Filterarten im Haushalt: die Übersicht

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In einem normalen Haushalt stecken mehr Filter, als den meisten bewusst ist: in der Lüftungsanlage, in der Dunstabzugshaube, im Luftreiniger, im Kühlschrank. Sie heißen alle „Filter“, arbeiten aber nach völlig verschiedenen Prinzipien, werden nach verschiedenen Maßstäben bewertet und haben verschiedene Fristen. Diese Seite ist der Einstieg in die Kategorie: Sie sortiert die Filterarten, sagt dir bei jeder, woran du sie erkennst und welche Angabe zählt – und schickt dich für die Details zum passenden Artikel weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Familien decken fast alles ab: Luftfilter der Lüftungsanlage, Schwebstofffilter im Luftreiniger, Fett- und Geruchsfilter in der Küche und Wasserfilter.
  • Jede Familie hat ihren eigenen Maßstab: ISO 16890 für Raumluftfilter, EN 1822 für HEPA, Reinigungsintervalle bei Fettfiltern, NSF/ANSI-Zertifikate bei Wasserfiltern.
  • Aktivkohle ist die Ausnahme – sie filtert nicht, sie adsorbiert, und für sie gibt es keine Filterklasse.
  • Die Fristen kommen fast nie aus einer Norm, sondern von einzelnen Herstellern – und die widersprechen sich.
  • Was du brauchst, um überhaupt zu bestellen: Bauart, Maß und die Angabe auf dem Rahmen. In dieser Reihenfolge.

Die kurze Antwort

Sortiere jeden Filter im Haushalt zuerst danach, was er zurückhalten soll. Partikel, Fett oder Moleküle – das entscheidet über alles Weitere. Ein Partikelfilter wird nach einer Filterklasse bewertet, ein Fettfilter nach seinem Reinigungsintervall, ein Aktivkohlefilter nach seiner Sättigung, und ein Wasserfilter danach, für welche Einzelstoffe er geprüft wurde.

Daraus ergeben sich vier Familien, und sie haben fast nichts gemeinsam. Der Filter in deiner Wohnraumlüftung trägt eine Klassenangabe nach ISO 16890 oder eine alte Bezeichnung wie G4 oder F7. Der Filter im Luftreiniger wird nach EN 1822 bewertet, mit H13 und H14 als den Klassen, für die der Begriff HEPA fachlich gedeckt ist. Der Fettfilter über dem Herd hat gar keine Klasse, sondern ein Reinigungsintervall. Und die Kartusche im Kühlschrank trägt im besten Fall ein Prüfzeichen für konkret geprüfte Stoffe.

Die unbequeme Gemeinsamkeit: Bei den Fristen hört die Einheitlichkeit auf. Es gibt keine übergreifende Regel, wann ein Haushaltsfilter zu wechseln ist. Was es gibt, sind Herstellerangaben für einzelne Geräte, Verbandsempfehlungen für zentrale Anlagen und viele Lücken dazwischen. Diese Seite zeigt dir, wo du in deiner Familie stehst.

Wie es wirklich funktioniert

Familie Hält zurück Maßstab
Luftfilter der Lüftungsanlage Partikel aus Außen- und Abluft ISO 16890, im Handel noch EN-779-Bezeichnungen
Schwebstofffilter im Luftreiniger feinste Partikel EN 1822: E10–E12 (EPA), H13/H14 (HEPA)
Fettfilter in der Küche Fettaerosole aus dem Kochdunst Reinigungsintervall des Herstellers
Aktivkohle- und Geruchsfilter Gerüche, gelöste Stoffe (Adsorption) Sättigung, keine Filterklasse
Wasserfilter geprüfte Einzelstoffe im Trinkwasser NSF/ANSI-Standards, in Deutschland freiwillig

Familie 1: die Filter der Wohnraumlüftung

Sie sind der häufigste Fall und der am besten normierte. Seit Dezember 2016 gilt ISO 16890 mit vier Gruppen – ISO Coarse, ePM10, ePM2,5 und ePM1 –, und die Zuordnung folgt einem klaren Prinzip: Maßgeblich ist die kleinste Partikelgrößengruppe, die zu mindestens 50 Prozent ausgefiltert wird. Wie das im Einzelnen zustande kommt und warum im entladenen Zustand geprüft wird, erklärt der Grundlagenartikel zu den Filterklassen nach ISO 16890. Was die drei ePM-Gruppen mit den amtlichen Feinstaubfraktionen zu tun haben, steht unter ePM1, ePM2,5 und ePM10.

Im Handel begegnen dir trotzdem überall die alten Bezeichnungen G4, M5 oder F7 aus der EN 779, die zum Juli 2018 abgelöst wurde. Sie sind nicht falsch, sie sind nur nach einem anderen Verfahren gemessen: MANN+HUMMEL beschreibt, dass EN 779 nur eine Partikelgröße von 0,4 µm testet, ISO 16890 dagegen zwölf verschiedene Größen. Was hinter den alten Kürzeln steckt, steht unter G4 und F7. Und wer jetzt nach einer Umrechnungstabelle sucht: Die gibt es nicht, und warum das so ist, behandelt der Artikel Filterklassen umrechnen – FGK und VDMA nennen unterschiedliche Näherungen.

Zur Bestückung gibt es Verbandsempfehlungen: Die FGK-Arbeitsgruppe Raumklimawirkung empfiehlt in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Zur Frist schreibt Zehnder für die eigenen Geräte einen Wechsel alle sechs Monate und eine Sichtkontrolle alle drei Monate. Der BDH nennt Luftfilter „die einzigen Verschleißteile, die bei Wohnungslüftungsanlagen regelmäßig getauscht werden müssen“. Was die Standzeit tatsächlich bestimmt, ordnet Filterstandzeit ein.

Familie 2: Schwebstofffilter im Luftreiniger

Hier gilt ein anderer Maßstab, die EN 1822. E10 bis E12 sind EPA-Filter, erst ab H13 ist die Bezeichnung HEPA fachlich gedeckt: H13 erreicht einen integralen Abscheidegrad von mindestens 99,95 Prozent, H14 mindestens 99,995 Prozent. Das Umweltbundesamt schreibt zu mobilen Luftreinigern, sie sollten „möglichst mit hocheffizienten Gewebefiltern (Filterklassen H 13 oder H 14) ausgestattet sein“. Die vollständige Klassenübersicht samt MPPS-Prinzip steht unter HEPA-Filter erklärt.

Wer wissen will, wogegen so ein Filter überhaupt antritt, findet die amtlichen Definitionen von PM10 und PM2,5 unter Feinstaub im Haushalt. Pollen sind ein eigener Fall – sie sind deutlich größer, windbestäubte Pflanzenpollen werden mit bis zu 60 Mikrometer angegeben. Was ein Pollenfilter leistet, behandelt Pollenfilter für Allergiker.

Familie 3: Fett- und Geruchsfilter in der Küche

Über dem Herd sitzen fast immer zwei Filter hintereinander. Vorn der Fettfilter, aus Metallgewebe oder aus Vlies, dahinter im Umluftbetrieb ein Aktivkohlefilter. Bosch schreibt in der Anleitung, Fettfilter mindestens alle zwei Monate zu reinigen, AEG nennt etwa 40 Betriebsstunden. Der TÜV-Verband weist darauf hin, dass altes Fett im Fettfilter bei hoher Flamme ebenfalls in Brand geraten kann. Der Vergleich der beiden Bauarten steht unter Fettfilter aus Metall und Vlies.

Der Aktivkohlefilter dahinter arbeitet nach einem anderen Prinzip: Adsorption. Er hält keine Partikel zurück, sondern bindet Moleküle an seiner inneren Oberfläche – deshalb hat er auch keine Filterklasse und setzt sich nicht sichtbar zu. Warum immer ein Fettfilter davorsitzt, erklärt die Funktion von Aktivkohlefiltern. Manche dieser Filter lassen sich im Backofen aufbereiten: Miele nennt 200 °C über 60 Minuten, Bosch und Siemens 100 °C über eine Stunde, „bis zu zehnmal“. Die vollständige Herstellerübersicht steht unter Filter im Backofen regenerieren.

Familie 4: Wasserfilter

Bei Wasserfiltern zählt keine Filterklasse, sondern die Prüfung auf konkrete Stoffe. Die NSF/ANSI-Standards trennen das sauber: 42 betrifft ästhetische Wirkungen wie Chlor und Geschmack, 53 gesundheitsbezogene Stoffe, 401 sogenannte emerging compounds mit 15 gelisteten Substanzen, 372 den Bleigehalt der wasserberührten Materialien. Wichtig ist dabei, dass immer für die konkret geprüften Einzelstoffe zertifiziert wird, nie pauschal. Vorgeschrieben ist eine NSF-Zertifizierung in Deutschland nicht – hier gelten die Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes. Die Einordnung steht unter NSF-Zertifikate bei Wasserfiltern.

Was belegt ist – und was nicht

Gut belegt. Die Normstruktur ist es: ISO 16890 mit ihren vier Gruppen, EN 1822 mit den Abscheidegraden für E-, H- und U-Klassen, die NSF/ANSI-Standards mit ihren Prüfzwecken. Ebenso belegt sind einzelne Herstellerangaben – Bosch und AEG zu Reinigungsintervallen, Miele, Bosch und Siemens zur Regeneration, Zehnder zum Wechselintervall, Liebherr zu Wasser- und Aktivkohlefiltern im Kühlgerät.

Schwächer belegt. Alles, was mit DIN 1946-6 und VDI 6022 zu tun hat, stammt aus Sekundärquellen: Beide Normtexte sind kostenpflichtig und lagen uns nicht vor. Wir schreiben deshalb konsequent „laut Fachverband“ und nie „die Norm sagt“. Auch die verbreitete Praxisformel „Zuluft F7, Abluft G4″ ist eine Fachportalaussage, kein Normzitat.

Nicht belegt. Es gibt keine offizielle Umrechnung von EN 779 auf ISO 16890 – FGK und VDMA nennen unterschiedliche Näherungen, und REHVA schreibt, solche Tabellen könnten nur als grobe Orientierung dienen. Es gibt keine amtliche PM1-Definition des Umweltbundesamtes. Es gibt keine Herstellerangabe zu Vliesfettfiltern, keine zur Lagerung unbenutzter Luftfilter und keine bundesweite Entsorgungsregel. Und ob der Begriff „HEPA“ bei Konsumgeräten rechtlich geschützt ist, konnten wir nicht klären.

Diese Lücken sind der Grund, warum es diese Kategorie gibt. Wo Hersteller schweigen und Verbände sich widersprechen, hilft keine Faustregel, sondern nur die Offenlegung, wer was gesagt hat.

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Für alle, die eine Umluft-Dunstabzugshaube betreiben und den Geruchsfilter dahinter ersetzen. Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob Bauform und Durchmesser zu deiner Haube passen und ob der Filter als Einwegteil oder als regenerierbar ausgewiesen ist – davon hängt ab, ob du ihn wegwirfst oder in den Ofen legst.

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Was das für dich heißt

Bestimme zuerst die Familie. Schau nach, wo der Filter sitzt und was er zurückhalten soll. Ein Partikelfilter in der Lüftung, ein Schwebstofffilter im Luftreiniger, ein Fettfilter über dem Herd, ein Kohlefilter dahinter, eine Kartusche im Kühlschrank – mit dieser Zuordnung findest du in jedem der verlinkten Artikel sofort den richtigen Abschnitt. Welche Materialien dabei zum Einsatz kommen und was sie können, vergleicht der Materialvergleich.

Lies die Angabe auf dem Rahmen, bevor du irgendetwas suchst. Dort steht im besten Fall die Klassenangabe, das Maß und eine Artikelnummer. Fehlt sie, nimm das Maß selbst ab – wie das geht und warum Nennmaß und Istmaß auseinandergehen, steht unter Filtermaße richtig messen.

Trenne Reinigen von Wechseln. Metallfettfilter und manche Vorfilter sind für die Reinigung gebaut, Schwebstoff- und Einwegfilter nicht. IQAir etwa schreibt, der HyperHEPA-Hauptfilter sei nicht waschbar, und LG weist darauf hin, dass einige Filter nicht mit Wasser gewaschen werden dürfen. Die Abgrenzung übernimmt Waschen oder wechseln.

Trau der Lampe nicht blind. Filterwechselanzeigen arbeiten entweder über Betriebsstunden oder über Differenzdruck. AEG schreibt ausdrücklich, dass die Filteranzeige an die Reinigung erinnert – „unabhängig vom tatsächlichen Verschmutzungsgrad“. Was deine Anzeige tatsächlich misst, klärt Filterwechselanzeige verstehen.

Denk das Ende mit. Ersatz auf Vorrat und die Entsorgung des alten Teils sind die zwei Themen, zu denen es am wenigsten Quellen gibt. Was belegt ist, steht unter Filter lagern und unter Filter entsorgen.

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Für alle, die eine Wohnraumlüftung betreiben und den Abluftfilter separat nachkaufen. Prüfe vor dem Kauf, ob Maß und Klassenangabe zu deiner Gerätebaureihe passen und ob das Angebot die Abluft- oder die Zuluftposition meint – beide Seiten werden häufig mit unterschiedlichen Klassen bestückt und sind nicht austauschbar.

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Häufige Fragen

Gibt es eine allgemeine Regel, wie oft man Filter wechselt?

Nein. Es gibt Herstellerangaben für einzelne Geräte und Verbandsempfehlungen für zentrale Anlagen, aber keine übergreifende Frist. Zehnder nennt für die eigenen Geräte sechs Monate, Bosch für Fettfilter zwei Monate Reinigungsintervall, Liebherr für Wasserfilter spätestens sechs Monate. Für zentrale raumlufttechnische Anlagen geben zwei Sekundärquellen die VDI 6022 mit einem Jahr für die erste und zwei Jahren für weitere Filterstufen wieder. Diese Zahlen gelten jeweils für ihren Bereich, nicht für deinen Haushalt insgesamt.

Ist ein Filter mit höherer Klasse immer besser?

Er scheidet feinere Partikel ab – aber jeder Filter erzeugt auch einen Strömungswiderstand. Die BG ETEM beschreibt, dass mit der Befrachtung eines Filters sowohl Differenzdruck als auch Wirkungsgrad steigen. Entscheidend ist deshalb, was dein Gerätehersteller für dein Gerät vorsieht. Die Zusammenhänge stehen unter Filterdruckverlust.

Kann ich Filter selbst zuschneiden?

Bei Mattenware ist das technisch möglich, und es gibt Anbieter, die Sonderfilter mit Klassenangabe nach Maß liefern. Ob ein Selbstzuschnitt herstellerseitig zulässig ist, konnten wir für kein Gerät klären. Zwei Hersteller äußern sich zu Fremdfiltern: Wolf zum Gewährleistungsanspruch bei nicht originalen Ersatzteilen, Zehnder zur Garantie bei nicht-originalen Filtern. Die Abwägung steht unter Filter selbst zuschneiden.

Warum riecht es trotz frischem Filter?

Dafür gibt es mehrere belegte Ursachen, die nicht am Filter selbst liegen – etwa Fett- und Rußablagerungen in Kanälen oder die Position der Außenluftansaugung. Diese Aufstellung stammt von einem Ratgeberportal, nicht von einer Behörde. Was sich belegen lässt und was nicht, trennt Filter riecht muffig.

Fazit

Die vier Familien – Lüftungsfilter, Schwebstofffilter, Küchenfilter und Wasserfilter – haben je einen eigenen Maßstab, und wer sie durcheinanderbringt, sucht am falschen Ort nach der richtigen Zahl. Ordne deinen Filter zuerst zu, dann wird aus einer diffusen Frage eine beantwortbare.

Eine gemeinsame Wechselregel gibt es nicht, und diese Kategorie erfindet auch keine. Sie sagt dir stattdessen bei jedem Thema, wer etwas gesagt hat – und wo niemand etwas gesagt hat.

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