Filter als Meterware: worauf du beim Zuschnitt achten musst

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Filtermatte von der Rolle, Filtervlies als Plattenware, Filter nach Maß: Für Lüftungsgeräte und Hauben gibt es das Filtermedium auch ohne Rahmen, ohne Teilenummer und ohne Herstellerlogo. Die Frage ist nur, was du damit bekommst – und was auf der Rolle steht, das du wirklich brauchst. Dieser Artikel erklärt, welche Angaben Meterware mitbringen muss, damit sie mehr ist als ein Stück Watte, und wo die Sache regelmäßig kippt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Meterware ohne Klassenangabe ist eine unbekannte Größe. Ohne Klasse weißt du nicht, was das Medium abscheidet.
  • Es gibt Anbieter, die Zuschnitt und Klassenangabe kombinieren – mit Klassen wie G4, M5 und F7 samt ISO-Entsprechung. Das sind Händlerangaben, keine Normzitate.
  • Die alte EN 779 wurde zum Juli 2018 abgelöst, ihre Bezeichnungen stehen im Handel trotzdem weiter auf den Rollen.
  • Ein Fachportal nennt das Kernrisiko beim Zuschnitt: schlechte Passform führt zu Undichtigkeiten und schlechterer Filterwirkung.
  • Ob ein Gerätehersteller Meterware für sein Gerät akzeptiert, ist nicht belegt. Zwei Hersteller knüpfen ihre Garantie ausdrücklich an Originalteile.

Die kurze Antwort

Meterware ist das Filtermedium ohne die Verpackung drumherum. Du kaufst eine Matte oder ein Vlies nach Länge, schneidest daraus dein Format und legst es ein. Das lohnt sich dort, wo ohnehin kein Rahmen im Spiel ist – in Filterkammern, in denen das Medium flach aufliegt oder in eine Nut geschoben wird. Es lohnt sich nicht dort, wo der Originalfilter ein gefaltetes Paket in einem Kunststoffrahmen ist, denn das lässt sich aus Rollenware nicht nachbauen.

Die eine Angabe, an der alles hängt, ist die Filterklasse. Seriöse Anbieter nennen sie. Ein Anbieter für Sonderfilter beschreibt sein Sortiment mit dem Satz, Sonderfilter sprängen ein, wenn kein Standardfilter passt, und führt dazu Klassen wie G4, M5 und F7 mit der jeweiligen ISO-Entsprechung. Das ist eine Händlerangabe. Sie ist deutlich mehr wert als gar keine Angabe – aber sie ist keine Norm und keine Zusage deines Geräteherstellers.

Der Rest ist Handwerk: richtig messen, sauber schneiden, den Rand dicht bekommen. Und das Bewusstsein, dass du mit Meterware ein Nicht-Originalteil einbaust. Was das für die Garantie bedeutet, ordnet der Beitrag zum Selbstzuschnitt ein – dort stehen die beiden belegten Herstellerklauseln im Wortlaut.

Wie es wirklich funktioniert

Was auf der Rolle stehen muss

Vier Angaben entscheiden darüber, ob Meterware für dein Gerät überhaupt in Frage kommt.

  1. Die Filterklasse. Entweder nach der geltenden ISO 16890 – ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 oder ISO ePM1, jeweils mit einem Wirkungsgrad zwischen 50 und 95 Prozent – oder in den alten Bezeichnungen G1 bis G4, M5, M6 und F7 bis F9. Ohne diese Angabe kaufst du Material, nicht Filterleistung.
  2. Die Materialdicke. Sie bestimmt, ob der Zuschnitt in die Aufnahme passt und ob er dort klemmt oder wandert. Eine dickere Matte in einer knappen Kammer verformt sich und liegt danach nicht mehr plan.
  3. Die Bauart. Flachmatte, Vlies, Faltenmedium – nur Flachware lässt sich sinnvoll von der Rolle verarbeiten.
  4. Der Strömungswiderstand. Wo er angegeben ist, ist er die ehrlichste Zahl auf der Verpackung, weil sie das Gerät betrifft und nicht nur die Luft.

Warum auf den Rollen noch G4 und F7 steht

Die ISO 16890 wurde im Dezember 2016 in vier Teilen veröffentlicht. Der VDMA gibt an, dass nach einer Koexistenzperiode bis zum 30. Juni 2018 nur noch Filter gelten sollen, die gemäß der DIN EN ISO 16890 geprüft und bewertet sind. Trotzdem sind die alten Kürzel nicht verschwunden – sie stehen weiter in Gerätedokumentationen, in Shops und eben auf Filterrollen. Zehnder formuliert die Ablösung so, dass die neue Norm vertraute Bezeichnungen wie beispielsweise F7 oder M5 eliminiert. Im Handel ist das offensichtlich noch nicht abgeschlossen. Was hinter den alten Kürzeln steckt, steht unter G4 und F7 verständlich erklärt.

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Zehnder schreibt, dass gemäß der alten Norm EN 779 die Filtereigenschaften nur für die Partikelgröße 0,4 Mikrometer gemessen wurden. MANN+HUMMEL stellt es direkt gegenüber: EN 779 testet eine Partikelgröße, ISO 16890 testet zwölf verschiedene Partikelgrößen von 0,3 bis 10 Mikrometer. Wenn deine Rolle nur eine alte Klasse trägt, weißt du also weniger über sie, als du bei einer ISO-Angabe wüsstest.

Ein Punkt der neuen Norm ist für Meterware besonders relevant: Die 50-Prozent-Schwelle gilt laut einem Fachportal im konditionierten, also entladenen Zustand – ausdrücklich, um Manipulationen durch elektrostatische Aufladung zu verhindern. Günstige Vliesware arbeitet oft mit elektrostatischer Wirkung. Eine ISO-Angabe berücksichtigt das, eine Werbeaussage ohne Klasse nicht. Die Systematik dahinter steht unter Filterklassen nach ISO 16890.

Maß, Dichtung, Druck

Die technische Schwachstelle der Meterware ist nicht das Medium, sondern der Übergang zum Gerät. Ein Fachportal beschreibt es knapp: Schlechte Passform führt zu Undichtigkeiten und schlechterer Filterwirkung. Luft, die an einem Spalt vorbeizieht, ist ungefilterte Luft – und sie zieht bevorzugt dort vorbei, weil der Spalt ihr keinen Widerstand entgegensetzt.

Deshalb gehört zur Meterware fast immer eine zweite Entscheidung: Wie dichtest du den Rand ab? Manche Kammern haben eine umlaufende Nut, in der ein Übermaß von wenigen Millimetern reicht. Andere haben eine Auflagefläche, an der ein selbstklebendes Dichtband den Unterschied macht. Und manche Geräte haben eine Aufnahme, die ohne den Originalrahmen schlicht nicht dicht wird – dort ist Meterware der falsche Weg. Wie du die Maße sauber abnimmst, steht unter Filtermaße messen.

Der dritte Punkt ist der Druck. Die BG ETEM definiert die Anfangsdruckdifferenz als Druckdifferenz im Neuzustand und die Enddruckdifferenz als die vom Hersteller angegebene maximale zulässige Druckdifferenz, bei der der Filter spätestens getauscht werden soll. Genannt werden 30 bis 50 Pascal Anfangswert bei Grobstaub und 50 bis 150 Pascal bei Feinstaub. Wer aus Vorsicht ein feineres Medium wählt, als das Gerät vorsieht, startet weiter oben – mehr dazu unter Filter und Druckverlust.

Was belegt ist – und was nicht

Belegt. Die Normangaben zur ISO 16890 und zur Ablösung der EN 779 stammen aus Verbandsunterlagen von REHVA und VDMA. Die Aussagen zur Messmethodik der beiden Normen stammen im Wortlaut von Zehnder und MANN+HUMMEL, also von Herstellern. Die Druckdifferenz-Definitionen und die Bandbreiten stammen von der BG ETEM.

Schwächer belegt. Dass Anbieter Zuschnitt und Klassenangabe kombinieren, ist über Händlerseiten belegt – die genannten Klassenzuordnungen sind Händlerangaben. Ein weiterer Anbieter schreibt, der Gerätehersteller habe die Lüftungsgeräte mit den jeweiligen Filtern getestet und mögliche Filtervarianten in den technischen Unterlagen angegeben. Das ist ein brauchbarer Hinweis darauf, wo du nachsehen solltest, aber es ist kein Herstellerdokument. Auch die Beschreibung der vier ISO-Gruppen und der Konditionierung stammt in dieser Form von einem Fachportal.

Nicht belegt. Ob ein Gerätehersteller Meterware für sein Gerät als zulässig ansieht, konnten wir nicht klären – dazu liegt uns keine Aussage vor, weder zustimmend noch ablehnend. Es gibt auch keine Zahl dazu, wie stark ein undichter Rand die Filterwirkung senkt. Und es gibt keine belegte Umrechnung von den alten Klassen in die neuen: Der Fachverband FGK schreibt, eine einfache begründete Übersetzung von alten auf neue Klassen scheitere aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmethodik. Wenn ein Händler beides nebeneinander stellt, ist das eine Orientierung – mehr nicht.

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Für alle, die ein Filtermedium nach Länge kaufen und mehrere Zuschnitte daraus machen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob eine Filterklasse angegeben ist und in welchem System sie steht – eine reine Materialbeschreibung ohne Klasse sagt dir nichts darüber, was das Vlies abscheidet.

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Was das für dich heißt

Schau zuerst in die Unterlagen deines Geräts. Dort steht, welche Filtervarianten der Hersteller vorgesehen hat – Klasse, Maß und oft die Bauform. Das ist die Referenz, gegen die du jedes Angebot prüfst. Findest du dort eine alte Bezeichnung wie F7, dann ist das die Angabe deines Geräts, auch wenn die Norm dahinter abgelöst ist.

Kaufe keine Meterware ohne Klassenangabe. Formulierungen wie „hohe Filterleistung“ oder „für Lüftungsanlagen geeignet“ sind Werbetexte. Eine Klasse ist eine Zuordnung nach einem definierten Verfahren. Wenn im Angebot beides fehlt, fehlt die einzige Information, die den Preisvorteil rechtfertigen würde.

Rechne mit Verschnitt. Kaufe nicht die exakt benötigte Länge. Der erste Zuschnitt geht bei den meisten Leuten daneben, und ein zu kurz geratenes Stück ist wertlos. Wer für ein Jahr plant, kauft ohnehin mehr, weil dieselbe Rolle mehrere Wechsel abdeckt.

Löse die Randfrage vor dem ersten Schnitt. Sieh dir an, wie der Originalfilter im Gerät sitzt: geklemmt, in einer Nut, an einer Dichtlippe oder in einem Rahmen. Wenn du diese Situation mit Meterware nicht nachbilden kannst, spar dir den Versuch und bleib beim konfektionierten Filter. Ein dichter, mittelmäßiger Filter schlägt einen guten mit Spalt.

Notiere Einbaudatum und Klasse. Meterware bringt kein Etikett mit, das im Gerät bleibt. Ein Filzstiftvermerk auf dem Rand oder ein Zettel an der Gerätetür ersetzt die Teilenummer, die du sonst hättest. Ohne diese Notiz weißt du in einem halben Jahr nicht mehr, was du eingebaut hast – und das ist die häufigste Folgekosten-Falle bei Meterware.

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Für alle, die einen Zuschnitt in einer Aufnahme ohne eigene Dichtung betreiben und den Rand selbst schließen müssen. Prüfe vor dem Kauf Breite und Dicke gegen den vorhandenen Spalt und achte darauf, dass das Material für die Temperaturen an deinem Einbauort geeignet ist.

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Häufige Fragen

Ist Meterware schlechter als ein Originalfilter?

Das Medium muss nicht schlechter sein – entscheidend ist, ob eine Klassenangabe vorliegt und ob der Einbau dicht wird. Was ein Originalfilter zusätzlich mitbringt, ist die Zuordnung zum Gerät: Der Hersteller hat sein Gerät mit diesem Filter geprüft. Diese Zuordnung kaufst du bei Meterware nicht mit.

Welche Klasse brauche ich für die Zuluft meiner Wohnungslüftung?

Maßgeblich ist die Angabe deines Geräteherstellers. Als Orientierung: Der Fachverband FGK empfiehlt über seine Arbeitsgruppe Raumklimawirkung in der Zuluft mindestens eine Filterstufe ePM1. Der FGK gibt außerdem die Anforderung aus DIN 1946-6 so wieder, dass mindestens Filter der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter einzusetzen sind. Den Normtext selbst konnten wir nicht einsehen, er ist kostenpflichtig.

Kann ich zwei Lagen dünner Meterware statt einer dicken nehmen?

Dazu liegt uns keine belastbare Angabe vor. Sicher ist nur, dass zwei Lagen den Strömungswiderstand erhöhen und dass eine Klassenangabe immer für das geprüfte Medium in seiner geprüften Ausführung gilt, nicht für einen selbst gebauten Aufbau. Rechne dir daraus keine höhere Klasse aus.

Woran erkenne ich, dass die Rolle für Lüftungsgeräte gedacht ist?

An der Klassenangabe und an der Bauartbeschreibung. Filtermatten für Lüftungstechnik werden mit ISO- oder EN-Klasse geführt. Fehlt beides und ist stattdessen von Dunstabzug, Aquarium oder Motorraum die Rede, ist es ein anderes Produkt – auch wenn es ähnlich aussieht.

Fazit

Meterware ist eine ernsthafte Option, wenn drei Dinge stimmen: eine nachvollziehbare Klassenangabe, eine Einbausituation, die ohne Rahmen dicht wird, und die Bereitschaft, selbst sauber zu arbeiten. Fehlt eines davon, ist der Preisvorteil nur auf dem Papier vorhanden.

Was du dabei nicht mitkaufst, ist die Zuordnung zwischen Filter und Gerät. Ob ein Hersteller Meterware akzeptiert, ist nicht belegt – und zwei Hersteller schreiben ausdrücklich, dass ihre Garantie an Originalteilen hängt. Diese Entscheidung triffst du mit offenen Augen oder gar nicht.

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