BORA Filter: welche Standzeit gilt

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Du suchst die Standzeit deines BORA-Aktivkohlefilters und findest 150 Stunden. Auf der nächsten Seite stehen 300. In der Anleitung deines Geräts steht eine dritte Zahl. Das ist kein Fehler im Netz, sondern der Zustand der BORA-Dokumentation: Es gibt keinen einheitlichen Wert, sondern fünf – je nach System und Filtertyp. Dieser Artikel legt sie nebeneinander, mit der jeweiligen Fundstelle, und sagt an den Stellen dazu, an denen unsere beiden Recherchen zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keinen einheitlichen BORA-Wert. Je nach System nennt BORA 150, 200, 300, 400 oder 600 Betriebsstunden – Website, Shop und Gerätanleitungen decken sich nicht.
  • Für die Classic-2.0-Anleitungen fanden unsere beiden Recherchen unterschiedliche Wertepaare. Wir nennen beide und lösen den Widerspruch nicht auf.
  • BORA-Aktivkohlefilter sind nicht reinigbar – „weder in der Spülmaschine noch von Hand“. Ein Ofengang ist bei keinem BORA-Filter vorgesehen.
  • Der Fettfilter beim Kochfeldabzug ist ein anderer Fall als bei der Haube: BORA nennt „mindestens wöchentlich“.
  • Im Gerätemenü der Classic 2.0 sind laut Anleitung auch Fremdfabrikate als Filtertyp wählbar – während die Website Originalfilter verlangt.

Welche Filter BORA führt

BORA baut Kochfeldabzüge, keine klassischen Hauben. Der Geruchsfilter sitzt deshalb nicht über dem Topf, sondern im Gerät oder in einer Umluftbox unter der Arbeitsplatte – und die Bestellbezeichnungen hängen am System, nicht an der Haubenbreite. Was das für die Filterwahl bedeutet, steht ausführlich im Beitrag zu Filtern für Kochfeldabzüge.

Bestellbez. Produkt für Standzeit laut Shop
PUAKF Aktivkohlefilter Pure Pure, X Pure, S Pure, M Pure „nach 150 Betriebsstunden oder einem Jahr“
GFES Geruchsfilter, schwarze Lasche Pure-Serie, E60N, E80N, E80P „150 h Standzeit“
GFESP Geruchsfilter Plus, blaue Lasche Pure, S Pure, M Pure, X Pure Produktseite nennt keine Stundenzahl
BAKFS Aktivkohlefilterset Basic, 2 Filter Basic, GP4 „nach 150 Betriebsstunden oder einem Jahr“
ULBF Luftreinigungsbox flexibel Professional 3.0 / 2.0, Classic 2.0 „nach 300 Betriebsstunden bzw. 1,5 Jahren“
ULB3AS Aktivkohlefilterset Luftreinigungsbox 3 Professional 3.0 / 2.0, Classic 2.0 „nach ca. 600 Betriebsstunden bzw. 3 Jahren“, 3er-Set
XBOGF Geruchsfilter X BO X BO Dampf- und Backsystem Übersichtsseite: 150 h
KGF Geruchsfilter Cool BORA Kühlsysteme Übersichtsseite: 150 h / ca. 1 Jahr

Für die Classic 2.0 nennt die Anleitung die Luftreinigungsboxen ULB1 und ULB3; als Ersatzteile der Universal-Umluft-Einheit UUE3 sind „Aktivkohlepatronen 3 Stk“ und „Feinfilter 1 Stk“ belegt. Umgekehrt gilt: Nicht jede Bezeichnung, die im Netz als BORA-Filter kursiert, ist auch eine BORA-Bestellbezeichnung. Bestellbar ist nur, was in der Tabelle oben oder in der Ersatzteilliste deines Systems steht – Gerätenamen und Serienbezeichnungen sind keine Artikelnummern.

Was BORA sagt – und was nur der Handel sagt

Die belastbarste BORA-Quelle ist der eigene Shop, weil dort Bestellbezeichnung, Gerätezuordnung und Standzeit an einer Stelle stehen. Der Wortlaut für das Basic-Set: „Wechsel der Aktivkohlefilter nach 150 Betriebsstunden oder einem Jahr“, dazu die Angabe, dass das Set zwei Filter enthält und beide zu wechseln sind. Für die Luftreinigungsbox 3 heißt es, man solle „die Aktivkohlefilterpatronen immer im 3er-Set tauschen“.

Zur Filterleistung wirbt BORA qualitativ. Für den Geruchsfilter Plus: „Anti-Fisch-Schicht neutralisiert selbst hartnäckige Gerüche und Partikel zuverlässig“, für die schwarze Variante entsprechend ohne den Zusatz „und Partikel“. Auf der Produktseite des Pure-Aktivkohlefilters – deutsch wie englisch – wird eine Anti-Fisch-Schicht dagegen nicht genannt. Das ist ein belegter Unterschied zwischen den Filtergenerationen und keine Marketingnuance. Ebenfalls belegt: BORA schreibt von einer „extragroßen Filterfläche“, die „die Luftverweildauer verlängert“ – eine Flächenzahl steht auf den Produktseiten nicht. Wenn du irgendwo eine Quadratzentimeterangabe für einen BORA-Filter liest, stammt sie nicht von der Produktseite.

2 Stück Aktivkohlefilter für Bora Pure PUAKF, Puru, Puxu – Ersatzfilter für Dunstabzugshaube
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Für Besitzer eines Kochfeldabzugs im Umluftbetrieb, die den Geruchsfilter turnusmäßig tauschen. Prüfe vor dem Kauf, ob deine Baureihe in der Gerätezuordnung des Angebots steht – die Filter der einzelnen BORA-Systeme sind untereinander nicht austauschbar.

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Die Standzeiten: fünf Werte, zwei Lesarten

Auf der Serviceseite „Filter wechseln“ ordnet BORA die Systeme drei Werten zu: Professional und Classic mit der Luftreinigungsbox 3 600 Stunden, dieselben Systeme mit der Luftreinigungsbox flexibel 300 Stunden, und Basic, Pure, X BO sowie die Kühlsysteme 150 Stunden. So weit ist das konsistent mit dem Shop.

In den Gerätanleitungen wird es unübersichtlich. Die X-Pure-Anleitung führt in den technischen Daten „Standzeit Aktivkohlefilter maximal 150 h (1 Jahr)“. Beim Classic-Kochfeldabzug CKASE erscheint die Filterserviceanzeige nach 200 Betriebsstunden. Das ist ein Anzeigeintervall des Geräts, keine Standzeit eines bestimmten Filterartikels.

Und dann die Classic 2.0. Hier sind unsere beiden Recherchen zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, und wir nennen beide. Die eine liest in der Bedienungsanleitung eine Filtertypwahl mit 200 Stunden für Filtertyp 1 und 400 Stunden für Filtertyp 3. Die andere liest in einer Classic-2.0-Anleitung den Satz, dass „abhängig vom verbauten Filtertyp … nach 300 oder 600 Betriebsstunden die Filterserviceanzeige aktiviert“ wird – und hält das Wertepaar 200/400 ausdrücklich für nicht belegt. Beide Fassungen stammen aus Anleitungsdokumenten desselben Geräts, abgerufen über unterschiedliche Wege. Auflösen lässt sich das von außen nicht.

Praktisch heißt das: Die Zahl, die für dich gilt, steht in der Anleitung deines Geräts und in deinem Gerätemenü – nicht in einem Ratgeber. Und sie hängt nicht an der Marke, sondern am verbauten Filtertyp.

Warum sich dieser Filter nicht auffrischen lässt

Bei anderen Marken ist der Backofen ein Verfahren, bei BORA nicht. Der Hersteller sagt es an mehreren Stellen und ohne Spielraum:

„Der Aktivkohlefilter lässt sich nicht reinigen – weder in der Spülmaschine noch von Hand. Schließt die Aktivkohle unangenehme Gerüche nicht mehr ein, muss der Filter gewechselt werden.“ Und: „Im Gegensatz zum Fettfilter bei den Kochfeldabzugssystemen, den Sie einfach in die Spülmaschine legen können, lässt sich ein Aktivkohle-Geruchsfilter nicht reinigen.“ Sowie: „Einen Aktivkohle-Geruchsfilter können Sie nicht reinigen, dieser muss ausgetauscht werden, wenn er die Standzeit überschritten hat.“

Eine Regenerationsangabe – Temperatur, Dauer, Zyklenzahl – existiert für BORA-Filter damit nicht. Wer einen nicht dafür vorgesehenen Kohlefilter in den Ofen legt, arbeitet gegen die Herstellerangabe; warum das Verfahren nur bei ausdrücklich freigegebenen Filtern funktioniert, steht im Beitrag zum Regenerieren im Backofen. Ob sich ein regenerierbares System gegenüber einem Wechselsystem rechnet, vergleicht der Beitrag Lohnen sich regenerierbare Filter.

Für den Fettfilter gilt bei BORA das Gegenteil: „Ja, der Edelstahl-Fettfilter sowie weitere beweglichen Teile der BORA Kochfeldabzüge können in der Spülmaschine gereinigt werden.“ Das Intervall ist deutlich enger als bei einer Haube: „Nach jeder Zubereitung von stark fetthaltiger Speisen; mindestens wöchentlich oder wenn auf der Lüfterstufenanzeige F aufblinkt.“ Der Grund liegt in der Bauform – der Fettfilter sitzt beim Kochfeldabzug direkt neben dem Topf. Eine Maximaltemperatur für die Maschine haben wir nur an einer einzigen Stelle gefunden, in der Professional-3.0-Anleitung mit 65 °C; auf der Serviceseite und in den anderen geprüften Auszügen steht keine.

Die Filterwechselanzeige

BORA rechnet in Betriebszeit, und die Anleitung der Classic 2.0 sagt genau, wie: „Wird der Kochfeldabzug in einem Umluftsystem in Betrieb genommen, dann wird beim Einstellen einer Leistungsstufe automatisch die Betriebszeit von der Standzeit des Umluftfilters abgezogen.“ Das ist ein Countdown, keine Messung des Filterzustands. Was daraus folgt, steht im Beitrag Sättigungsanzeige zurücksetzen.

Die Classic 2.0 zeigt die Restlaufzeit dabei als Ampel: über 20 Stunden grün, „noch kein Filterwechsel nötig“; zwischen 5 und 20 Stunden orange, „bald anstehender Filterwechsel“; unter 5 Stunden rot, „Filter muss (in Kürze) getauscht werden“. Dazu die Warnung: „Wird die Standzeit des Aktivkohlefilters überschritten, kann der ordnungsgemäße Betrieb des Systems beeinträchtigt werden.“

Zurückgesetzt wird über das Gerätemenü, nicht über eine Tastenkombination im Blindflug. Bei der Classic 2.0 gibt es dafür zwei Menüpunkte: einen, der die Standzeit des Umluftfilters anzeigt, und einen zweiten, der „Filtertyp anzeigen, Filtertyp wechseln und Filterstandzeit zurücksetzen“ zusammenfasst; nach dem Tausch „muss die Filterstandzeit durch Berührung der entsprechenden Slider-Schaltfläche zurückgesetzt werden“. Bei der Pure-Serie führt ein Kundenmenüpunkt zum „Filterstand anzeigen und Filterserviceanzeige zurücksetzen“, bei der Professional 3.0 läuft es über das Konfigurationsmenü des Bedienknebels. Beim CKASE gilt eine Besonderheit: „Das Zurücksetzen der Filterserviceanzeige kann nur bei fälligem Filterservice nach 200 Betriebsstunden erfolgen.“ Die Tastenzeichen aus den Anleitungen geben wir hier nicht wieder – sie lassen sich aus den Dokumenten nicht zuverlässig auslesen; nimm die Anleitung deines Geräts.

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Für Betreiber eines Modularsystems mit Umluftbox, die den kompletten Satz auf einmal erneuern. Prüfe vor dem Kauf, welche Box unter deiner Arbeitsplatte sitzt und ob der Lieferumfang alle Patronen abdeckt – der Hersteller sieht den Tausch als Satz vor, nicht einzeln.

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Original oder Nachbau

Auf der englischsprachigen Serviceseite schreibt BORA: „Only original BORA filters should be used to ensure efficient performance.“ Das ist eine klare Empfehlung, aber keine Garantieklausel – eine Rechtsfolge nennt BORA an dieser Stelle nicht.

Gegen diese Aussage steht ein Fund aus der eigenen Gerätesoftware. In der Bedienungsanleitung der Classic 2.0 heißt es zur Filtertypwahl im Menü: „Filtertyp 1 (F1): BORA Luftreinigungsbox ULB1 (oder Fremdfabrikate mit 200 Std. Standzeit)“ und „Filtertyp 3 (F3): BORA Luftreinigungsbox ULB3 (oder Fremdfabrikate mit 400 Std. Standzeit)“. BORA sieht in seinem eigenen Gerätemenü also einen Punkt vor, mit dem der Nutzer Fremdfabrikate als Filtertyp einstellt und die Standzeit entsprechend setzt.

Dazu die notwendige Einschränkung: Diesen Menü-Wortlaut fanden wir nur in einer unserer beiden Recherchen. Die zweite Recherche las in einer Classic-2.0-Anleitung die Werte „300 oder 600 Betriebsstunden“ und hat den Passus zu Fremdfabrikaten nicht erhoben. Wir melden beides, weil beides aus Anleitungsmaterial desselben Geräts stammt. Wie andere Hersteller diese Frage regeln und wo sie schweigen, steht im Vergleich Original oder Nachbau bei Dunstabzugshauben. Einen unabhängigen Test von Nachbaufiltern gibt es nicht – weder für BORA noch für eine andere Marke.

Häufige Fragen

Welche Standzeit gilt jetzt für mein Gerät?

Die aus deiner Anleitung. Für die Pure-Serie, Basic, X BO und die Kühlsysteme nennt BORA durchgängig 150 Betriebsstunden beziehungsweise ein Jahr. Für die Modularsysteme hängt der Wert an der verbauten Box: 300 Stunden bei der flexiblen Variante, rund 600 bei der Luftreinigungsbox 3. Für die Classic 2.0 liegen uns aus den Anleitungen zwei verschiedene Wertepaare vor – dort ist der Blick ins Gerätemenü die einzige verlässliche Auskunft.

Kann ich einen BORA-Kohlefilter im Backofen auffrischen?

Nein. BORA nennt für seine Aktivkohlefilter kein Regenerationsverfahren und schreibt ausdrücklich, dass sie sich weder in der Spülmaschine noch von Hand reinigen lassen. Der vorgesehene Weg ist der Austausch nach Ablauf der Standzeit.

Warum meldet mein Gerät den Filter, obwohl ich kaum gekocht habe?

Weil gezählt wird, nicht gemessen. Die Betriebszeit wird bei eingestellter Leistungsstufe von der Standzeit abgezogen, unabhängig davon, was im Topf war. Warum Aktivkohle sich technisch auch gar nicht anders überwachen lässt, erklärt der Beitrag zur Funktionsweise von Aktivkohlefiltern.

Wie oft muss der Fettfilter in die Maschine?

BORA nennt „nach jeder Zubereitung von stark fetthaltiger Speisen; mindestens wöchentlich oder wenn auf der Lüfterstufenanzeige F aufblinkt“. Das ist deutlich häufiger als bei Wandhauben und liegt an der Einbaulage direkt am Kochfeld. Übertrage diesen Wert nicht auf eine Haube und den Haubenwert nicht auf den Kochfeldabzug.

Fazit

BORA dokumentiert Bestellbezeichnungen und Gerätezuordnungen sauber – bei den Standzeiten aber führen Website, Shop und Anleitungen kein gemeinsames Zahlenwerk. Fünf Werte stehen im Raum, und für die Classic 2.0 kommen zwei Recherchen zu zwei verschiedenen Wertepaaren.

Zwei Dinge sind dagegen eindeutig: Reinigen ist bei BORA-Kohlefiltern nicht vorgesehen, und die Anzeige zählt Betriebszeit. Der interessanteste Satz steht in der Anleitung, nicht im Prospekt – dort, wo das Gerätemenü Fremdfabrikate als Filtertyp anbietet.

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