Auf deinem Miele-Geruchsfilter steht eine Bezeichnung wie DKF 25-P oder DKF 21-R, und beim Nachbestellen musst du dich für einen der beiden Buchstaben entscheiden. Der eine Filter gehört nach sechs Monaten in den Müll, der andere für eine Stunde in den Backofen. Wofür R und P stehen, schreibt Miele nirgends. Dieser Artikel sammelt, was in den Anleitungen, Datenblättern und Beiblättern tatsächlich steht – einschließlich des Satzes, mit dem Miele als einziger Hersteller dieser Übersicht Spülmaschine und Handwäsche gleichzeitig ausschließt.
- Miele führt zwei Linien: Longlife AirClean (regenerierbar, Typen auf „-R“) und Active AirClean (nicht regenerierbar, Typen auf „-P“). Beide Linienbezeichnungen stehen so auf den Miele-Produktseiten.
- Was R und P bedeuten, erklärt Miele nirgends. Die Zuordnung ergibt sich nur aus Produktnamen und Klammernotation in den Anleitungen – sie ist eine Auslegung, keine Miele-Aussage.
- Für die R-Typen nennt das Miele-Beiblatt 200 °C Heißluft plus, 60 Minuten, spätestens halbjährlich – und die Grenze „Nach 3 Jahren sind die Geruchsfilter zu ersetzen.“
- Miele verbietet für den Geruchsfilter Geschirrspüler und Handwäsche und begründet das mit Reinigerresten, die sich beim späteren Regenerieren selbst entzünden können.
- Die Originalteile-Klausel nennt Garantie, Gewährleistung und Produkthaftung in einem Satz.
Welche Filter Miele führt
Miele veröffentlicht etwas, das in diesem Markt selten ist: Materialnummern, Gerätezuordnungen, Inhaltsangaben – und die Maße in Zentimetern, direkt auf den Produktseiten. Bei anderen Marken musst du meist selbst nachmessen; wie das geht, steht im Beitrag zum Filter ausmessen.
| Typ | Materialnummer | regenerierbar | Standzeit laut Miele |
|---|---|---|---|
| DKF 12-R | 10271450 | ja | 3 Jahre, halbjährlich regenerieren |
| DKF 21-R (4 Filter) | 10271460 | ja | 3 Jahre, „halbjährlich ganz einfach im Backofen zu regenerieren“ |
| DKF 25-R | 10271470 | ja | 3 Jahre, halbjährlich im Backofen |
| DKF 1000-R | 10427040 | ja | 3 Jahre, halbjährlich (Umluftboxen DUU 1000-2, DUU 1500) |
| DKF 31-R / DKFS 31-R | 11793470 / 11793540 | ja | 3 Jahre, halbjährlich; DKFS-Variante mit Rahmen |
| DKF 18-P | 11762600 | nein | „Filterwechsel alle 6 Monate empfohlen“ |
| DKF 19-P (2 Filter) | 11762560 | nein | „alle 6 Monate empfohlen“ |
| DKF 25-P (Active AirClean) | 11762650 | nein | „alle 6 Monate empfohlen“, Inhalt 1 Filter |
| DKF 35-P (Active AirClean) | 12041230 | nein | „alle 6 Monate empfohlen“ |
| DKF 31-P / DKFS 31-P | 11793450 / 11793530 | nein | Datenblatt vorhanden, Wechsel analog halbjährlich |
R und P – der Buchstabe, den Miele nicht erklärt
Das ist die eigentliche Falle beim Nachbestellen. Eine Miele-Seite, auf der steht, wofür die Endungen stehen, haben wir nicht gefunden. Erschließen lässt sich die Bedeutung auf drei Wegen: Erstens heißen die R-Typen im Produktnamen „Regenerierbarer Longlife AirClean Geruchsfilter“, die P-Typen dagegen „Active AirClean Geruchsfilter mit Aktivkohle“ – ohne das Wort regenerierbar. Zweitens steht in den Anleitungen durchgängig eine Klammer hinter dem R, etwa „Geruchsfilter-Set DKF 30-P oder DKF 30-R (regenerierbar)“ bei den Modellen DAD 4841 und DAD 4941. Drittens dokumentiert der Fachhandel die Umbenennung der älteren „-1″-Typen, etwa „DKF 19-1 (jetzt DKF 19-P)“ – das ist eine Händlerangabe, keine Miele-Aussage.
Unterm Strich: R = regenerierbar, P = nicht regenerierbar ist eine plausible Auslegung, aber kein Satz, den Miele geschrieben hat. Im Zweifel entscheidet nicht der Buchstabe, sondern das Datenblatt deines Filters.
Der Metallfettfilter
Vor dem Geruchsfilter sitzt der Fettfilter, und Miele setzt das strengste Intervall dieser Übersicht: „Es ist daher empfehlenswert, den Fettfilter alle 3 – 4 Wochen zu reinigen.“ Für die Maschine nennt die DA 4208 V „ein Programm mit einer Reinigungstemperatur von mindestens 50 °C und maximal 65 °C“, die Downdraft- und DAS-Anleitungen nur „maximal 65 °C“. Dazu die Ansage: „Abhängig vom Reiniger kann es zu bleibenden Verfärbungen der innen liegenden Filterflächen kommen. Dies hat keinen Einfluss auf die Funktion.“ Andere Marken schreiben „leichte Verfärbungen“ – Miele schreibt „bleibende“. Ausdrücklich ausgeschlossen sind „kalklösende Reinigungsmittel, Scheuerpulver oder Scheuermilch, aggressive Allzweckreiniger und Fettlösesprays, Backofenspray“.
Was Miele sagt – und was nur der Handel sagt
Belegt sind die Typenliste oben, die Regenerationsparameter, die Reinigungsverbote und die Klausel zum Originalzubehör – alle aus Miele-Datenblättern, Gebrauchsanweisungen oder dem Beiblatt „Regenerierbare Geruchsfilter“.
Nicht von Miele stammt die im Handel gepflegte Liste der alten Typen ohne Materialnummer – DKF 1, DKF 7-1, DKF 9-1, DKF 11-1, DKF 13-1 und weitere. Mit einer Miele-Materialnummer verknüpfen ließen sie sich nicht. Nur als Nennung belegt sind DKF 11-R, DKF 30-P und DKF 30-R.
Eine weitere Miele-Aussage gehört hierher: „Die Dunstabzugshaube ist für den Abluft- und Umluftbetrieb geeignet. Werkseitig eingestellt ist der Umluftbetrieb.“ Dazu die Anleitung der DA 6066 W: „Bei Umluftbetrieb muss zusätzlich zum Fettfilter ein Geruchsfilter eingesetzt werden.“ Warum die Kohle ohne sauberen Fettfilter davor früh aufgibt, erklärt der Beitrag zur Funktionsweise von Aktivkohlefiltern.

Für alle, die im Umluftbetrieb fahren und den Geruchsfilter turnusmäßig ersetzen statt aufzubereiten. Prüfe vor dem Kauf, ob die angebotene Typenbezeichnung in der Geräteliste deines Modells steht und ob es die nicht regenerierbare Variante ist – für sie ist der Backofen nicht vorgesehen.
Regenerieren: die Parameter im Wortlaut
Für die R-Typen liefert Miele ein eigenes Beiblatt mit, und dessen Angaben sind ungewöhnlich vollständig. Betriebsart und Temperatur: „Heißluft plus (Umluft), 200 °C“. Dauer: „Regenerierungsdauer: 60 Minuten“. Gerät: „Backofen oder in einem Dampfgarer mit Backofenfunktion“. Auslöser: regenerieren, „wenn die Geruchsstoffe nicht mehr ausreichend gebunden werden“ – dazu die Obergrenze „Spätestens sollte das Regenerieren alle 6 Monate erfolgen.“ Danach abkühlen lassen; der Filter ist laut Miele „bruchempfindlich“.
Zwei Sätze aus demselben Beiblatt werden gern überlesen: „Während des Regenerierens kann es zu einer Geruchsentwicklung kommen. Das Regenerieren sollte in gut belüfteten Räumen erfolgen.“ Und: „Die Geruchsfilter dürfen nur in einer dafür vorgesehenen Miele Dunstabzugshaube oder einer Miele Umluftbox verwendet werden.“ Der Ablauf eines Ofengangs steht im Beitrag zum Regenerieren im Backofen; ob sich der Aufwand trägt, rechnet der Beitrag Lohnen sich regenerierbare Filter durch.
Die Zeitgrenze: „Nach 3 Jahren sind die Geruchsfilter zu ersetzen.“
Dieser Satz unterscheidet die Miele-Filterwelt von den meisten anderen. Er steht so im Beiblatt, in der Einzelfilter-Fassung als „Nach 3 Jahren ist der Geruchsfilter zu ersetzen.“ Miele nennt keine Zyklenzahl, sondern ein Datum. Wer halbjährlich regeneriert, kommt in drei Jahren rechnerisch auf sechs Ofengänge – ausgesprochen hat Miele diese Zahl nicht, sie ergibt sich nur aus den beiden Angaben.
Weder Maschine noch Waschbecken – mit Begründung
Miele schließt für den Geruchsfilter als einziger Hersteller dieser Übersicht beide Nassverfahren aus – und nennt dafür einen technischen Grund:
„Die Geruchsfilter dürfen nicht im Geschirrspüler gereinigt werden.“ Und weiter: „Bei der Reinigung der Geruchsfilter im Geschirrspüler können Reste des Reinigers in den Waben zurückbleiben. Beim Regenerieren im Backofen können sich Rückstände des Reinigers durch die hohe Temperatur unter Umständen selbst entzünden.“ In einem zweiten Miele-Dokument steht zusätzlich: „Spülen Sie den Geruchsfilter nicht von Hand.“
Die Reihenfolge ist der Punkt: Nicht die Kohle ist das Problem, sondern der Reinigerrest, der später mit 200 °C in den Ofen wandert. Es gibt Marken, die ihre ausdrücklich waschbaren Kohlefilter zuerst in die Spülmaschine und danach in den Ofen schicken. Wer diese Anleitung auf einen Miele-Filter anwendet, arbeitet gegen eine ausdrückliche Miele-Warnung. Filterverfahren sind nie zwischen Marken übertragbar.
Die Filterwechselanzeige
Miele nennt das Bauteil selbst beim Namen: „Betriebsstundenzähler Geruchsfilter“. Das ist keine Messung des Sättigungsgrads, sondern eine Uhr, die läuft, solange das Gebläse läuft. In der Anleitung der DA 4208 V steht der Zähler werkseitig auf 180 Betriebsstunden und lässt sich auf 120, 180 oder 240 Stunden stellen – oder abschalten. Für Kochfelder mit integriertem Dunstabzug der KMDA-Reihe nennt der Miele-Support 120 Stunden; zwei Gerätegattungen, kein Widerspruch. Der Fettfilter hat einen eigenen Zähler, werkseitig 30 Stunden, einstellbar zwischen 20 und 50.
Zurückgesetzt wird bei laufendem Gebläse: Die zugehörige Taste – je nach Modell die kombinierte Filtertaste, die Fettfilter- oder die Geruchsfiltertaste – wird rund drei Sekunden gehalten, „bis nur noch die Anzeige 1 blinkt“. Bei Kochfeldern mit Dunstabzug heißt es: „Berühren Sie die Sensortaste Kohlefilter 3 Sekunden. Die Sensortaste erlischt.“ Hast du den Filter vor Ablauf des Zählers gereinigt, nennt eine ältere Anleitung eine längere Variante von rund sechs Sekunden. Wie diese Zähler markenübergreifend arbeiten, steht unter Sättigungsanzeige zurücksetzen.
Umluft nachrüsten: die Bausätze
Miele verkauft die Umluftfunktion als Bausatz, nicht als Einstellung. Für die DAD-4841/4941-Reihe gilt: „Für den Plug&Play-Betrieb benötigen Sie den Bausatz DUP 150. Der Bausatz enthält einen Stutzen, einen Schlauch und das Geruchsfilter-Set DKF 30-P.“ Für die DAS-2620/2920 sind es „Bausatz DUU 150 oder DUU 151″ plus „Bausatz DKFS 31-P oder DKFS 31-R“; die Umluftboxen DUU 1000-2 und DUU 1500 arbeiten mit dem DKF 1000-R. Bei den Modellen DA 1255, DA 1260 und DA 1200 ist zusätzlich von einer Abdeckfolie für die hintere Ausblasöffnung die Rede – diese Angabe fanden wir nur in einer einzigen Quelle, eine zweite Recherche hat in ihren Miele-Dokumenten keine Abdeckfolie als Bausatzbestandteil gefunden.

Für Umluftbetreiber, die den Ofengang einplanen und den Filter über Jahre behalten wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Haubenmodell in der Geräteliste des Angebots steht und ob der Filter mit oder ohne Rahmen kommt – die Rahmenvariante trägt einen zusätzlichen Buchstaben.
Original oder Nachbau
Die aktuelle Klausel steht in den Gebrauchs- und Montageanweisungen mehrerer Baureihen, darunter DAS 2620/2920, DAD 4841/4941 und DA 6066 W:
„Verwenden Sie ausschließlich Miele Originalzubehör. Wenn andere Teile an- oder eingebaut werden, gehen Ansprüche aus Garantie, Gewährleistung und/oder Produkthaftung verloren.“
Ältere Anleitungen wie die der DA 4208 V formulieren zurückhaltender: „Nur bei Originalersatzteilen gewährleistet Miele, dass sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen“, ergänzt um „Die Garantiezeit beträgt 2 Jahre.“
Zur Einordnung, ohne Bewertung: Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers, Gewährleistung ein gesetzliches Recht gegenüber dem Verkäufer, Produkthaftung wieder etwas anderes. Der Miele-Satz nennt alle drei in einer Zeile – die weitreichendste Formulierung dieser Recherche. Ob eine solche Klausel im Einzelfall greift, ist eine Rechtsfrage; wer sie klären will, lässt sich beraten. Wie andere Hersteller dieselbe Frage regeln, steht im Vergleich Original oder Nachbau bei Dunstabzugshauben.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob mein Miele-Filter in den Ofen darf?
Am Datenblatt, nicht am Aussehen. Die regenerierbaren Typen heißen „Regenerierbarer Longlife AirClean Geruchsfilter“ und enden auf „-R“, die nicht regenerierbaren laufen als „Active AirClean Geruchsfilter mit Aktivkohle“. Da Miele die Buchstaben nirgends erklärt, ist der Produktname die verlässlichere Prüfung.
Darf ich den Geruchsfilter kurz abspülen, wenn er riecht?
Nein. Miele schließt beides aus: „Die Geruchsfilter dürfen nicht im Geschirrspüler gereinigt werden“ und „Spülen Sie den Geruchsfilter nicht von Hand.“ Begründung: Reinigerreste in den Waben können sich beim späteren Regenerieren selbst entzünden. Bei einem R-Typ ist der Ofengang das vorgesehene Verfahren, bei einem P-Typ der Austausch.
Wie oft muss ich einen nicht regenerierbaren Miele-Filter wechseln?
Die Datenblätter der P-Typen nennen durchgängig „Filterwechsel alle 6 Monate empfohlen“ – eine Kalenderangabe, keine Messung. Der Betriebsstundenzähler läuft parallel und meldet sich je nach Einstellung nach 120, 180 oder 240 Stunden. Welche Größe zuerst erreicht ist, hängt davon ab, wie viel du kochst.
Passt ein Filter, der genauso aussieht?
Aus der Bauform allein nicht. Miele gibt die Kompatibilität als Liste konkreter Gerätereihen an – der DKF 25-P etwa für „DA 60×6 W/6796 W/699x W/769x W“. Diese Liste ist die Prüfgröße. Zusätzlich hilft, dass Miele die Filtermaße in Zentimetern veröffentlicht: Du kannst nachmessen und vergleichen.
Fazit
Miele dokumentiert seine Geruchsfilter besser als die meisten Wettbewerber – Materialnummern, Maße, Gerätelisten, ein Beiblatt mit Temperatur, Dauer und Intervall. Umso auffälliger ist die Lücke, die genau an der Kaufentscheidung sitzt: Was R und P bedeuten, steht nirgends.
Zwei Sätze solltest du dir merken. „Nach 3 Jahren sind die Geruchsfilter zu ersetzen“ – die harte Grenze, unabhängig von der Zahl der Ofengänge. Und das Verbot von Maschine und Handwäsche samt Begründung: Es zeigt, dass die Reinigungsvorschrift einer anderen Marke hier nicht nur unpassend ist.
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