Du suchst den Wasserfilter für deinen Bosch-Side-by-Side und stößt auf zwei Bezeichnungen, die fast gleich aussehen: UltraClarity und UltraClarity Pro. Dazu kommen Materialnummern, US-Bestellbezeichnungen aus Kompatibilitätslisten – und zwei verschiedene Wechselintervalle, die beide von Bosch stammen. Dieser Artikel trennt die Generationen, zeigt beide Intervallangaben im Wortlaut und benennt die eine Nummer, die im Handel regelmäßig als Filter verkauft wird, obwohl sie keiner ist.
- UltraClarity Pro trägt die Materialnummer 11032518, Bestellbezeichnung KSZ50UCP. Die ältere Generation UltraClarity ist 11034151, Bestellbezeichnung KSZ50UC beziehungsweise KSZ50UC0.
- Zwei Herstellerangaben zum Intervall: In den Bedientexten steht „mindestens alle 6 Monate“, im Leistungsdatenblatt der älteren Filtergeneration „alle 6-9 Monate“. Beide stammen von BSH – wir nennen beide.
- Zur Literkapazität nennt BSH für diese Filtergeneration nichts. Die kursierenden 946 Liter sind eine Händlerangabe, keine Herstellerangabe.
- 11032252 ist kein Filter, sondern ein Bypass. Auch die ersetzte Nummer 00740572 gehört zu diesem Bypass – und wird im Handel als UltraClarity-Filter geführt.
- Eine Fremdfilter-Klausel gibt es bei Bosch in Deutschland nicht. Produktseitig steht nur der positive Satz „Geprüft und zugelassen für unsere Geräte“.
Welche Filter diese Marke führt
Die deutsche Bosch-Zubehörseite für Kühl-Gefrier-Kombinationen führt eine überschaubare Zahl von Artikeln. Entscheidend ist die Materialnummer – die Bestellbezeichnungen wie KSZ50UCP sind nur eine zweite Schreibweise desselben Artikels.
| Materialnummer | Produktname laut BSH | Bestellbezeichnung | Ersetzte Nummern laut BSH |
|---|---|---|---|
| 11032518 | „Wasserfilter“ (UltraClarity Pro) | KSZ50UCP | keine genannt |
| 11034151 | „Wasserfilter ‚UltraClarity’“ | KSZ50UC / KSZ50UC0 | 11028825, 11028821, 11028820, 00741509, 00740574 |
| 00640565 | „Wasserfilter für Side-by-Side Kühl-Gefrier-Kombinationen“, Einzelstück | — | 00311020 |
| 00576336 | „Wasserfilter CS-52″, Verpackungseinheit 3 Stück | CS-52 | — |
| 00750558 | „Wasserfilter …“ (extern) | — | 00497818, 00311019 |
| 11032252 | „Bypass-Filter“ – keine Filterpatrone | — | 11028826, 11028824, 00740573, 00740572, 00740559 |
Zwei Hinweise, die Geld sparen. CS-52 ist der Dreierpack (Materialnummer 00576336); das Einzelstück ist 00640565, und auf dessen Produktseite steht der Hinweis „Auch im 3er Pack unter Materialnummer 00576336″. Wer „CS-52″ bestellt, bekommt drei Filter. Und die alte Nummer 00644845 ist keine Sackgasse: Ihr Seitenaufruf leitet bei Bosch auf 11034151 weiter, sie ist damit der Vorgänger der UltraClarity-Familie.
Welche Nummer für dein Gerät gilt, hängt an der Baureihe und daran, ob intern oder extern gefiltert wird. Bosch belegt das selbst: Die Baureihen KAN58…, KA58… und K3990… nutzen mit internem Filter die 00640565, dieselben Baureihen mit externem Filter dagegen 00497818, heute 00750558. Für KAD62…, KA62…, K5930… und K5920… nennt Bosch 00644845, heute 11034151. Eine Kompatibilitätsliste im Klartext veröffentlicht BSH nicht – nur eine Eingabemaske für die E-Nummer des Geräts. Genau daraus entstehen die Fehler, die der Beitrag zur Teilenummern-Kette sammelt.
Was der Hersteller sagt – und was nur der Handel sagt
Der Widerspruch beim Wechselintervall
Der Shop ist eindeutig: Für 11032518 steht dort „Laufzeit: 6 Monate“, für 11034151 „Dauer: alle 6 Monate wechseln“, für 00640565 und den Dreierpack „Der Filter sollte alle 6 Monate ausgetauscht werden“ und für den externen Filter „Aus Hygienegründen sollte der Filter alle 6 Monate gewechselt werden“. Auch die Gebrauchsanleitungen sagen es so: Die Bosch-Baureihe KAD90../KAG90.. schreibt „Die Filterpatrone muss mindestens alle 6 Monate gewechselt werden.“
Und dann gibt es die zweite Zahl. In der über ein Anleitungsarchiv abrufbaren Fassung der KAD-Serie steht auf Seite 22 „Der Filter muss mindestens alle 6 Monate gewechselt werden.“ – und im selben Dokument auf Seite 24, im Abschnitt „Spezifikations- und Leistungsdatenblatt“: „Der Filter ist alle 6-9 Monate zu wechseln.“ Dieselbe Angabe steht in der Gaggenau-Anleitung der RF-Serie, dort geschrieben als „Der Filter ist alle 6–9 Monate zu wechseln.“
Zwei Einschränkungen gehören dazu, und sie sind wichtig. Erstens: Der dokumentinterne Widerspruch sitzt in der Archivfassung der KAD-Serie und in der Gaggenau-Anleitung – im Bosch-eigenen PDF zur Baureihe KAD90../KAG90.. auf der Herstellerdomain kommt die 6-9-Monats-Angabe nach gezielter Prüfung nicht vor. Zweitens: Sie stammt aus dem Leistungsdatenblatt der älteren Filtergeneration, nicht aus einem Datenblatt zur Pro-Generation. Beide Angaben stammen vom Hersteller, und wir glätten sie nicht. Praktisch heißt das: Die kaufmännisch verbreitete Formel „maximal sechs Monate“ ist strenger als das Datenblatt des Herstellers selbst – und die Frage, was ein solches Intervall überhaupt begrenzt, behandelt der Beitrag zur Filterstandzeit.
Was der Handel sagt und BSH nicht
Die Literkapazität. Für die UltraClarity- und die Pro-Generation nennt keine BSH-Primärquelle eine Nennkapazität. Die im Handel verbreiteten 946 Liter beziehungsweise 250 Gallonen sind eine Händlerangabe – konsistent über mehrere Anbieter, aber eben keine Herstellerzusage. Belegt ist eine Literzahl nur für die ältere Cuno-Generation: „Nominelle Nutzdauer: 2.800 Liter“ bei einem Durchfluss von 2,83 Litern pro Minute.
Die US-Gleichsetzung. In Kompatibilitätslisten taucht regelmäßig die Gleichung 11032518 = BORPLFTR55 auf. Sie ist durch keine Herstellerquelle gedeckt: Bosch ordnet BORPLFTR50, BORPLFTR55, RA450022 und REPLFLTR55 der US-Materialnummer 11032531 zu, und für BORPLFTR55 steht auf der US-Seite „Product is no longer available“. Die Nummer 11032518 kommt auf der Bosch-US-Seite überhaupt nicht vor. Ob die europäische und die US-Patrone physisch dieselbe sind, ließ sich nicht klären – keine Herstellerquelle setzt sie gleich, der Handel tut es.
Und der härteste Fall: die Nummer, die gar kein Filter ist. BSH führt 11032252 als „Bypass-Filter“ und nennt dazu als ersetzte Nummern unter anderem 00740572. Ein Bypass ist ein Blindeinsatz, der die Filterstelle überbrückt – er filtert nicht. Trotzdem wird 00740572 im Handel in Ersetzt-Listen von Nachbau-Wasserfiltern geführt, teils in Angeboten, deren eigene Produktadresse das Wort Bypass enthält. Wer nach dieser Nummer sucht, kann also einen Filter dort einbauen, wo im Gerät ein Blindstopfen saß – oder umgekehrt. Was ein solcher Blindeinsatz leistet, steht im Beitrag zum Wasserfilter-Bypass.

Für Besitzer einer Side-by-Side-Kühl-Gefrier-Kombination dieser Marke mit interner Filterpatrone. Prüfe vor dem Kauf drei Dinge: ob das Angebot die Generation beschreibt, die dein Gerät braucht, ob deine E-Nummer in der Kompatibilitätsangabe auftaucht, und ob es sich um Originalware oder ein kompatibles Fremdprodukt handelt. Die Bezeichnungen der beiden Generationen unterscheiden sich nur um wenige Zeichen.
Was der Filter laut Bosch leistet – und was nicht
Für 11032518 nennt BSH diese Reduktionsliste im Wortlaut: „Reduziert und schützt vor Ablagerungen, Chloraminen, Chlor, Blei, Sedimenten, Pharmazeutika, Zysten, Quecksilber, Asbest, Trübung“. Für die ältere 11034151 heißt es knapper: Reduktion von „Chlorgeschmack und -geruch sowie Partikeln und zystenartige Mikroorganismen/Parasiten“.
Der ehrlichste Satz steht in der Gebrauchsanleitung: „Der Wasserfilter filtert ausschließlich Partikel aus dem zugeführten Wasser, keine Bakterien oder Mikroben.“ Ergänzend heißt es dort, das Gerät sei an Orten, „wo die Wasserqualität bedenklich oder nicht ausreichend bekannt ist, nicht ohne angemessene Desinfektion vor und nach der Filterung“ zu benutzen. Damit sagt der Hersteller selbst am deutlichsten, wogegen dieser Filter nicht gebaut ist.
Zum Zertifikat: Auf der deutschen Produktseite steht „Zertifiziert durch NSF“ – ohne Normnummer. Für die ältere Cuno-Generation nannte BSH noch „Filtration nach NSF/ANSI-Standard 42 und 53″. Für die aktuelle Generation fanden wir keine Normnummer und keine Literkapazität, also weder eine Prüfgrundlage noch eine Leistungszahl zum Nachrechnen. Was die NSF-Nummern jeweils abdecken und warum ein US-Zertifikat keine deutsche Zulassung ist, steht im Beitrag zu den NSF-Zertifikaten.
Die Anzeige und der Reset
Bei der Baureihe KAD90../KAG90.. zeigt ein Symbol mit drei Balken die Restlaufzeit in Stufen an: „Bis zu sechs Monaten“, „Bis zu vier Monaten“, „Bis zu zwei Monaten“ und schließlich „Bis zu 10 Tagen: Die drei Balken des Symbols blinken“. Zurückgesetzt wird laut derselben Anleitung so: „Taste ‚Licht/Filter‘ 3 Sekunden gedrückt halten. Das Symbol für den Wasserfilter wird zurückgesetzt.“
Bei der aktuellen Bosch-Baureihe KFD96.. leuchtet die Anzeige „filter“, wenn der Filter gewechselt werden muss; das Zurücksetzen erfolgt über die Filtertaste, worauf die Anzeige erlischt. Eine Haltedauer nennen wir hier bewusst nicht: Unsere Abrufe derselben Anleitung wichen an dieser Stelle voneinander ab. Sieh in deiner eigenen Anleitung nach, und übernimm keine Sekundenangabe aus einem Forum.
Für die älteren Bosch- und Siemens-Serien KAD.. und KA..D.. ist in den geprüften Anleitungen überhaupt kein Reset-Verfahren dokumentiert – dort steht nur, dass die Anzeige nach sechs Monaten zum Wechsel auffordert. Und der Algorithmus dahinter wird nirgends offengelegt: Die Monatsstufen sprechen für eine Kalenderuhr, während Gaggenau für ein Schwestergerät schreibt, die Benachrichtigung schalte „bei erhöhtem Wasserverbrauch … früher ein“. Warum die Anzeige den Filter ohnehin nicht „sieht“, erklärt der Beitrag Filter nicht erkannt.
Wir haben für diese Stelle den Blindeinsatz gesucht, der die Filteraufnahme verschließt. Über den großen Versandhandel wird er praktisch nicht angeboten — was dort unter den passenden Suchbegriffen erscheint, sind ganz überwiegend Filterpatronen, und in einem Fall sogar ein Stopfen für einen Wäschetrockner. Den Blindeinsatz für dein Gerät bekommst du über den Ersatzteildienst des Herstellers, und zwar über die Typennummer deines Kühlschranks. Wer stattdessen eine Patrone kauft, hat genau das Teil, das er nicht wollte.
Dass der filterlose Betrieb überhaupt vorgesehen ist, schreibt BSH selbst: „Die Eis- und Wasserausgabe kann auch ohne Wasserfilter benutzt werden. In diesem Fall die Verschlusskappe einsetzen.“ Für die aktuelle Baureihe heißt es: „Eine Bypass-Kappe erhalten Sie bei unserem Kundendienst oder auf unserer Webseite.“ Dieselbe Sache trägt in den Unterlagen vier Namen – Verschlusskappe, Bypass-Kappe, Umgehungskappe und im Katalog „Bypass-Filter“. Ob die Filteranzeige dabei abgeschaltet werden kann, sagt keine der geprüften Quellen.
Original oder Nachbau
Hier ist der Befund selbst die Nachricht: Bei Bosch in Deutschland haben wir keine Fremdfilter-Klausel gefunden – weder in den geprüften Gebrauchsanleitungen noch im Shop. Was es gibt, ist eine positive Formulierung auf der Produktseite: „Geprüft und zugelassen für unsere Geräte“, bei der älteren Generation „Das Produkt ist … für Bosch-Geräte geprüft“. Keine Aussage, dass Fremdfilter Garantie oder Gewährleistung berühren, keine Aussage, dass sie Schäden verursachen.
Nur der US-Auftritt von Bosch warnt, und zwar gezielt: „Avoid counterfeit filters by purchasing directly from Bosch.“ Das richtet sich gegen Fälschungen – gegen Ware, die sich als Original ausgibt –, nicht gegen legal angebotene kompatible Filter. Andere Marken formulieren an dieser Stelle deutlich breiter. Diese Unterscheidung sauber zu halten, ist die halbe Miete; einen unabhängigen Test dieser Produktklasse gibt es nicht, und was sich stattdessen selbst prüfen lässt, steht im Beitrag Nachbau oder Original.
Häufige Fragen
Sechs oder neun Monate – was gilt jetzt?
Beides steht in Herstellerunterlagen. Die Bedientexte sagen „mindestens alle 6 Monate“, das Leistungsdatenblatt der älteren Filtergeneration sagt „alle 6-9 Monate“. Wir lösen das nicht auf, weil beide Angaben von BSH stammen. Für die Praxis ist die Anleitung deines konkreten Geräts maßgeblich – und die nennt in aller Regel die sechs Monate.
Passt der UltraClarity Pro in ein Gerät, das mit UltraClarity ausgeliefert wurde?
Das sagt keine geprüfte Herstellerquelle, und wir behaupten es nicht. BSH führt beide als eigene Materialnummern mit eigenen Ersetzt-Listen. Der belastbare Weg ist die E-Nummer-Prüfung auf der Produktseite: Sie ist die einzige Zuordnung, die BSH selbst anbietet.
Wie viele Liter schafft der Filter?
Für die UltraClarity-Generationen nennt BSH keine Literzahl. Die verbreiteten 946 Liter stammen vom Handel. Belegt ist eine Kapazität nur für die ältere Cuno-Generation mit 2.800 Litern. Wer die beiden Zahlen nebeneinander sieht, sollte sie also nicht als Fortschritt oder Rückschritt lesen – sie stammen aus verschiedenen Quellenklassen.
Kann ich statt der Patrone einfach den Bypass einsetzen?
BSH sieht den filterlosen Betrieb ausdrücklich vor und verkauft den Blindeinsatz als Katalogartikel. Was der Filter dann nicht mehr reduziert, steht in der Reduktionsliste oben. Achte beim Kauf nur darauf, dass du wirklich den Blindeinsatz erwischst – die zugehörigen Altnummern kursieren im Handel als Filternummern.
Fazit
Beim UltraClarity Pro ist die Materialnummer der einzige verlässliche Anker: 11032518 für die Pro-Generation, 11034151 für die ältere. Alles, was darüber hinaus aus Kompatibilitätslisten kommt – US-Bestellbezeichnungen, Literzahlen, angebliche Vorgänger –, ist entweder Handelsangabe oder nachweislich falsch zugeordnet.
Und beim Intervall lohnt es sich, beide Zahlen zu kennen. Bosch nennt in den Bedientexten „mindestens alle 6 Monate“ und im Leistungsdatenblatt der älteren Filtergeneration „alle 6-9 Monate“. Wer das weiß, liest die Sechs-Monats-Formel des Handels als das, was sie ist: eine von zwei Herstellerangaben.
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