besonders hoch, besteht die zusätzliche Gefahr, dass altes Fett im Fettfilter der Dunstabzugshaube ebenfalls in Brand gerät und in kürzester Zeit die gesamte Küche brennt.“ Der Versicherer R+V formuliert es kürzer: „Fettgetränkte Filter können sich in Sekundenschnelle entzünden.“

    Beide Stellen sind Verbände beziehungsweise ein Versicherer, keine Norm und kein Gerätehersteller. Sie sagen auch nicht, ab welchem Sättigungsgrad das passiert – eine solche Schwelle liegt uns nicht vor. Was sie liefern, ist der Grund, warum die Verbraucherzentrale das Reinigen des Fettfilters ausdrücklich als wichtig bezeichnet: „gesättigte Filter und Fettablagerungen die Brandgefahr erhöhen“.

    Für den Ernstfall nennt R+V auch das Vorgehen: „Fettbrand unbedingt ersticken, zum Beispiel mit einem Topfdeckel.“ Und niemals mit Wasser löschen. Das ist der einzige Satz in diesem Artikel, den du dir merken solltest, bevor du irgendetwas über Filtermaterialien weißt.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Reinigungsangaben für Metallfettfilter stammen aus Herstellerunterlagen: Bosch mit „mindestens alle 2 Monate“, AEG mit „etwa 40 Betriebsstunden“ und der Programmempfehlung, Bosch und Siemens mit dem Hinweis, stark verschmutzte Filter nicht mit Geschirr zu spülen. Auch die Verfärbungsaussage von AEG ist ein Herstellersatz, inklusive der Einordnung, dass sie keine Garantieleistung darstellt.

    Schwächer belegt. Die Brandwarnungen stammen vom TÜV-Verband und von einem Versicherer. Das sind ernstzunehmende Stellen, aber weder Norm noch Herstellerangabe, und sie enthalten keine Zahlen. Der Hinweis der Verbraucherzentrale zum regelmäßigen Reinigen gehört in dieselbe Kategorie: eine Verbraucherschutzempfehlung, keine Frist. Die Erklärung der Verfärbung über Oxidation stammt von einem Reinigungsmittelhersteller.

    Nicht belegt. Zu Vliesfettfiltern liegt uns von keinem Gerätehersteller eine Angabe zum Wechselintervall oder zu einem Sättigungsindikator vor. Was man dazu im Netz findet, ist Händlerwerbung. Ebenso wenig konnten wir belegen, dass ein bestimmter Reinigertyp die Verfärbung verursacht – kein Gerätehersteller führt sie ausdrücklich auf die Zusammensetzung des Spülmittels zurück. Und es gibt keine Zahl dazu, wie stark die Abscheidung nachlässt, wenn man einen Metallfilter zu selten reinigt.

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    Für alle, die eine Haube mit Vlieseinlage betreiben und den Zuschnitt lieber selbst machen, statt auf ein fertiges Format festgelegt zu sein. Prüfe vor dem Kauf, ob die angebotene Breite dein Filterfach abdeckt und ob eine Sättigungsanzeige aufgedruckt ist – ohne sie bleibt nur die eigene Sichtkontrolle, und eine Herstellerfrist für dieses Material gibt es nicht.

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    Was das für dich heißt

    Finde heraus, was bei dir verbaut ist. Nimm das Filterelement heraus – bei den meisten Hauben über einen Schnappverschluss an der Unterseite. Ein Rahmen mit mehreren Lagen Gitter ist ein Metallfettfilter, eine weiße, weiche Matte ist Vlies. Manche Geräte haben beides.

    Setz dir eine Frist, die zu deinem Kochverhalten passt. Zwei Monate nach Bosch oder 40 Betriebsstunden nach AEG – nimm, was zuerst kommt. Wenn deine Haube eine Filteranzeige hat, ist sie ein brauchbarer Anstoß, aber kein Messwert für den tatsächlichen Zustand. Was solche Anzeigen wirklich zählen, ordnet der Beitrag zur Filterwechselanzeige ein.

    Entscheide bewusst zwischen Maschine und Hand. Die Maschine ist bequem und laut AEG mit niedriger Temperatur und Kurzspülgang vorgesehen, kann aber zu einer Verfärbung führen, die nach Herstellerangabe bleibt. Die Handwäsche in heißer Spüllauge mit einer Bürste ist die von AEG genannte Variante, wenn dir die Optik wichtig ist. Beides sind Herstelleroptionen; die Wahl ist deine. Der grundsätzliche Abwägungsrahmen zwischen Reinigen und Ersetzen steht unter Filter waschen oder wechseln.

    Verwechsle den Fettfilter nicht mit dem Geruchsfilter. Der Aktivkohlefilter dahinter wird bei vielen Modellen ersetzt, bei manchen im Backofen aufbereitet – mit Temperaturen und Zeiten, die je nach Hersteller stark abweichen. Ein Fettfilter aus Metall gehört nicht in diese Prozedur. Welche Angaben dazu vorliegen, steht unter Filter regenerieren im Backofen. Und wenn du wissen willst, welches Material im Haushalt wofür gebaut ist, hilft der Vergleich der Filtermaterialien.

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    Für alle, die ihren Metallfettfilter von Hand reinigen wollen, weil ihnen die Verfärbung aus der Spülmaschine zu weit geht. Prüfe vor dem Kauf, ob das Mittel für Aluminium freigegeben ist und ob dein Haubenhersteller die Handreinigung überhaupt beschreibt – AEG nennt dafür heiße Spüllauge und eine Bürste, andere Hersteller machen dazu keine Angabe.

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    Häufige Fragen

    Wie oft muss ich den Metallfettfilter wirklich reinigen?

    Es gibt zwei belegte Herstellerangaben, die unterschiedlich messen. Bosch gibt in der Anleitung an, den Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen. AEG schreibt, nach etwa 40 Betriebsstunden zu reinigen. Eine gemeinsame Grundlage gibt es nicht, weil die eine Angabe den Kalender und die andere die Nutzung zugrunde legt. Für deinen Haushalt ist der Wert maßgeblich, der zuerst erreicht wird – und im Zweifel die Angabe in der Anleitung deines eigenen Geräts.

    Mein Filter ist nach der Spülmaschine dunkel geworden. Ist er kaputt?

    Nach der Aussage von AEG nicht: Die Funktion bleibt erhalten, aber die Verfärbung lässt sich nicht rückgängig machen, und sie gilt ausdrücklich nicht als Garantieleistung. Bosch und Siemens weisen ebenfalls darauf hin, dass in der Maschine leichte Verfärbungen auftreten können. Wer das vermeiden will, nutzt die von AEG genannte Handwäsche in heißer Spüllauge mit einer Bürste.

    Kann ich einen Vliesfettfilter waschen und wiederverwenden?

    Dazu liegt uns keine Herstellerangabe vor – weder eine Erlaubnis noch ein Verbot. Vlies ist als Verbrauchsmaterial ausgelegt, und da wir zu diesem Material weder ein Wechselintervall noch eine Reinigungsanweisung eines Geräteherstellers gefunden haben, können wir die Frage nicht belastbar beantworten. Belegt ist nur, was für Metallfilter gilt.

    Was ist der Unterschied zwischen Fettfilter und Aktivkohlefilter?

    Der Fettfilter hält Fetttröpfchen mechanisch zurück, der Aktivkohlefilter bindet Geruchsmoleküle durch Adsorption. Der Fettfilter sitzt immer vorne, weil Fett und Staub von Aktivkohle nicht adsorbiert werden, sondern ihre Poren verkleben. Bei Abluftbetrieb brauchst du überhaupt keine Aktivkohle, bei Umluftbetrieb schon – die Verbraucherzentrale empfiehlt dort einen Wechsel zwei- bis dreimal im Jahr beziehungsweise nach Herstellerangaben.

    Fazit

    Beim Metallfettfilter ist die Datenlage brauchbar: Bosch nennt zwei Monate, AEG 40 Betriebsstunden, und beide Hersteller sagen dir auch, wie du reinigen sollst und was du dabei optisch riskierst. Beim Vliesfettfilter endet die Herstellerdokumentation, bevor sie anfängt.

    Wichtiger als die Wahl des Materials ist deshalb, dass du überhaupt ein Intervall hast. Der TÜV-Verband und ein Versicherer warnen unabhängig voneinander vor fettgetränkten Filtern – das ist der Grund, warum diese Frist keine Frage der Sauberkeit ist.

    Das könnte dich auch interessieren

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  • Wasserfilter und NSF-Zertifikate: 42, 53, 401 und 372 erklärt

    Auf der Packung deines Kühlschrank-Wasserfilters stehen Zahlen: NSF/ANSI 42, vielleicht 53, manchmal 401 oder 372. Daneben ein Siegel und irgendwo das Wort „certified“. Was davon eine geprüfte Aussage ist und was nur nach Prüfung aussieht, steht dort nicht. Dieser Artikel trennt die vier Nummern sauber voneinander, erklärt den Unterschied zwischen „certified by NSF“ und „certified to an NSF/ANSI standard“ – und sagt dir, welchen rechtlichen Wert das Ganze in Deutschland überhaupt hat.

    Das Wichtigste in Kürze

    • NSF/ANSI 42 prüft ästhetische Effekte wie Chlor, Geschmack und Geruch. 53 prüft gesundheitsbezogene Stoffe, 401 sogenannte emerging compounds, 372 den Bleigehalt im Material des Filters selbst.
    • Zertifiziert wird nie pauschal, sondern immer für die konkret geprüften Einzelstoffe – NSF nennt sie „claims“. Sie stehen auf dem Performance Data Sheet.
    • NSF unterscheidet ausdrücklich zwischen „Your product is certified by NSF“ und „Your product was certified to an NSF/ANSI standard by another certification body“. Beides kann stimmen, es ist aber nicht dasselbe.
    • Die US-Umweltbehörde EPA nennt einen Pflichtwortlaut für die Packung – wer davon abweicht, sagt weniger, als es klingt.
    • In Deutschland ist eine NSF-Zertifizierung nicht vorgeschrieben. Maßgeblich sind hier die Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes.

    Die kurze Antwort

    Eine NSF/ANSI-Nummer auf der Packung sagt dir, nach welchem Prüfprogramm ein Filter untersucht wurde – nicht, dass er „sauberes Wasser macht“. Die vier Nummern, die dir im Haushalt begegnen, prüfen vier verschiedene Dinge: 42 die ästhetischen Eigenschaften, 53 gesundheitsbezogene Verunreinigungen, 401 Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände, 372 den Bleigehalt der wasserberührten Materialien. Ein Filter mit „NSF/ANSI 42″ allein ist gegen Chlorgeschmack geprüft und gegen sonst nichts.

    Der zweite wichtige Punkt: Zertifiziert wird immer für konkret benannte Einzelstoffe. NSF nennt sie „claims“, und sie stehen im Performance Data Sheet, das dem Produkt beiliegen soll. Steht „Blei“ nicht in dieser Liste, ist der Filter für Blei auch dann nicht geprüft, wenn NSF/ANSI 53 auf der Schachtel steht – die Nummer benennt das Prüfprogramm, nicht den Prüfumfang.

    Und der Punkt, der in Deutschland alles relativiert: Eine NSF-Zertifizierung ist hier nicht vorgeschrieben. Sie ist ein zusätzliches Siegel und ersetzt nicht die europäische Materialkonformität, die für Werkstoffe in Trinkwasserkontakt gilt. Ein Filter ohne NSF-Nummer ist deshalb nicht automatisch schlechter, und einer mit NSF-Nummer erfüllt nicht automatisch die hiesigen Anforderungen.

    Wie es wirklich funktioniert

    Die vier Nummern, sauber getrennt

    Standard Was geprüft wird Worauf es sich nicht bezieht
    NSF/ANSI 42 – Aesthetic Effects Reduktion ästhetischer Verunreinigungen, laut NSF „such as chlorine and taste/odor“ Gesundheitsbezogene Stoffe
    NSF/ANSI 53 – Health Effects „to reduce specific health-related contaminants in public or private water supplies“; abgedeckt u. a. Blei, VOC, Asbest, Cryptosporidium, PFOA/PFOS Alles, was nicht als Einzel-Claim geprüft wurde
    NSF/ANSI 401 – Emerging Compounds 15 gelistete Substanzen aus dem Bereich Arzneimittel, Körperpflege und hormonell wirksame Stoffe, geprüft im ng/l-Bereich Substanzen außerhalb dieser Liste
    NSF/ANSI 372 – Lead Free Bleigehalt im Material: 0,2 % für Lot und Flussmittel, gewichteter Durchschnitt 0,25 % für benetzte Oberflächen Blei im Wasser – das ist ein Thema von 53

    Die Verwechslung, die am häufigsten passiert, betrifft 53 und 372. NSF/ANSI 372 sagt nichts darüber, wie viel Blei der Filter aus dem Wasser holt. Es begrenzt, wie viel Blei in den Bauteilen stecken darf, die das Wasser berührt – der Standard beschreibt ausdrücklich „a limit on the amount of lead that may be contained within the water contact materials“. Ein Filter kann also 372 erfüllen und trotzdem keinen einzigen Blei-Claim nach 53 tragen.

    Eine Grenze zieht NSF/ANSI 42 selbst, und sie ist deutlicher formuliert, als viele Produktseiten sie wiedergeben. Der Normtext geht davon aus, dass das Ausgangswasser bereits „considered to be microbiologically safe and of known quality“ ist, und stellt klar: „Filter systems covered by this Standard are not intended to be used with drinking water that is microbiologically unsafe.“ Diese Filter sind kein Ersatz für Trinkwasserqualität, sie setzen sie voraus.

    „certified by“ gegen „certified to“ – der Unterschied, der Geld kostet

    NSF ist zweierlei zugleich: Herausgeber der Standards und selbst ein Zertifizierer. Daraus entsteht eine Formulierungsfalle, auf die NSF selbst hinweist. Der eine Satz lautet „Your product is certified by NSF“ – NSF hat geprüft. Der andere lautet „Your product was certified to an NSF/ANSI standard by another certification body“ – geprüft hat jemand anderes, nach demselben Standard.

    Beides ist eine echte Zertifizierung. Aber nur im ersten Fall steht NSF hinter dem Ergebnis, und nur im ersten Fall darf das NSF-Zeichen aufs Produkt. Wenn auf einer Packung „NSF/ANSI 53″ steht, ohne dass ein Zertifizierer genannt wird, ist die Aussage schwächer: Sie kann bedeuten, dass nach dem Standard geprüft wurde, sie kann aber auch nur heißen, dass sich jemand am Standard orientiert hat.

    Die US-Umweltbehörde EPA hat deshalb einen Pflichtwortlaut für die Verpackung: „Tested and Certified by (certification body) against NSF/ANSI Standards 42 and 53 for the claims specified on the Performance Data Sheet.“ Drei Bestandteile sind darin fest verdrahtet – der Name des Zertifizierers, die Standardnummern und der Verweis auf die Claim-Liste. Fehlt einer davon, fehlt eine Information, die vorgesehen war.

    Zertifizierer mit eigenem Zeichen sind nach EPA-Angabe NSF, IAPMO R&T, WQA, UL Solutions und die CSA Group – alle fünf mit öffentlicher Online-Datenbank. NSF weist außerdem darauf hin, dass eine Zertifizierung kein einmaliger Vorgang ist, sondern regelmäßige Betriebsprüfungen vor Ort und wiederkehrende Produkttests einschließt.

    Was in Deutschland gilt

    Hier greift ein anderes System. Das Umweltbundesamt gibt Bewertungsgrundlagen heraus – für Kunststoffe die KTW-BWGL, dazu eigene Grundlagen für Metalle sowie für Email und Keramik. Sie enthalten nach Darstellung der Behörde „Prüfvorschriften mit Prüfparametern, Prüfkriterien und methodischen Vorgaben zur Bewertung der hygienischen Eignung“. Materialien, die als Aufbereitungsstoffe oder Filtermedien verwendet werden, sind dabei gesondert geregelt.

    Der DVGW hält fest: „Diese Bewertungsgrundlagen sind laut Trinkwasserverordnung zwei Jahre nach Veröffentlichung verbindlich einzuhalten.“ Das Umweltbundesamt verlangt zusätzlich eine „Zertifizierung durch einen für die Zertifizierung von Produkten in der Trinkwasserversorgung akkreditierten Zertifizierer“. Ab dem 31.12.2026 sollen europäische Anforderungen gelten. Ergänzend gibt es DVGW W 270 – laut einer Prüfstelle eine rund dreimonatige Prüfung des mikrobiellen Wachstums auf organischen Werkstoffen.

    Das Ergebnis in einem Satz: Eine NSF-Zertifizierung ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Sie ist ein zusätzliches Siegel und ersetzt die europäische Materialkonformität nicht.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Zweck und Abgrenzung der vier Standards stammen aus den Normtexten selbst beziehungsweise von NSF als Herausgeber. Der EPA-Pflichtwortlaut und die Liste der Zertifizierer stammen von der US-Umweltbehörde. Die deutschen Anforderungen stammen vom Umweltbundesamt und vom DVGW. Das sind durchweg Behörden- und Normgeberquellen.

    Einordnung mit zwei Stimmen. Die Verbraucherzentrale kommt zu Tischwasserfiltern zum Gesamturteil „überflüssig bis schädlich“ und schreibt: „Trinkwasserfilter sollten nicht verwendet werden, um Blei herauszufiltern.“ Sie unterscheidet dabei nicht nach Zertifizierung – NSF/ANSI 53 kennt sehr wohl einen eigenen Blei-Claim. Beides gehört nebeneinander: Ein geprüfter Blei-Claim existiert, und eine Verbraucherschutzorganisation rät trotzdem davon ab, den Filter als Bleischutz einzusetzen. Der VerbraucherService Bayern merkt an, die Entkalkungswirkung lasse „schon nach wenigen Litern, vor allem bei stark kalkhaltigem Wasser, nach“.

    Nicht belegt. Wir haben keine Herstellerangabe gefunden, die vor Verkeimung warnt, wenn man das Wechselintervall überzieht – die einzige Aussage dieser Art stammt von der Verbraucherzentrale. Zum Betrieb ohne Filter liegt uns genau ein Herstellersatz vor: LG beschreibt für den Bypass-Stopfen ABN73019101, dass er Wasser zu Spender und Eisbereiter fließen lässt, wenn kein Filter eingesetzt ist. Das ist eine Funktionsbeschreibung. Ob ein Hersteller den Dauerbetrieb ohne Filter empfiehlt, ist damit nicht gesagt. Für Samsung und Bosch/Siemens existieren vergleichbare Ersatzteile ohne zitierbaren Herstellertext.

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    Für alle, die einen Side-by-Side-Kühlschrank mit Wasserspender betreiben und den Patronentausch turnusmäßig erledigen. Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob die Teilenummer exakt zu deinem Gerät gehört, und ob in der Beschreibung ein Zertifizierer mit Standardnummer genannt wird oder nur der Standard allein – das ist der Unterschied zwischen einer geprüften und einer angelehnten Angabe.

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    Was das für dich heißt

    Lies die Nummer, nicht das Siegel. Frag dich zuerst, was du eigentlich loswerden willst. Geht es um Chlorgeschmack, reicht ein Filter mit NSF/ANSI 42. Geht es um einen gesundheitsbezogenen Stoff, brauchst du 53 – und zwar mit genau diesem Stoff in der Claim-Liste. Geht es um Arzneimittelspuren, ist 401 das passende Programm, begrenzt auf 15 gelistete Substanzen. 372 ist keine Leistungsangabe, sondern eine Materialaussage.

    Such das Performance Data Sheet. Es ist das einzige Dokument, das die geprüften Einzelstoffe nennt. Findest du es weder in der Packung noch auf der Herstellerseite, hast du keine Möglichkeit, die Nummer auf der Schachtel mit Inhalt zu füllen. Der Weg über die öffentliche Datenbank des genannten Zertifizierers ist dann die Alternative.

    Achte auf den vollständigen Satz. Steht auf der Packung „Tested and Certified by …“ mit Nennung des Zertifizierers, der Standardnummern und des Verweises aufs Datenblatt, ist die Angabe so formuliert, wie die EPA es vorsieht. Steht dort nur eine Nummer, fehlt die Zurechnung. Und „NSF-ähnlich“ oder „nach NSF-Standard gefertigt“ ist gar keine Zertifizierungsaussage.

    Halte das Wechselintervall. Liebherr gibt in der Anleitung an, Wasserfilter spätestens alle sechs Monate und Aktivkohlefilter alle sechs Monate zu wechseln. Warum Aktivkohle sich nicht sichtbar zusetzt, sondern satt wird, erklärt der Beitrag zur Funktion von Aktivkohlefiltern. Was ein Intervall überhaupt bestimmt, ordnet Filterstandzeit ein.

    Beim Vorrat aufpassen. Ein Wasserfilterhersteller schreibt, seine Filter hätten kein Ablaufdatum und seien auch nach Jahren noch nutzbar – empfiehlt aber trotzdem, originalverpackte Filter nicht länger als drei Jahre zu lagern, weil Aktivkohle in der Adsorptionsfähigkeit langsam nachlässt. Mehr dazu unter Filter lagern. Welches Material im Filter welche Aufgabe übernimmt, zeigt der Vergleich der Filtermaterialien.

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    Für alle, die den Wasserspender ihres Kühlschranks vorübergehend ohne eingesetzte Filterpatrone betreiben müssen – etwa in der Zeit bis zur Ersatzlieferung. Prüfe vor dem Kauf, ob das Teil für deine Gerätereihe vorgesehen ist. Belegt ist nur die Funktion; eine Herstellerempfehlung, dauerhaft ohne Filter zu fahren, liegt uns nicht vor.

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    Häufige Fragen

    Ist ein Filter mit NSF/ANSI 42 besser als einer ohne Zertifikat?

    Er ist nachweislich gegen ästhetische Verunreinigungen wie Chlor und Geschmacksstoffe geprüft. Über alles andere sagt die Nummer nichts. Ein Filter ohne Nummer kann dieselbe Leistung bringen – nur hat das dann niemand nach einem definierten Programm nachgemessen. In Deutschland ist die Zertifizierung ohnehin nicht vorgeschrieben; maßgeblich sind hier die Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes.

    Warum ist NSF/ANSI 372 kein Bleifilter-Nachweis?

    Weil der Standard eine Materialgrenze setzt, keine Reduktionsleistung. Er begrenzt, wie viel Blei in den wasserberührten Bauteilen enthalten sein darf: 0,2 % für Lot und Flussmittel, im gewichteten Durchschnitt 0,25 % für benetzte Oberflächen. Ob ein Filter Blei aus dem Wasser holt, wird unter NSF/ANSI 53 als eigener Claim geprüft – und nur, wenn dieser Claim ausdrücklich gelistet ist.

    Kann ich einen NSF-zertifizierten Filter bei belastetem Brunnenwasser einsetzen?

    Der Normtext von NSF/ANSI 42 sagt dazu ausdrücklich Nein: Diese Systeme sind nicht für Trinkwasser gedacht, das mikrobiologisch unsicher ist. Sie setzen Wasser bekannter Qualität voraus. Wer sein Wasser nicht kennt, braucht zuerst eine Analyse, nicht eine Patrone.

    Wie prüfe ich, ob eine Zertifizierungsangabe echt ist?

    Über die Datenbank des genannten Zertifizierers. NSF, IAPMO R&T, WQA, UL Solutions und die CSA Group führen laut EPA jeweils eine öffentliche Online-Datenbank. Steht auf der Packung kein Zertifizierer, fehlt dir der Ansatzpunkt für die Suche.

    Fazit

    Die vier Nummern sind kein Qualitätsranking, sondern vier verschiedene Fragen: Geschmack, Gesundheit, Spurenstoffe, Material. Wer sie auseinanderhält und im Performance Data Sheet nachsieht, welche Einzelstoffe tatsächlich geprüft wurden, kauft informiert.

    Für Deutschland gilt zusätzlich: Vorgeschrieben ist das alles hier nicht. Eine NSF-Zertifizierung ist ein zusätzliches Siegel – sie ersetzt die europäische Materialkonformität nicht, und ihr Fehlen ist kein Mangel.

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  • Filtermaterialien im Vergleich

    Auf der einen Packung steht „Synthetikvlies“, auf der anderen „Glasfaser“, auf der dritten gar nichts außer einer Klassenangabe. Und in der Dunstabzugshaube liegt ein Metallgitter, das mit beidem nichts zu tun hat. Die Frage dahinter ist immer dieselbe: Macht das Material einen Unterschied, oder ist es nur ein Wort auf dem Karton? Dieser Artikel sortiert die fünf Materialien, die dir im Haushalt begegnen – und sagt bei jedem dazu, wie gut die Quellenlage ist.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Faserförmige Materialien – Vlies, Synthetik, Glasfaser – werden nicht über das Material bewertet, sondern über die Filterklasse. Die Norm fragt nach der Leistung, nicht nach dem Rohstoff.
    • Aktivkohle hat keine Filterklasse. Sie arbeitet über Adsorption gegen Moleküle, nicht gegen Partikel. Ein Nachschlagewerk nennt 10 bis etwa 20 Gewichtsprozent Anreicherung bis zum Durchbruch.
    • Metallgewebe ist das einzige Material mit belegten Reinigungsfristen: Bosch nennt mindestens alle zwei Monate, AEG etwa 40 Betriebsstunden.
    • ISO 16890 bewertet Faserfilter im konditionierten, also entladenen Zustand – ausdrücklich, um Manipulationen durch elektrostatische Aufladung zu verhindern.
    • Zur Frage, welches Fasermaterial besser abscheidet, liegt uns keine belastbare Quelle vor. Das ist die größte Lücke dieses Themas.

    Die kurze Antwort

    Bei Luftfiltern ist die Materialangabe nicht die entscheidende Information. Entscheidend ist die Klassenangabe. Die geltende Norm ISO 16890 bewertet, welchen Anteil einer Partikelfraktion ein Filter zurückhält, und stuft ihn danach in ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 oder ISO ePM1 ein. Woraus das Medium besteht, spielt in dieser Bewertung keine Rolle. Zwei Filter aus unterschiedlichen Fasern mit derselben Klassenangabe sind im Sinn der Norm gleichwertig. Wie die Einstufung zustande kommt, steht unter Filterklassen nach ISO 16890.

    Wirklich unterscheiden musst du drei Dinge, und die haben tatsächlich mit dem Material zu tun. Erstens: Arbeitet der Filter gegen Partikel oder gegen Moleküle? Faserfilter tun das Erste, Aktivkohle das Zweite. Zweitens: Ist das Bauteil zum Reinigen gedacht oder zum Ersetzen? Metallgewebe ist zum Reinigen gebaut, ein Faserfilter in aller Regel nicht. Drittens: Wie sichtbar ist der Verschleiß? Ein Faserfilter wird grau, ein Metallfilter fettig – und Aktivkohle sieht am letzten Tag aus wie am ersten.

    Alles darüber hinaus – etwa die Frage, ob Glasfaser bei gleicher Klasse langlebiger ist als Synthetik – konnten wir mit den vorliegenden Quellen nicht beantworten. Wir schreiben es hier hin, statt es zu behaupten.

    Wie es wirklich funktioniert

    Faserfilter: die Klasse zählt, nicht der Rohstoff

    Ein Faserfilter ist ein Gewirr aus dünnen Fäden, an denen Partikel hängen bleiben – durch Aufprall, durch Berührung oder weil sie klein genug sind, um durch Zufallsbewegung an eine Faser zu stoßen. Vlies, Synthetikmedien und Glasfaser sind alle Varianten dieses Prinzips, mit unterschiedlicher Faserdicke und Packungsdichte.

    Wie gut das funktioniert, misst ISO 16890 seit Dezember 2016 über zwölf Partikelgrößen zwischen 0,3 und 10 µm – so beschreibt es der Filterhersteller MANN+HUMMEL im Vergleich zur Vorgängernorm. Die alte EN 779 maß laut Zehnder nur bei einer einzigen Partikelgröße von 0,4 µm. Die Klassenzuordnung folgt einem einfachen Prinzip, das ein Fachportal so wiedergibt: Die Filtergruppe ergibt sich aus der kleinsten Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 % ausgefiltert wird. Effizienzen werden dabei auf 5-%-Schritte abgerundet – Camfil rechnet als Beispiel 63 % PM1, 70 % PM2,5 und 91 % PM10 zur Einstufung ePM1 60 %.

    Ein Detail dieser Prüfung ist für die Materialfrage der interessanteste Punkt überhaupt: Die 50-%-Schwelle gilt im konditionierten, also entladenen Zustand. Ein Fachportal nennt den Grund ausdrücklich – so sollen „Manipulationen durch elektrostatische Aufladung“ verhindert werden. Ein Filtermedium kann also im Neuzustand besser abscheiden, als seine Klasse verspricht, und diesen Vorsprung im Betrieb verlieren. Welches Material sich wie stark auflädt, sagt die vorliegende Quelle nicht.

    Hochabscheidende Faserfilter laufen unter einem eigenen Normenwerk. Dort erreichen H13 einen integralen Abscheidegrad von mindestens 99,95 %, H14 mindestens 99,995 %; die Klassen E10 bis E12 darunter sind EPA, nicht HEPA. Das Umweltbundesamt schreibt zu mobilen Luftreinigern: „Mobile Filtergeräte sollten möglichst mit hocheffizienten Gewebefiltern (Filterklassen H 13 oder H 14) ausgestattet sein.“ Die Einzelheiten stehen unter HEPA-Filter erklärt.

    Aktivkohle: das Material ohne Klasse

    Aktivkohle filtert nicht, sie adsorbiert. Gelöste und gasförmige Stoffe lagern sich an der großen inneren Oberfläche an – nach der vorliegenden Quelle unter anderem Geruchs- und Geschmacksstoffe, Halogenkohlenwasserstoffe, Pestizide und Chlor. Fett und Staub gehören ausdrücklich nicht dazu; sie verkleben die Poren. Deshalb sitzt im Dunstabzug immer ein Fettfilter davor.

    Aus diesem Prinzip folgt, dass Aktivkohle keine Filterklasse trägt. Es gibt nichts, was die Norm messen könnte, denn sie bewertet Partikelabscheidung. Steht auf einem Kombiprodukt eine Klassenangabe, gehört sie zur Faserstufe. Die Kapazitätsgrenze beschreibt dieselbe Quelle mit Anreicherungen von 10 bis etwa 20 Gewichtsprozent, bevor es zum Durchbruch kommt – eine Materialangabe, kein Gerätewert. Mehr dazu im Beitrag zur Funktion von Aktivkohlefiltern.

    Metallgewebe und Fettvlies: dasselbe Ziel, zwei Konzepte

    In der Küche geht es nicht um Feinstaub, sondern um Fetttröpfchen. Metallgewebe ist dafür als dauerhaftes, reinigbares Bauteil ausgelegt, und hier ist die Herstellerlage ungewöhnlich gut: Bosch gibt an, den Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen, AEG nennt „etwa 40 Betriebsstunden“ und empfiehlt für die Spülmaschine niedrige Temperatur im Kurzspülgang. AEG hält außerdem fest, dass eine Verfärbung nicht rückgängig gemacht werden kann, die Funktion aber erhalten bleibt.

    Fettvlies ist dagegen ein Verbrauchsmaterial – und dort endet die Dokumentation. Wir haben von keinem Gerätehersteller eine Angabe zu Wechselintervall oder Sättigungsindikator gefunden. Der Vergleich der beiden steht im Detail unter Fettfilter aus Metall und Vlies.

    Material Wirkt gegen Belegte Angabe
    Vlies, Synthetik, Glasfaser Partikel Bewertung über ISO 16890 im entladenen Zustand; kein Materialvorzug belegt
    Glasfaser in Hochleistungsstufen feinste Partikel H13 ≥ 99,95 %, H14 ≥ 99,995 %; UBA nennt für mobile Geräte H13/H14
    Aktivkohle Moleküle, Gerüche 10 bis etwa 20 Gewichtsprozent bis zum Durchbruch; keine Filterklasse
    Metallgewebe Fetttröpfchen Bosch: mindestens alle 2 Monate; AEG: etwa 40 Betriebsstunden
    Fettvlies Fetttröpfchen keine Herstellerangabe gefunden

    Was jedes Material kostet: Druck

    Jedes Medium setzt der Luft Widerstand entgegen, und dieser Widerstand wird in Pascal gemessen. Die BG ETEM definiert die Anfangsdruckdifferenz als Wert im Neuzustand und die Enddruckdifferenz als „vom Hersteller angegebene maximale zulässige Druckdifferenz, bei der der Filter spätestens getauscht werden soll“. Für Grobstaubfilter nennt sie 30 bis 50 Pa am Anfang und 200 bis 300 Pa am Ende, für Feinstaubfilter 50 bis 150 Pa und 300 bis 500 Pa.

    Dazu kommt ein Effekt, den die BG ETEM in einem Satz zusammenfasst: „Durch die Befrachtung des Filters steigen der Differenzdruck des Filters und der Wirkungsgrad.“ Ein zugesetzter Filter filtert also besser – und kostet mehr Druck. Deshalb ist der Materialstreit im Alltag zweitrangig gegenüber der Frage, wann getauscht wird.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Das Bewertungssystem für Faserfilter stammt aus Norm- und Verbandsquellen sowie von Filterherstellern: die zwölf Partikelgrößen bei MANN+HUMMEL, die einzelne Partikelgröße 0,4 µm der alten EN 779 bei Zehnder, das Rechenbeispiel bei Camfil. Die Reinigungsfristen für Metallgewebe stammen aus den Anleitungen von Bosch und AEG. Die Druckwerte stammen von der BG ETEM, die Empfehlung H13/H14 für mobile Luftreiniger vom Umweltbundesamt.

    Schwächer belegt. Das Zuordnungsprinzip der ISO-Gruppen und der Hinweis auf die Konditionierung gegen elektrostatische Aufladung stammen von einem Fachportal. Die Beschreibung der Adsorption und die Spanne von 10 bis 20 Gewichtsprozent stammen aus einem Nachschlagewerk. Beides ist fachlich unstrittig, aber keine Hersteller- oder Normzusage.

    Nicht belegt – und das ist der Kern dieses Artikels. Zu der Frage, ob Glasfaser oder Synthetik bei gleicher Klassenangabe die bessere Wahl ist, liegt uns keine verwertbare Quelle vor: keine Standzeitangabe, kein Vergleichswert, keine Herstelleraussage. Ebenso wenig konnten wir belegen, um wie viel der Abscheidegrad sinkt, wenn ein waschbarer Filter gewaschen wird – dazu existiert kein Prozentwert. Und es gibt keine Zahl dafür, wie viel Mehrverbrauch ein zugesetzter Filter verursacht. Wer dir hier konkrete Prozentwerte nennt, hat sie nicht aus einer belastbaren Quelle.

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    Für alle, die eine Wohnraumlüftung betreiben und Ersatz für die Faserstufe suchen. Prüfe vor dem Kauf, ob die angegebene Klasse zu der Bestückung passt, die der Gerätehersteller in seinen Unterlagen vorsieht – und ob die Angabe nach alter oder neuer Norm gemacht ist. Die Materialbezeichnung im Titel sagt wenig über die Leistung.

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    Was das für dich heißt

    Stell die Materialfrage hinten an. Bei einem Luftfilter interessiert zuerst die Klassenangabe, dann das Maß, dann der Preis pro Stück über ein Jahr gerechnet. Das Material ist ein Merkmal, keine Kennzahl. Wenn eine Produktseite mit dem Material wirbt und die Klasse verschweigt, fehlt die wichtigere Angabe.

    Achte darauf, ob die Angabe alt oder neu ist. G4, M5 und F7 stammen aus der EN 779, die im Handel weiterlebt, obwohl sie zum Juli 2018 abgelöst wurde. ISO Coarse, ePM10, ePM2,5 und ePM1 sind die aktuellen Gruppen. Rechne sie nicht selbst um – eine offizielle Umrechnung gibt es nicht.

    Frag beim Material nur, was das Material entscheidet. Nämlich: reinigen oder ersetzen. Metallgewebe reinigst du. Aktivkohle ersetzt du oder regenerierst sie, wenn der Hersteller das vorsieht. Faserfilter ersetzt du in der Regel – wobei einzelne Hersteller Ausnahmen machen. IQAir gibt für Vorfilter an, sie „alle 2-3 Monate oder wenn sie sichtbar schmutzig“ sind zu waschen, warnt aber, übermäßiges oder falsches Waschen könne die Leistung verringern; der HyperHEPA-Hauptfilter ist nicht waschbar. LG formuliert allgemein: „Einige Filter dürfen nicht mit Wasser gewaschen werden.“ Die Abwägung steht unter Filter waschen oder wechseln.

    Beim Zuschnitt zählt die Klassenangabe doppelt. Es gibt Anbieter, die Meterware mit Klassenangabe führen – ein Anbieter nennt etwa G4, M5 und F7 mit ISO-Entsprechung. Ohne diese Angabe kaufst du ein Stück Vlies, über dessen Leistung nichts bekannt ist. Worauf sonst zu achten ist, steht unter Filter als Meterware.

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    Für alle, die zusätzlich zur Partikelstufe eine Geruchsstufe im Lüftungsgerät fahren wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Gerät für eine Kohlestufe überhaupt vorgesehen ist und welche Klassenangabe für die Faserlage genannt wird – die Kohle selbst trägt keine, und ein zusätzlicher Widerstand im Luftweg ist eine Entscheidung, die zum Gerät passen muss.

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    Häufige Fragen

    Ist Glasfaser besser als Synthetik?

    Wir wissen es nicht, und wir haben keine Quelle gefunden, die es belastbar beantwortet. Was wir wissen: Die Norm bewertet beide über dieselbe Prüfung und stuft sie nach Leistung ein, nicht nach Rohstoff. Zwei Filter derselben Klasse sind im Sinn der Norm gleichwertig. Wenn dir ein Anbieter einen Materialvorteil verspricht, frag nach der Klassenangabe und nach der Prüfgrundlage.

    Warum hat mein Aktivkohlefilter keine Filterklasse?

    Weil Filterklassen die Abscheidung von Partikeln beschreiben und Aktivkohle gegen Moleküle arbeitet. Es gibt schlicht nichts, was die Norm hier messen würde. Trägt ein Produkt mit Kohleanteil trotzdem eine Klassenangabe, bezieht sie sich auf die Faserlage im selben Rahmen.

    Was bedeutet es, dass Filter „entladen“ geprüft werden?

    ISO 16890 sieht eine Konditionierung des Filtermediums vor, bevor die Klassifizierung erfolgt. Ein Fachportal nennt als Grund ausdrücklich, dass Manipulationen durch elektrostatische Aufladung verhindert werden sollen. Praktisch heißt das: Die Klassenangabe beschreibt nicht den bestmöglichen Zustand eines fabrikfrischen Filters, sondern einen definierten Zustand ohne elektrostatischen Bonus.

    Hält ein dickerer Filter länger?

    Dazu liegt uns keine belegte Aussage vor. Belegt ist nur, dass der Widerstand mit der Beladung steigt und dass Hersteller eine maximal zulässige Enddruckdifferenz angeben.

    Fazit

    Für Luftfilter ist die Materialangabe die zweitwichtigste Information. Die wichtigste ist die Klasse – und zu der Frage, welches Fasermaterial bei gleicher Klasse vorn liegt, gibt es keine Quelle, die wir dir guten Gewissens weitergeben könnten.

    Wo das Material wirklich entscheidet, ist die Handhabung: Metallgewebe wird gereinigt, Aktivkohle wird satt und ersetzt, Faserfilter werden getauscht. Wer diese drei Umgangsformen auseinanderhält, macht beim Kauf nichts falsch.

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  • Pollenfilter: welche Klasse hält Pollen zurück?

    „Pollenfilter“ steht auf der Verpackung, und darunter eine Klassenangabe, die damit erst einmal nichts zu tun hat. Wenn du im Frühjahr Fenster und Lüftung anders bedienst als im Winter, willst du wissen, was so ein Filter technisch eigentlich zurückhält – und ob die Bezeichnung überhaupt etwas Definiertes bedeutet. Dieser Artikel bleibt streng bei dem, was belegt ist: bei Größenangaben, Filterklassen und Verbandsempfehlungen. Aussagen über gesundheitliche Wirkungen wirst du hier nicht finden, denn dafür haben wir keine tragfähige Grundlage.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Windbestäubte Pflanzenpollen sind laut einem Informationsdienst bis zu 60 Mikrometer groß – ein Vielfaches der Feinstaubfraktionen, um die es bei Filterklassen sonst geht.
    • Der Begriff „Pollenfilter“ ist keine Filterklasse. Er taucht aber im Fachverbandstext zur DIN 1946-6 als Alternative zu einer Klassenangabe auf.
    • Die FGK Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1 – deutlich mehr, als für Partikel dieser Größe nötig wäre.
    • Zu artspezifischen Pollengrößen – Birke, Gräser, Beifuß, Ambrosia – liegt uns keine belegte Angabe vor.
    • Dieser Artikel macht keine Aussage darüber, was ein Filter für dein Wohlbefinden bedeutet. Dazu gibt es hier keine belastbare Quelle.

    Die kurze Antwort

    Pollen sind für einen Luftfilter große Teilchen. Ein Informationsdienst zu Allergien gibt die Größe windbestäubter Pflanzenpollen mit bis zu 60 Mikrometer an. Zum Vergleich: Die Feinstaubfraktion PM10 umfasst nach Definition des Umweltbundesamtes Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser unter 10 Mikrometer. Pollen liegen also um ein Mehrfaches darüber – sie sind nicht das, was Filterklassen normalerweise fordert.

    Trotzdem findest du auf Filtern für die Wohnraumlüftung selten die Angabe „Pollenfilter“ allein, sondern eine Klassenangabe wie F7 oder ePM1. Das hat einen Grund: „Pollenfilter“ ist kein genormter Begriff mit definierter Prüfung. Es ist eine Anwendungsbezeichnung. Die Klasse dagegen ist gemessen. Der Fachverband FGK gibt die Anforderung der DIN 1946-6 so wieder, dass „Luftfilter mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter einzusetzen“ sind – die Norm selbst stellt die Anwendungsbezeichnung also gleichwertig neben eine Klasse, ohne sie zu definieren.

    Wenn du eine Empfehlung suchst, die von einem Fachverband stammt: Die FGK Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Diese Empfehlung zielt auf feine Partikel, nicht auf Pollen – wer ihr folgt, liegt bei der Pollengröße auf jeden Fall darüber. Was ein Filter für dich persönlich bedeutet, sagen wir nicht; das ist keine Frage, die wir aus Filterdaten beantworten können.

    Wie es wirklich funktioniert

    Die Größenordnungen nebeneinander

    Ohne die Zahlen im Verhältnis ergibt keine Filterangabe Sinn. Das Umweltbundesamt definiert Schwebstaub als Teilchen in der Luft, „die nicht sofort zu Boden sinken“. PM10 sind „alle Staubpartikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer … ist“; diese Fraktion wird im Allgemeinen als Feinstaub bezeichnet. PM2,5 ist eine Teilmenge davon unter 2,5 Mikrometer, der Bereich dazwischen heißt Grobfraktion. Ultrafeine Partikel liegen unter 0,1 Mikrometer.

    Größenangabe Wert Quelle
    Windbestäubte Pflanzenpollen bis zu 60 µm Informationsdienst zu Allergien
    PM10 (Feinstaub) unter 10 µm Umweltbundesamt
    PM2,5 unter 2,5 µm, Teilmenge von PM10 Umweltbundesamt
    Ultrafeine Partikel unter 0,1 µm Umweltbundesamt
    Artspezifische Pollengrößen keine belegte Angabe

    Ein Detail zur Messtechnik gehört dazu, weil es erklärt, warum diese Grenzen weicher sind, als sie aussehen: Der Messeinlass hat laut Umweltbundesamt „für einen aerodynamischen Durchmesser von 10 (PM10) bzw. 2,5 (PM2,5) Mikrometer … eine Abscheidewirksamkeit von 50 Prozent“. Die Zahl bezeichnet also einen Punkt, an dem die Hälfte durchgeht – keine scharfe Kante. Mehr dazu unter Feinstaub im Haushalt.

    Beachte außerdem: PM1 ist keine amtliche Messgröße des Umweltbundesamtes. Der Ausdruck existiert im Haushaltskontext nur als Fraktion der Filternorm ISO 16890. Wenn auf einem Filter ePM1 steht, ist das eine Filterbewertung, keine Immissionsgröße. Die Unterschiede zwischen den drei ePM-Gruppen erklärt ePM1, ePM2,5 und ePM10.

    Was die Filterklasse mit Pollen zu tun hat – und was nicht

    ISO 16890 kennt vier Gruppen: ISO Coarse für Partikel über 10 µm, für die keine Mindestvorgabe besteht, sowie ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1 mit Wirkungsgraden zwischen 50 und 95 %. Ein Fachportal beschreibt das Zuordnungsprinzip so: Die Filtergruppe ergibt sich aus der kleinsten Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 % ausgefiltert wird. Damit ist auch klar, warum kein Hersteller eine Klasse „Pollen“ ausweisen kann – die Norm sieht keine solche Fraktion vor. Die Systematik im Ganzen steht unter Filterklassen nach ISO 16890.

    Pollen mit bis zu 60 µm liegen oberhalb aller drei ePM-Fraktionen. Ein Filter, der ePM1 erreicht, wird nach der Norm zusätzlich an den gröberen Fraktionen gemessen – im Camfil-Rechenbeispiel liegen die Werte für PM2,5 und PM10 über dem für PM1. Ein feiner Filter ist also nicht schlechter bei groben Teilchen, sondern zusätzlich gut bei feinen. Auf welchen exakten Anteil ein bestimmter Filter Partikel von 60 µm zurückhält, sagt die Norm allerdings nicht: Für Teilchen dieser Größe gibt es keine eigene Bewertungsgruppe und für ISO Coarse ausdrücklich keine Mindestvorgabe.

    Die alten Bezeichnungen, die im Handel weiterleben

    Filter für Wohnungslüftungen werden häufig noch mit G4, M5 oder F7 verkauft. Das sind Klassen der EN 779, die zum Juli 2018 abgelöst wurde. Zehnder beschreibt den Unterschied so: Nach der alten Norm wurden „die Filtereigenschaften nur für die Partikelgröße 0,4 μm gemessen“. Und Zehnder hält fest: „Die neue Norm eliminiert vertraute Bezeichnungen wie beispielsweise F7 oder M5.“ Im Regal stehen sie trotzdem. Was die Buchstaben bedeuten, steht unter G4, M5 und F7.

    Der naheliegende nächste Schritt – die alte Angabe in die neue umzurechnen – ist der Punkt, an dem es unsauber wird. Der Fachverband FGK schreibt: „Eine einfache begründete Übersetzung von alten auf neue Klassen scheitert aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmethodik.“ Der VDMA formuliert dasselbe für die Praxis. Es kursieren Orientierungstabellen, in denen F7 als ePM1 ≥ 50 % erscheint – REHVA sagt dazu, solche Tabellen „können nur als grobe Orientierung dienen“. Der VDMA nennt aus Vergleichstests für F7 dagegen Werte von ePM1 40 % bis 65 %, also teilweise unterhalb dieser Marke. Zwei Verbände, zwei Antworten. Die Einordnung dazu steht unter Filterklasse umrechnen.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Feinstaubdefinitionen und die 50-Prozent-Abscheidewirksamkeit des Messeinlasses stammen vom Umweltbundesamt. Die Empfehlung „mindestens eine Filterstufe ePM1″ in der Zuluft stammt von der FGK Arbeitsgruppe Raumklimawirkung. Die Anforderung „mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter“ ist die Wiedergabe der DIN 1946-6 durch ein FGK-Merkblatt – nicht der Normwortlaut selbst, denn die Norm ist kostenpflichtig und lag uns nicht vor. Ein über den VDMA referierter Wert aus VDI 6022 Blatt 1 nennt für die letzte Filterstufe mindestens ISO ePM1 50 %.

    Schwächer belegt. Die Pollengröße von bis zu 60 Mikrometer stammt von einem Informationsdienst zu Allergien, nicht von einer Behörde und nicht aus einer Norm. Das Zuordnungsprinzip der ISO-Gruppen stammt von einem Fachportal. Die praxisübliche Bestückung „Zuluft F7, Abluft G4″ ist ebenfalls eine Fachportalaussage und kein Normzitat – belastbar im Sinn einer Herstellervorgabe ist sie nicht.

    Nicht belegt. Artspezifische Pollengrößen für Birke, Gräser, Beifuß oder Ambrosia konnten wir nicht belegen – wer solche Zahlen nennt, hat sie nicht aus einer Quelle, die wir prüfen konnten. Ebenfalls nicht belegt ist ein Zusammenhang zwischen einer Filterklasse und dem Befinden von Menschen mit Pollenallergie. Dazu machen wir bewusst keine Aussage: Das ist eine medizinische Frage, keine filtertechnische, und sie gehört in ein ärztliches Gespräch, nicht in einen Filterratgeber.

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    Für alle, die die Zuluftstufe ihrer Wohnraumlüftung ersetzen und dabei auf die feinere Filterstufe gehen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob eine Klassenangabe genannt ist und ob sie nach alter oder neuer Norm gemacht wurde – das Wort „Pollenfilter“ allein ist eine Anwendungsbezeichnung ohne definierte Prüfung. Und prüfe, ob dein Gerätehersteller diese Stufe in seinen Unterlagen vorsieht.

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    Was das für dich heißt

    Kauf nach Klasse, nicht nach Bezeichnung. „Pollenfilter“ sagt dir, wofür ein Produkt beworben wird. Die Klassenangabe sagt dir, was gemessen wurde. Fehlt die Klasse, fehlt die überprüfbare Information. Steht beides drauf, ist die Klasse die belastbarere Angabe.

    Orientiere dich an der Verbandsempfehlung, wenn dein Gerät sie zulässt. Die FGK empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Das ist der Wert, den ein Fachverband nennt – nicht mehr und nicht weniger. Entscheidend ist zusätzlich, ob dein Lüftungsgerät für diese Stufe ausgelegt ist. Ein feinerer Filter setzt dem Luftstrom mehr Widerstand entgegen; was das Gerät verträgt, steht in seinen technischen Unterlagen.

    Denk saisonal, aber wechsle nach Plan. Zehnder gibt für seine Geräte an, Filter „sollten alle sechs Monate ausgetauscht werden“, mit einer Sichtkontrolle alle drei Monate. Wenn du die Wechsel so legst, dass ein frischer Filter vor der Hauptbelastungszeit sitzt, nutzt du dieselbe Frist besser aus, ohne sie zu verkürzen. Was eine Standzeit sonst noch bestimmt, steht unter Filterstandzeit.

    Rechne alte Angaben nicht selbst um. Wenn dein Gerät mit F7 bestückt war und du eine ISO-Angabe vor dir hast, gibt es keine offizielle Entsprechung. FGK und VDMA nennen unterschiedliche Näherungen. Im Zweifel gilt die Filtervariante, die der Gerätehersteller in seinen technischen Unterlagen aufführt.

    Erwarte vom Filter nur das, was er misst. Ein Zuluftfilter behandelt die Luft, die durch das Gerät kommt. Was über ein offenes Fenster, über Kleidung oder die Wohnungstür hereinkommt, läuft an ihm vorbei. Das ist keine Schwäche des Filters, sondern eine Frage des Luftwegs.

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    Für alle, die ein zentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung betreiben und den Satz aus Zu- und Abluftfilter gemeinsam tauschen. Prüfe vor dem Kauf, ob die Baugröße zu deinem Gerät gehört und welche Klassen im Set enthalten sind – Zu- und Abluftseite werden häufig unterschiedlich bestückt, und der Hersteller nennt für sein Gerät eine eigene Filterfrist.

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    Häufige Fragen

    Gibt es eine Filterklasse speziell für Pollen?

    Nein. Die geltende Norm kennt ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1 – keine Pollenfraktion. „Pollenfilter“ ist eine Anwendungsbezeichnung. Bemerkenswert ist, dass sie trotzdem in einem Normzusammenhang auftaucht: Der Fachverband FGK gibt die Anforderung der DIN 1946-6 mit „mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter“ wieder, ohne dass der Begriff dort definiert wäre.

    Reicht ein grober Filter, weil Pollen doch so groß sind?

    Die Größenangabe legt das nahe – bis zu 60 Mikrometer liegen weit über PM10. Belegen können wir es nicht: Für die Gruppe ISO Coarse gibt es nach der Norm keine Mindestvorgabe, und für Partikel dieser Größe existiert keine eigene Bewertungsgruppe. Die einzige Empfehlung eines Fachverbands, die uns vorliegt, geht in die andere Richtung – die FGK empfiehlt in der Zuluft mindestens ePM1.

    Warum steht auf meinem Filter ePM1, obwohl PM1 keine amtliche Messgröße ist?

    Weil ePM1 eine Bewertungsgruppe der Filternorm ISO 16890 ist und keine Immissionsgröße. Das Umweltbundesamt definiert PM10, PM2,5 und ultrafeine Partikel – eine PM1-Definition führt es nicht. Die Filternorm misst also eine Fraktion, für die es im amtlichen Messwesen keine Entsprechung gibt.

    Hilft ein feinerer Filter bei meiner Allergie?

    Diese Frage können wir aus Filterdaten nicht beantworten, und wir tun es deshalb nicht. Was wir sagen können, ist rein technisch: Ein Filter der Gruppe ePM1 scheidet feine Partikel nach Norm zu mindestens 50 % ab und wird zusätzlich an den gröberen Fraktionen gemessen. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine medizinische Einschätzung und gehört in ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

    Fazit

    „Pollenfilter“ ist ein Wort, keine Prüfung. Belastbar ist nur die Klassenangabe – und die Empfehlung der FGK, in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1 einzusetzen, ist die konkreteste Aussage eines Fachverbands, die wir dazu gefunden haben.

    Wie eine Filterklasse sich auf dein Befinden auswirkt, steht in keiner der Quellen, die wir geprüft haben. Wir schreiben deshalb, was gemessen wird, und überlassen den Rest denen, die dafür zuständig sind.

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  • Feinstaub im Haushalt: PM10 und PM2,5

    In den Nachrichten heißt es Feinstaub, auf deinem Messgerät steht PM2,5, und auf der Filterverpackung steht ePM1. Drei Begriffe für dasselbe Thema, und keiner erklärt, wie sie zusammenhängen. Dieser Artikel bringt die amtlichen Definitionen des Umweltbundesamts und die Fraktionen der Filternorm nebeneinander und zeigt, was davon im Haushalt tatsächlich ankommt – und wo die Datenlage aufhört.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Umweltbundesamt definiert PM10 als Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser unter 10 Mikrometer und bezeichnet diese Fraktion allgemein als Feinstaub.
    • PM2,5 ist eine Teilmenge davon; der Bereich zwischen 2,5 und 10 Mikrometer heißt beim Umweltbundesamt Grobfraktion.
    • Der Messeinlass ist keine scharfe Grenze: Bei 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer hat er laut Umweltbundesamt eine Abscheidewirksamkeit von 50 Prozent.
    • PM1 ist keine amtliche Messgröße des Umweltbundesamts. Die Angabe ePM1 auf Filtern stammt aus der Filternorm ISO 16890, nicht aus der Immissionsmessung.
    • Wie viel Feinstaub in einer konkreten Wohnung entsteht, ist in unseren Quellen nicht beziffert. Belegt sind die Definitionen und die Filterfraktionen, nicht deine Raumluft.

    Die kurze Antwort

    Feinstaub ist kein Stoff, sondern eine Größenklasse. Das Umweltbundesamt beschreibt Schwebstaub – englisch „Particulate Matter“, kurz PM – als „Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken“. Woraus sie bestehen, spielt für die Einteilung keine Rolle. Entscheidend ist allein, wie groß sie sind, genauer: welchen aerodynamischen Durchmesser sie haben.

    Daraus ergeben sich die drei Zahlen, die dir überall begegnen. PM10 sind laut Umweltbundesamt „alle Staubpartikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer … ist“, und diese Fraktion wird „im Allgemeinen … als Feinstaub bezeichnet“. PM2,5 ist ausdrücklich „eine Teilmenge der PM10-Fraktion“ mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometer. Ultrafeine Teilchen sind kleiner als 0,1 Mikrometer. Der Bereich dazwischen, 2,5 bis 10 Mikrometer, heißt Grobfraktion.

    Für Filter gilt eine eigene Systematik. Die Norm ISO 16890 teilt Raumluftfilter in vier Gruppen ein: ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1. Die Zahlen sehen aus wie die Immissionsgrößen und sind es doch nicht ganz – vor allem, weil es beim Umweltbundesamt gar keine PM1-Definition gibt. Die kleinste Filterfraktion beschreibt also eine Partikelgröße, für die es keine amtliche deutsche Messgröße gibt. Das ist kein Fehler der Norm, aber es erklärt, warum du zu PM1 keine Grenzwerte findest, wenn du danach suchst. Was die vier Gruppen im Detail bedeuten, steht im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Wie es wirklich funktioniert

    Der aerodynamische Durchmesser – warum nicht der echte

    Das Umweltbundesamt spricht nie vom Durchmesser, sondern immer vom aerodynamischen Durchmesser. Der Grund ist praktisch: Ein Staubteilchen ist selten eine Kugel. Es ist eine Flocke, eine Faser, ein Bruchstück. Statt zu messen, wie breit es ist, beschreibt man, wie es sich in Luft verhält – wie eine gedachte Kugel bestimmter Größe. Diese Größe ist der aerodynamische Durchmesser. Für dich als Leser folgt daraus vor allem eines: Eine Faser kann deutlich länger sein als 10 Mikrometer und trotzdem in die PM10-Fraktion fallen, wenn sie dünn genug ist und entsprechend schwebt.

    Die 50 Prozent, die zweimal vorkommen

    Hier lohnt sich Genauigkeit, weil dieselbe Zahl an zwei verschiedenen Stellen steht und leicht verwechselt wird.

    Erstens beim Messen. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass der Messeinlass „für einen aerodynamischen Durchmesser von 10 (PM10) bzw. 2,5 (PM2,5) Mikrometer … eine Abscheidewirksamkeit von 50 Prozent“ hat. PM10 ist also keine Schranke, an der alles über 10 Mikrometer hängen bleibt und alles darunter durchgeht. Bei genau 10 Mikrometer wird die Hälfte erfasst, darüber immer weniger, darunter immer mehr. Die Grenze ist eine Kurve, kein Schnitt.

    Zweitens beim Einordnen von Filtern. Ein Fachportal beschreibt das Zuordnungsprinzip der ISO 16890 so: „Die Filtergruppe/-klasse ergibt sich aus der kleinsten Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 % ausgefiltert wird.“ Das ist eine ganz andere Aussage – hier geht es nicht um ein Messgerät, sondern darum, in welche Schublade ein Filter kommt. Wer beide Fünfzig-Prozent-Angaben verwechselt, hält einen ePM1-Filter für ein Gerät, das exakt die Hälfte aller Partikel abscheidet. Das tut er nicht.

    Wie eng die Fraktionen tatsächlich zusammenhängen, zeigt ein Rechenbeispiel, das der Filterhersteller Camfil veröffentlicht hat: Ein Filter erreicht 63 Prozent bei PM1, 70 Prozent bei PM2,5 und 91 Prozent bei PM10. Eingestuft wird er als ePM1 60 %, weil die Effizienzen auf 5-Prozent-Schritte abgerundet werden. Ein Filter hat also drei Werte und trägt nur einen davon auf der Verpackung. Die Aufschlüsselung findest du im Beitrag zu ePM1, ePM2,5 und ePM10.

    Was davon im Haushalt landet

    Hier wird es dünn, und das gehört so gesagt. Unsere Quellen liefern die Definitionen und die Filtersystematik. Sie liefern keine Zahlen dazu, wie hoch die Feinstaubkonzentration in einer durchschnittlichen deutschen Wohnung ist, welcher Anteil von draußen hereinkommt und welcher drinnen entsteht. Wer dir solche Werte nennt, hat eine Quelle, die wir nicht haben – frag danach.

    Belegt ist dagegen, was die Fachwelt dagegen empfiehlt. Die FGK-Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Der Fachverband FGK gibt außerdem die Anforderung aus DIN 1946-6 so wieder, dass „Luftfilter mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter einzusetzen“ sind und nach Anforderung durch die Filterüberwachung erneuert oder gereinigt werden müssen. Der Wortlaut der Norm selbst lag uns nicht vor; beide Angaben sind Wiedergaben durch den Fachverband. Für mobile Geräte schreibt das Umweltbundesamt: „Mobile Filtergeräte sollten möglichst mit hocheffizienten Gewebefiltern (Filterklassen H 13 oder H 14) ausgestattet sein.“ Was diese Klassen bedeuten und wo der Unterschied zu EPA-Filtern liegt, steht unter HEPA-Filter erklärt.

    Pollen sind kein Feinstaub

    Ein häufiges Missverständnis: Pollen und Feinstaub werden gern in einem Atemzug genannt, liegen aber in ganz verschiedenen Größenordnungen. Windbestäubte Pflanzenpollen erreichen nach Angaben eines Informationsdienstes zu Allergien bis zu 60 Mikrometer. Das ist ein Vielfaches der PM10-Obergrenze. Artspezifische Größen – für Birke, Gräser, Beifuß – konnten wir nicht belegen und nennen sie deshalb nicht. Was daraus für die Filterwahl folgt, ordnet der Beitrag Pollenfilter für Allergiker ein.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Sämtliche Definitionen in diesem Artikel – Schwebstaub, PM10, PM2,5, ultrafein, Grobfraktion und die 50-prozentige Abscheidewirksamkeit des Messeinlasses – stammen wörtlich vom Umweltbundesamt. Das ist eine Behördenquelle und die belastbarste Kategorie, die es zu diesem Thema gibt. Die Einteilung der ISO 16890 in vier Gruppen ist Normstand, das Rechenbeispiel mit den 63, 70 und 91 Prozent stammt vom Hersteller Camfil.

    Schwächer belegt. Die Formulierung des Zuordnungsprinzips („kleinste Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 % ausgefiltert wird“) stammt aus einem Fachportal, nicht aus dem Normtext. Inhaltlich deckt sie sich mit dem, was Hersteller und Verbände schreiben, eine Normzitierung ist sie nicht. Die Pollengröße von bis zu 60 Mikrometer stammt aus einem Informationsdienst zu Allergien.

    Nicht belegt. Es gibt beim Umweltbundesamt keine PM1-Definition. PM1 existiert in unseren Quellen ausschließlich als Filterfraktion nach ISO 16890. Ebenfalls nicht belegt: jede Zahl zur Feinstaubbelastung in Innenräumen, jede Quellenaufteilung nach Kochen, Kerzen oder Straßenverkehr und jede Aussage darüber, wie stark ein bestimmter Filter die Konzentration in deiner Wohnung senkt. Und weil es dazu keine Quelle gibt, gibt es hier auch keine Aussage über gesundheitliche Wirkungen – weder in die eine noch in die andere Richtung.

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    Für alle, die statt über Konzentrationen zu spekulieren lieber eine eigene Zahl vor sich haben wollen. Prüfe vor dem Kauf, welche Fraktionen das Gerät getrennt ausgibt – ein Wert allein sagt dir nicht, ob er sich auf PM10 oder PM2,5 bezieht. Und behalte im Kopf, dass ein solches Gerät nicht nach den Verfahren arbeitet, die das Umweltbundesamt für amtliche Messungen beschreibt.

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    Was das für dich heißt

    Lies die Verpackung als Größenangabe, nicht als Leistungsversprechen. Steht dort ePM1 60 %, dann bedeutet das: Von den Partikeln der PM1-Fraktion hält dieser Filter im Prüfverfahren mindestens 60 Prozent zurück, abgerundet auf 5-Prozent-Schritte. Es bedeutet nicht, dass 60 Prozent des Staubs in deinem Wohnzimmer verschwinden. Zwischen Prüfstand und Wohnung liegen Luftmenge, Dichtheit, Laufzeit und alles, was im Raum selbst entsteht.

    Ordne die Zahl der richtigen Systematik zu. PM10 und PM2,5 sind Immissionsgrößen aus der Luftreinhaltung. ePM10, ePM2,5 und ePM1 sind Filtergruppen aus der Produktnorm. Sie beziehen sich auf dieselben Partikelgrößen, beantworten aber verschiedene Fragen: Wie viel ist in der Luft – gegenüber – wie viel hält dieses Bauteil zurück. Wer die Begriffe mischt, vergleicht ein Messergebnis mit einer Produkteigenschaft.

    Erwarte keine scharfe Grenze. Weder beim Messgerät noch beim Filter gibt es einen Punkt, an dem alles Größere gestoppt und alles Kleinere durchgelassen wird. Beide Systeme arbeiten mit Anteilen. Genau deshalb steht bei Filtern immer eine Prozentzahl dabei, und genau deshalb ist ein Filter ohne Prozentangabe im Grunde keine vollständige Angabe.

    Für eine Wohnungslüftung heißt das konkret: Der Fachverband FGK empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Stufe ePM1 und gibt aus DIN 1946-6 mindestens F5 nach der alten EN 779 oder einen Pollenfilter wieder. Das sind zwei verschiedene Bezugssysteme, weil die eine Angabe aus der neuen und die andere aus der alten Norm stammt. Rechne sie nicht ineinander um – eine offizielle Umrechnung zwischen beiden Systemen gibt es nicht, und die kursierenden Tabellen widersprechen sich je nach Verband.

    Und wenn du nur wissen willst, welche Filter es überhaupt gibt: Die Übersicht der Filterarten im Haushalt sortiert Lüftung, Dunstabzug und Wasserfilter nach Aufgabe statt nach Marke.

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    Für alle, die ein mobiles Filtergerät betreiben und den Verbrauchsteil ersetzen, statt das Gerät zu tauschen. Prüfe vor dem Kauf, ob die angegebene Klasse tatsächlich zu der Empfehlung passt, die das Umweltbundesamt für mobile Filtergeräte nennt, und ob das Ersatzteil für deine Gerätereihe freigegeben ist – die Bauformen unterscheiden sich zwischen Herstellern erheblich.

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    Häufige Fragen

    Ist PM1 gefährlicher als PM10?

    Diese Frage können wir mit unseren Quellen nicht beantworten, und wir tun es deshalb nicht. Belegt ist ausschließlich die Größeneinteilung: PM2,5 ist eine Teilmenge von PM10, ultrafeine Teilchen sind kleiner als 0,1 Mikrometer, und PM1 ist beim Umweltbundesamt gar nicht als Messgröße definiert. Aussagen über gesundheitliche Wirkungen findest du bei den zuständigen Behörden, nicht auf einer Filterseite.

    Warum steht auf meinem Filter ePM1 und auf dem Messgerät PM2,5?

    Weil beide aus verschiedenen Welten kommen. Die Filterangabe folgt der Produktnorm ISO 16890 mit ihren vier Gruppen. Die Messgeräteangabe folgt den Fraktionen, die in der Luftreinhaltung üblich sind und die das Umweltbundesamt definiert. PM1 ist in dieser amtlichen Systematik nicht vorgesehen – deshalb misst dein Gerät es meist auch nicht oder gibt einen Wert aus, für den es keine amtliche Definition gibt.

    Hält ein ePM10-Filter Pollen zurück?

    Pollen liegen mit bis zu 60 Mikrometern deutlich über allen PM-Fraktionen; sie sind also groß im Vergleich zu dem, was die Filterklassen beschreiben. Der Fachverband FGK empfiehlt für die Zuluft trotzdem mindestens ePM1, und die Wiedergabe von DIN 1946-6 durch den Fachverband nennt F5 nach EN 779 oder einen Pollenfilter. Eine Aussage darüber, wie viel Pollen tatsächlich in deiner Wohnung ankommt, ist damit nicht verbunden.

    Bringt es etwas, einen Filter mit höherer Klasse einzubauen?

    Rein rechnerisch scheidet er kleinere Partikel zu einem höheren Anteil ab. Praktisch hängt es daran, ob dein Gerät für die Klasse ausgelegt ist: Feinere Filter haben eine höhere Druckdifferenz, und das wirkt auf Luftmenge und Ventilator zurück. Was das bedeutet, steht im Beitrag zum Druckverlust von Filtern.

    Fazit

    Feinstaub ist eine Größeneinteilung, keine Substanz – und die amtlichen Definitionen des Umweltbundesamts sind klarer, als die Diskussion darüber vermuten lässt. PM10, PM2,5, ultrafein: alles Fraktionen nach aerodynamischem Durchmesser, alles mit weichen Grenzen.

    Die Filterangabe auf der Verpackung folgt derselben Logik, aber einem anderen Zweck. Und bei PM1 endet die amtliche Systematik ganz: Diese Zahl gibt es nur auf dem Filter, nicht in der Immissionsmessung. Wer das weiß, liest Verpackungen und Messgeräte ab sofort richtig.

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  • Druckverlust beim Filter: Anfangs- und Enddruckdifferenz

    Auf dem Datenblatt deines Filters steht eine Zahl mit der Einheit Pa, manchmal zwei. Im Gerät sitzt vielleicht ein Schlauch, der zu einer Messdose führt. Und irgendwo hast du gelesen, ein zugesetzter Filter koste Strom. Dieser Artikel erklärt, was Anfangs- und Enddruckdifferenz bedeuten, welche Werte in Pascal belegt sind – und warum ein voller Filter gleichzeitig besser filtert und mehr kostet.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Anfangsdruckdifferenz ist der Wert im Neuzustand, die Enddruckdifferenz laut BG ETEM die „vom Hersteller angegebene maximale zulässige Druckdifferenz, bei der der Filter spätestens getauscht werden soll“.
    • Gemessen wird in Pascal (Pa). Die BG ETEM nennt für Grobstaubfilter 30 bis 50 Pa am Anfang und 200 bis 300 Pa am Ende, für Feinstaubfilter 50 bis 150 Pa am Anfang und 300 bis 500 Pa am Ende.
    • Der Filterhersteller EMW nennt als Normgrenzwerte: EN 779 250 Pa für Grobstaubfilter und 450 Pa für Medium- und Feinstaubfilter, ISO 16890 200 Pa für ISO Coarse und 300 Pa für ePM10, ePM2,5 und ePM1.
    • Der Doppeleffekt: Die BG ETEM schreibt, durch die Befrachtung des Filters steigen Differenzdruck und Wirkungsgrad. Ein zugesetzter Filter filtert also besser – und kostet mehr Druck.
    • Eine bezifferte Zahl zum Mehrverbrauch durch zugesetzte Filter fanden wir nicht. Nur die qualitative Aussage.

    Die kurze Antwort

    Druckverlust ist der Widerstand, den ein Filter der Luft entgegensetzt. Physikalisch beschreibt man ihn als Differenz zwischen dem Druck vor und dem Druck hinter dem Filter, deshalb heißt er im Fachtext Druckdifferenz oder Differenzdruck. Die Einheit ist Pascal.

    Zwei Werte sind dabei wichtig, und beide definiert die BG ETEM klar. Die Anfangsdruckdifferenz ist die Druckdifferenz im Neuzustand – das, was der Filter kostet, wenn er noch sauber ist. Die Enddruckdifferenz ist die „vom Hersteller angegebene maximale zulässige Druckdifferenz, bei der der Filter spätestens getauscht werden soll“. Der Endwert ist also keine Naturkonstante, sondern eine Herstellerfestlegung. Genau deshalb steht er im Datenblatt und nicht in einer Formel.

    Dazwischen liegt die gesamte Nutzungsdauer. Der Filter startet unten, sammelt Partikel ein, der Widerstand steigt, und irgendwann ist der vom Hersteller genannte Endwert erreicht. Was in dieser Zeit passiert, ist der eigentlich interessante Teil: Der Filter wird nicht schlechter, sondern besser. Die BG ETEM schreibt dazu ausdrücklich: „Durch die Befrachtung des Filters steigen der Differenzdruck des Filters und der Wirkungsgrad.“ Ein zugesetzter Filter scheidet mehr ab als ein frischer. Er erkauft das nur mit Widerstand – und dieser Widerstand ist der Grund, warum er trotzdem irgendwann raus muss.

    Wie es wirklich funktioniert

    Die belegten Bandbreiten in Pascal

    Die BG ETEM nennt für zwei Filterkategorien konkrete Spannen. Sie sind Orientierungswerte für die Praxis, keine Vorgabe für ein einzelnes Produkt – dein Datenblatt schlägt sie im Zweifel.

    Filterkategorie Anfangsdruckdifferenz Enddruckdifferenz
    Grobstaubfilter 30 bis 50 Pa 200 bis 300 Pa
    Feinstaubfilter 50 bis 150 Pa 300 bis 500 Pa

    Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens: Der Endwert liegt beim Vier- bis Zehnfachen des Anfangswerts. Ein Filter darf sich also erheblich zusetzen, bevor er als verbraucht gilt. Zweitens: Ein feiner Filter startet schon höher, als ein grober endet – die untere Grenze der Feinstaub-Anfangswerte liegt bei 50 Pa, ein grober Filter beginnt bei 30 Pa. Wer eine feinere Klasse einbaut, verschiebt also die gesamte Kurve nach oben, vom ersten Betriebstag an. Was die Klassenbezeichnungen im Einzelnen bedeuten, steht im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890.

    Die Grenzwerte, die aus den Normen kommen

    Neben den Praxisbandbreiten gibt es Werte, die aus den Prüfnormen stammen. Der Filterhersteller EMW nennt sie so: Nach EN 779 gelten 250 Pa für Grobstaubfilter und 450 Pa für Medium- und Feinstaubfilter. Nach ISO 16890 sind es 200 Pa für ISO Coarse und 300 Pa für ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1.

    Interessant ist der Vergleich der beiden Systeme: Die neuere Norm nennt in beiden Kategorien niedrigere Werte. Das ist kein Zufall, sondern eine Folge der unterschiedlichen Prüfverfahren – und keine Aussage darüber, dass Filter heute weniger Widerstand hätten. Warum die alten Bezeichnungen G4, M5 und F7 im Handel trotzdem überall stehen, erklärt der Beitrag G4 und F7 – was bedeutet das.

    Der Doppeleffekt – warum ein voller Filter besser filtert

    Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber die Sache falsch herum erzählen. Ein schmutziger Filter sei „nicht mehr wirksam“, heißt es dann. Die BG ETEM beschreibt genau das Gegenteil: Mit der Befrachtung steigen Differenzdruck und Wirkungsgrad.

    Der Mechanismus ist anschaulich. Ein Filtermedium ist ein wirres Fasergeflecht mit vielen Durchgängen. Bleiben Partikel darin hängen, verengen sie diese Durchgänge und bilden selbst eine Schicht, an der weitere Partikel abgefangen werden. Der Filter baut sich sozusagen einen zweiten, feineren Filter aus dem, was er schon eingesammelt hat. Deshalb steigt der Abscheidegrad. Und deshalb steigt gleichzeitig der Widerstand: Dieselbe Luftmenge muss durch engere Wege.

    Für dich folgt daraus eine unbequeme Wahrheit: Ein Filter wird nicht gewechselt, weil er nicht mehr filtert. Er wird gewechselt, weil der Widerstand zu hoch wird. Die Enddruckdifferenz ist die Grenze, an der der Hersteller sagt: Ab hier ist der Preis in Druck höher als der Gewinn an Abscheidung. Diese Grenze ist eine Auslegungsentscheidung, kein Messwert an deiner Wohnung.

    Was der Widerstand im Gerät auslöst

    Ein Ventilator arbeitet gegen den Gesamtwiderstand der Anlage. Steigt der Filterwiderstand, passiert je nach Geräteregelung eines von zwei Dingen: Entweder sinkt die geförderte Luftmenge, oder die Regelung hält die Luftmenge und der Ventilator nimmt mehr Leistung auf. Wie groß dieser Effekt in Kilowattstunden ist, konnten wir nicht belegen – dazu gleich mehr.

    Belegt ist die Größenordnung, in der Lüftungsventilatoren überhaupt arbeiten. Die dena nennt als spezifische Leistungsaufnahme 0,16 W je Kubikmeter und Stunde für dezentrale und 0,28 W je Kubikmeter und Stunde für zentrale Anlagen. Diese Werte beziehen sich auf die Auslegung der Anlage, nicht auf den Verschmutzungsgrad des Filters. Sie sagen dir, in welcher Größenordnung sich die Sache abspielt, und sonst nichts.

    Was belegt ist – und was nicht

    Gut belegt. Die Definitionen von Anfangs- und Enddruckdifferenz sowie die Bandbreiten 30 bis 50 Pa, 200 bis 300 Pa, 50 bis 150 Pa und 300 bis 500 Pa stammen von der BG ETEM, ebenso die Aussage zum Doppeleffekt. Die Normgrenzwerte 250 und 450 Pa für EN 779 sowie 200 und 300 Pa für ISO 16890 stammen vom Filterhersteller EMW – das ist eine Herstellerangabe über Normen, kein Normzitat aus erster Hand. Die spezifischen Leistungsaufnahmen 0,16 und 0,28 W je Kubikmeter und Stunde stammen von der dena.

    Nicht belegt. Es gibt in unseren Quellen keine bezifferte Angabe zum Mehrverbrauch durch zugesetzte Filter. Weder in Prozent noch in Kilowattstunden noch in Euro. Die Aussage ist ausschließlich qualitativ: Der Differenzdruck steigt. Wer dir vorrechnet, ein verschmutzter Filter koste X Prozent mehr Strom, hat entweder eine Quelle, die wir nicht gefunden haben, oder er schätzt. Wir schätzen an dieser Stelle nicht.

    Ebenfalls nicht belegt. Ein Zusammenhang zwischen den dena-Wartungsangaben und der Filterverschmutzung. Die dena beschreibt einen jährlichen Wartungsturnus mit Filtertausch, nicht den Effekt eines vollen Filters. Und wir haben keine Angabe dazu, ab welchem Pascal-Wert eine bestimmte Wohnungslüftung spürbar weniger Luft fördert – das hängt an der Kennlinie des Ventilators und damit am Gerät.

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    Für alle, die den Zustand ihres Filters messen statt schätzen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob der Messbereich die Enddruckdifferenz deines Filtertyps überhaupt abdeckt und ob passende Schlauchanschlüsse dabei sind – ohne definierte Messpunkte vor und hinter dem Filter ist der Messwert nicht aussagekräftig. Für Laien ist das Zubehör, kein Pflichtwerkzeug.

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    Was das für dich heißt

    Suche im Datenblatt nach zwei Zahlen, nicht nach einer. Die Anfangsdruckdifferenz sagt dir, was der Filter im Neuzustand kostet. Die Enddruckdifferenz sagt dir, wo dein Wechselpunkt liegt. Steht nur eine Zahl da, ist meist der Anfangswert gemeint – und dann fehlt dir genau die Information, die du für die Fristenfrage brauchst.

    Vergleiche Filter nur bei gleicher Klasse. Ein ePM1-Filter hat zwangsläufig eine höhere Anfangsdruckdifferenz als ein Grobstaubfilter. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern die Folge des feineren Mediums. Wer zwei Filter unterschiedlicher Klassen über den Druckverlust vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Welches Material wie viel Widerstand mitbringt, ordnet der Materialvergleich ein.

    Prüfe, ob dein Gerät überhaupt misst. Es gibt zwei völlig verschiedene Arten von Filterwechselanzeigen: solche, die Betriebsstunden zählen, und solche, die die Druckdifferenz tatsächlich messen. Nur die zweite Sorte weiß etwas über deinen Filter. Wenn dein Gerät nur Zeit zählt, ist der aufleuchtende Hinweis kein Messergebnis, sondern ein Kalendereintrag. Diesen Unterschied behandelt der Beitrag Filterwechselanzeige verstehen ausführlich.

    Zieh nicht vorzeitig. Wenn ein zugesetzter Filter besser filtert und der Hersteller den Endwert festlegt, dann ist der frühzeitige Wechsel „zur Sicherheit“ kein Gewinn an Luftqualität. Er kostet Geld und Material. Der sinnvolle Anker ist die Herstellerangabe oder eine Sichtkontrolle, nicht das Gefühl. Was die Standzeit tatsächlich bestimmt, steht unter Filterstandzeit.

    Achte auf die Dichtung, nicht nur auf das Medium. Jeder Weg, den die Luft am Filter vorbei findet, hat weniger Widerstand als der Weg hindurch. Luft nimmt immer den bequemeren Weg. Ein perfekt ausgelegter Filter mit schlecht sitzendem Rahmen liefert deshalb weniger, als seine Klasse verspricht – und der gemessene Druckverlust bleibt trotzdem niedrig. Ein niedriger Wert ist also nicht automatisch ein gutes Zeichen.

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    Für alle, die ihre Wohnraumlüftung mit einem Satz Originalmaß bestücken und dabei auf die Klassenangabe achten wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob die Klasse der Angabe in deiner Gerätedokumentation entspricht – eine feinere Klasse als vorgesehen verschiebt die Anfangsdruckdifferenz nach oben und damit die Auslegung deiner Anlage.

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    Häufige Fragen

    Ab wie viel Pascal muss ich wechseln?

    Bei dem Wert, den der Hersteller deines Filters als Enddruckdifferenz angibt – so definiert es die BG ETEM. Als Orientierung nennt dieselbe Quelle 200 bis 300 Pa für Grobstaubfilter und 300 bis 500 Pa für Feinstaubfilter. Der Filterhersteller EMW nennt zusätzlich Normgrenzwerte von 250 und 450 Pa nach EN 779 sowie 200 und 300 Pa nach ISO 16890. Eine für alle Geräte gültige Zahl gibt es nicht.

    Kostet ein verschmutzter Filter wirklich mehr Strom?

    Qualitativ ja: Die BG ETEM schreibt, dass der Differenzdruck mit der Befrachtung steigt, und ein höherer Widerstand wirkt auf den Ventilator zurück. Wie viel das in Zahlen ausmacht, ist in unseren Quellen nicht beziffert. Wir nennen deshalb keinen Prozentwert, und du solltest jedem misstrauen, der einen nennt, ohne die Quelle dazuzuschreiben.

    Wenn ein voller Filter besser filtert – warum dann überhaupt wechseln?

    Weil der Widerstand mitsteigt. Der Gewinn an Abscheidung wird mit Druck bezahlt, und ab der Enddruckdifferenz ist dieses Geschäft nach Auslegung des Herstellers nicht mehr sinnvoll. Dazu kommt: Die Luftmenge kann sinken, und eine Lüftungsanlage ist auf eine bestimmte Luftmenge ausgelegt.

    Kann ich den Druckverlust selbst messen?

    Technisch braucht es dafür einen Differenzdruckmesser und definierte Messpunkte vor und hinter dem Filter. Ein Hersteller beschreibt dieses Prinzip so, dass das Messgerät die Differenz zwischen den Druckwerten vor und hinter dem Filter darstellt. In der Praxis haben viele Wohnungslüftungsgeräte keine zugänglichen Messstutzen. Für Laien ist das kein Standardvorgang – die Herstellerangabe ist der praktikablere Anker.

    Fazit

    Druckverlust ist keine Fehlermeldung, sondern die Betriebsgröße, an der ein Filter altert. Zwischen Anfangs- und Enddruckdifferenz liegt seine gesamte Nutzungszeit, und in dieser Zeit wird er besser statt schlechter.

    Gewechselt wird deshalb nicht wegen nachlassender Wirkung, sondern wegen steigenden Widerstands. Wie viel dieser Widerstand am Ende an Energie kostet, ist in den uns vorliegenden Quellen nicht beziffert – und diese Lücke ehrlich zu benennen, ist mehr wert als eine geschätzte Zahl.

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