Die Maico WS 250 ist unter den Wohnungslüftungsgeräten dieser Sammlung der Musterfall: Maico sagt, welche Filter drin sitzen, wo genau sie sitzen, wie groß sie sind, wann sie gewechselt werden – und das Gerät misst den Verschmutzungsgrad tatsächlich, statt nur einen Kalender abzuzählen. Dieser Artikel führt alle belegten Angaben zusammen, inklusive des einzigen konkreten Pascal-Werts, den ein Haushaltsgerät in dieser Sammlung überhaupt nennt.
- Im Gerät sitzen drei Filter: zwei Grobstaubfilter der Klasse G4 in Außen- und Abluft, dazu ein Pollenfilter F7 in der Außenluft. Die Zuordnung steht wörtlich in der Anleitung.
- Die Maße stammen von Maico selbst: 480 × 175 × 18 mm je Grobstaubfilter, 485 × 180 × 48 mm für das Set WSF 250.
- Zwei verschiedene Intervalle: „die beiden Grobstaubfilter alle 3 Monate und den Feinstaubfilter alle 6 Monate“.
- Echte Druckmessung mit Zahl: Das Gerät meldet, wenn der Differenzdruckschalter 80 Pa für mehr als 60 Sekunden registriert hat.
- Maico schreibt: „Gewährleistungsanspruch bei Reparaturen besteht nur bei Einsatz von Original-Ersatzteilen.“
Welche Filter im Gerät sitzen
Bei vielen Geräten dieser Klasse muss man raten, welcher Filter auf welche Seite gehört. Bei der WS 250 nicht. Die Anleitung ordnet beide Filtertypen ihrer Aufgabe direkt zu, und zwar wörtlich:
„Grobstaubfilter (Filterklasse G4): Filtert grobe Verunreinigungen aus Außen- und Abluft.“
„Pollenfilter (Filterklasse F7): Filtert Pollen, feinste Verschmutzungen sowie Insekten aus der Außenluft.“
Daraus folgt die Bestückung ohne Interpretationsspielraum: zwei Grobstaubfilter der Klasse G4 und ein Pollenfilter der Klasse F7. Die beiden G4 stehen jeweils am Eintritt – einer nimmt, was von draußen kommt, einer, was aus der Wohnung kommt. Der F7 sitzt zusätzlich in der Außenluft und übernimmt dort die feine Fraktion, die der Grobstaubfilter durchlässt.
Bemerkenswert ist das Wort „Insekten“ im Herstellerwortlaut. Es beschreibt, was auf der Außenluftseite über eine Saison tatsächlich zusammenkommt und was ein reiner Grobstaubfilter allein nicht zuverlässig zurückhält. Wer beim Wechsel schon einmal einen Außenluftfilter in der Hand hatte, weiß, warum das ausdrücklich dasteht.
Maico führt für dieses Gerät zwei Filterartikel mit eigener Bestellnummer:
| Artikel | Bestellnummer | Inhalt | Maß (Maico) |
|---|---|---|---|
| WSG 250 | 0093.0891 | 2× G4 | 480 × 175 × 18 mm je Stück |
| WSF 250 | 0093.0890 | 2× G4 + 1× F7 | 485 × 180 × 48 mm (Set) |
Der Unterschied zwischen den beiden Nummern ist der Punkt, an dem beim Bestellen die meisten Fehler passieren. WSG 250 enthält nur die beiden Grobstaubfilter. WSF 250 enthält zusätzlich den Pollenfilter. Wer die komplette Bestückung erneuern will, braucht das Set mit dem F7. Wer nur den Dreimonatsrhythmus der Grobstaubfilter bedient, kommt mit dem Zweierpack aus – dazu gleich mehr im Abschnitt zum Intervall. Was die Kürzel G4 und F7 gegenüber den heutigen ISO-Gruppen genau bedeuten, steht in der Einordnung zu Filterklassen nach ISO 16890.
Das Maß – und woher es stammt
Auch hier steht die gute Nachricht: Die Millimeterangaben kommen von Maico selbst, nicht aus einer Händlerbeschreibung. Das ist in dieser Gerätewelt die Ausnahme – die meisten Marken führen ihre Filter nur über Bestellnummern und überlassen das Maß dem Fachhandel.
Der einzelne Grobstaubfilter misst 480 × 175 × 18 mm. Das ist ein flacher, langgestreckter Filter, wie er in ein schmales Fach am Gerätekörper passt. Für das Set WSF 250 nennt Maico 485 × 180 × 48 mm. Diese Angabe gilt für das Set als Ganzes, nicht für einen einzelnen der drei enthaltenen Filter – die fünf Millimeter mehr in Länge und Breite sowie die deutlich größere Höhe erklären sich daraus, dass der Pollenfilter mit im Paket liegt.
Für dich heißt das praktisch: Nimm die 480 × 175 × 18 mm als das Maß, an dem du beim Nachmessen den Grobstaubfilter erkennst, und lies die 485 × 180 × 48 mm als Angabe zum Set und nicht als Maß eines Einzelfilters. Wenn du den Pollenfilter einzeln vermessen willst, tu es am ausgebauten Teil.
Und auch beim gut dokumentierten Gerät gilt: Miss vor dem Kauf am alten Filter nach, am Rahmen und nicht am gefalteten Medium. Wie das sauber geht und welche Toleranzen im Alltag noch tragen, steht im Beitrag Filtermaße richtig messen.

Für Betreiber dieser Baureihe, die die komplette Bestückung auf einmal erneuern. Prüfe vor dem Kauf, ob die Angebotsbeschreibung genau deine Gerätebezeichnung vom Typenschild nennt, ob die Bestellnummer übereinstimmt und ob alle Positionen des Satzes enthalten sind.
Was der Hersteller zum Wechsel sagt
Maico nennt für dieses Gerät nicht ein Intervall, sondern zwei – gestaffelt nach Filtertyp. Der Satz lautet in der Anleitung wörtlich:
„Wechseln Sie die beiden Grobstaubfilter alle 3 Monate und den Feinstaubfilter alle 6 Monate.“
Die Logik dahinter ist einleuchtend: Die Grobstaubfilter fangen die Masse ab und setzen sich schneller zu. Der Pollenfilter sitzt hinter dem Grobstaubfilter der Außenluftseite und bekommt damit bereits vorgereinigte Luft – er hält länger. Praktisch bedeutet das einen versetzten Rhythmus: Bei jedem zweiten Grobstaubwechsel kommt der Feinstaubfilter mit heraus. Genau deshalb führt Maico die beiden Bestellnummern getrennt.
Die drei Monate für die Grobstaubfilter liegen am strengen Ende der Branche. Wolf schreibt „Die Filter sind jährlich zu wechseln“, Pluggit empfiehlt „einmal jährlich (z. B. im Frühjahr)“. Zwischen dem strengsten und dem lockersten belegten Wert liegt der Faktor vier. Alle Wortlaute nebeneinander stehen im Vergleich der Filterwechsel-Intervalle.
Eine zweite Vorgabe wird oft überlesen, betrifft aber jeden, der die Anlage über den Sommer abschaltet. Maico schreibt: „Wenn die Anlage im Sommer nicht betrieben wird, müssen vor erneuter Inbetriebnahme die Filter aus hygienischen Gründen gewechselt werden.“ Der Grund ist nachvollziehbar: Ein beladener Filter, der monatelang feucht und unbelüftet im Gerät steht, ist ein anderer Ausgangszustand als einer, durch den ständig Luft strömt. Der Wechsel gehört hier vor die Wiederinbetriebnahme, nicht danach.
Zum Reinigen der Filter sagt Maico in unseren Quellen nichts – weder eine Erlaubnis noch ein ausdrückliches Verbot. Andere Hersteller sind an dieser Stelle deutlicher; einer erlaubt das Reinigen sogar mit einer Zahl, ein anderer untersagt es ausdrücklich. Ohne Herstelleraussage bleibt bei diesem Gerät der Wechsel der belegte Weg.
Die Filterwechselanzeige
Hier liegt die eigentliche Besonderheit der WS 250. Die meisten Geräte dieser Klasse zählen einen Timer herunter und wissen nichts über den Zustand des Filters. Die WS 250 misst. Die Anleitung erklärt die Meldung wörtlich so:
„Der Differenzdruckschalter des Lüftungsgerätes hat vor und nach den beiden Staubfiltern einen Druckunterschied von 80 Pa für mehr als 60 Sekunden registriert.“
Dieser Satz enthält drei Informationen, die man selten so klar bekommt. Erstens den Messort: vor und nach den beiden Staubfiltern, also über den Filter hinweg – genau dort, wo ein beladenes Medium einen Widerstand aufbaut. Zweitens den Schwellwert: 80 Pascal. Drittens eine Entprellzeit: mehr als 60 Sekunden. Eine kurze Druckspitze, etwa beim Anlaufen des Ventilators oder bei einer geschlossenen Tür, löst also keine Meldung aus. Erst ein Zustand, der eine Minute lang anhält, gilt als Verschmutzung.
Das ist der einzige konkrete Pascal-Wert, den ein Haushaltsgerät in dieser gesamten Sammlung nennt. Andere Hersteller schreiben allenfalls, die Anzeige reagiere „auf Verschmutzung“, ohne eine Zahl zu nennen. Was Druckverlust überhaupt ist, warum er mit der Beladung steigt und wie sich 80 Pa in die Betriebswerte einer Wohnungslüftung einordnen, steht im Beitrag zum Druckverlust von Filtern.
Daneben gibt es eine zweite, zeitbezogene Meldung: „Störungsmeldeleuchte, rote LED: Blinkt bei einer Störung oder wenn der Filterwechsel um 4 Wochen überschritten ist.“ Das Gerät fährt also zweigleisig – eine Meldung aus der Messung und eine aus der Frist. Wichtig ist dabei: Die rote LED steht auch für allgemeine Störungen. Ein Blinken heißt nicht automatisch „Filter fällig“, sondern zunächst „nachsehen“.
Zum Zurücksetzen der Anzeige nach dem Wechsel liegt uns für dieses Gerät kein Wortlaut vor. Wir übertragen den Reset-Ablauf anderer Maico-Geräte nicht hierher – sieh dafür in deine Gerätedokumentation. Wie Filteranzeigen technisch arbeiten und worin sich zeit- und druckbasierte Meldungen unterscheiden, ist unter Filterwechselanzeige verstehen aufgeschlüsselt.

Für den kürzeren der beiden Rhythmen, den der Hersteller für die Grobstaubposition vorgibt. Prüfe vor dem Kauf, ob die Bestellnummer im Angebot mit deiner Gerätedokumentation übereinstimmt und ob die Grobstaubklasse angeboten wird und nicht die feinere Ausführung.
Original oder Nachbau
Maico wird bei diesem Gerät deutlich, und zwar an zwei Stellen. Die erste ist eine schlichte Anweisung: „Ersatzfilter: Verwenden Sie nur Originalfilter.“ Die zweite ist die Klausel, auf die es ankommt:
„Gewährleistungsanspruch bei Reparaturen besteht nur bei Einsatz von Original-Ersatzteilen.“
Wir geben diesen Satz wieder und ordnen ihn ein, wir bewerten ihn nicht. Wir leisten keine Rechtsberatung, und ob eine solche Klausel im Einzelfall trägt, entscheidet nicht eine Ratgeberseite. Festhalten lässt sich aber, worauf sie sich dem Wortlaut nach bezieht: auf Reparaturen und auf Original-Ersatzteile. Wer die Formulierungen anderer Hersteller danebenlegt, sieht, wie unterschiedlich die Tonlagen ausfallen – von der rein technischen Empfehlung bis zum ausdrücklichen Erlöschen der Garantie. Diese Gegenüberstellung findest du im Intervall- und Garantievergleich, und die Klauseln von Wolf und Zehnder sind zusätzlich unter Filter selbst zuschneiden eingeordnet.
Technisch hängt die Entscheidung bei diesem Gerät ohnehin an einem Punkt, der schwerer wiegt als bei anderen: Die WS 250 misst den Druckunterschied über den Filter. Ein Nachbau mit abweichendem Druckverlust verschiebt damit nicht nur die Luftmenge, sondern auch den Zeitpunkt, zu dem die 80-Pa-Schwelle erreicht wird. Ein von Haus aus strömungsungünstigeres Medium kann die Meldung früher auslösen, ein zu durchlässiges später. Wer sich für einen Nachbau entscheidet, sollte deshalb neben Rahmenmaß und Klasse auch auf den angegebenen Anfangsdruckverlust achten.
Häufige Fragen
Brauche ich WSG 250 oder WSF 250?
WSG 250 enthält die beiden Grobstaubfilter, WSF 250 zusätzlich den Pollenfilter. Weil Maico für die Grobstaubfilter drei Monate und für den Feinstaubfilter sechs Monate vorgibt, brauchst du den Grobstaubsatz doppelt so oft wie das komplette Set.
Was heißt „80 Pa für mehr als 60 Sekunden“ praktisch?
Das Gerät meldet erst, wenn der gemessene Druckunterschied über die Staubfilter diesen Wert eine Minute lang übersteigt. Kurze Spitzen im Betrieb lösen keine Meldung aus. Die Anzeige beruht damit auf einer Messung und nicht auf einem Kalender.
Ich habe die Anlage über den Sommer abgeschaltet – reicht Kontrollieren?
Nach Maico nicht: „Wenn die Anlage im Sommer nicht betrieben wird, müssen vor erneuter Inbetriebnahme die Filter aus hygienischen Gründen gewechselt werden.“ Der Wortlaut nennt den Wechsel, nicht die Sichtprüfung, und er nennt ihn vor der Wiederinbetriebnahme.
Kann ich das Gerät zum Trockenlüften eines Neubaus nutzen?
Maico schließt das aus: „Das Lüftungsgerät ist nicht zum Austrocknen von Neubauten geeignet!“ Eine Aussage darüber, ob nach einer Bauphase kürzer gewechselt werden sollte, macht der Hersteller dagegen nicht – dazu gibt es keine belegte Angabe.
Fazit
Die WS 250 ist das am besten dokumentierte Gerät dieser Sammlung. Zwei G4 in Außen- und Abluft, ein F7 in der Außenluft, Maße direkt vom Hersteller, zwei klar getrennte Intervalle von drei und sechs Monaten und eine Anzeige, die tatsächlich misst statt zu zählen.
Der Wert „80 Pa für mehr als 60 Sekunden“ ist dabei mehr als eine technische Fußnote: Er zeigt, dass ein Filterwechsel keine Kalenderfrage sein muss. Wer dieses Gerät betreibt, sollte den versetzten Rhythmus im Blick behalten – und den Wechsel nach einer Sommerpause fest einplanen.
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