Filter im Altbau: nachrüsten

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Im Bestand wird Lüftung nachgerüstet, nicht mitgebaut – und damit stellt sich die Filterfrage anders als im Neubau. Zwei Bauformen stehen zur Wahl: einzelne Geräte in der Außenwand oder eine zentrale Anlage mit Kanälen. Wer wissen will, welche Filter dazugehören, stößt schnell auf eine Lücke: Die Hersteller äußern sich zum Nachrüsten ausführlich – zu den Filtern beim Nachrüsten aber nicht. Dieser Beitrag sagt, was belegt ist, was nur für fensterlose Bäder gilt und was in unserer Recherche schlicht gefehlt hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine Herstelleraussage zu Filtern beim Nachrüsten. Die geprüfte Herstellerseite zum Thema „Lüftungsanlage nachrüsten“ äußert sich zu Bauformen – dezentral gegen zentral –, nicht zu Filtern. Eine altbauspezifische Filterempfehlung gibt es in dieser Recherche nicht.
  • Die einzige belegte Klassenanforderung aus einem Normkontext lautet „mindestens G2″ – und sie gilt für die Lüftung fensterloser Bäder und Toilettenräume, nicht für Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Ihr Zweck ist laut Quelle der Schutz der Luftleitungen, nicht die Raumluft. ⚠️ Sie stammt aus einer einzigen Quelle.
  • Zur Geltung dieser Norm zitieren wir zwei Sätze derselben Seite: „Die Norm gilt über die Bauordnungen der Länder für die Lüftung von fensterlosen Räumen.“ Und: „Die Regelungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.“
  • Die belegten Argumente für die Bauform sind Herstelleraussagen, keine unabhängigen Befunde – von Anbietern, die die jeweiligen Geräte verkaufen. Wir zitieren sie als das, was sie sind.
  • Was in den dezentralen Geräten steckt, ist gerätespezifisch: von einem Filter der Klasse G3 im Set über G4-Sets bis zu kombinierten F7/M5-Sets – abhängig vom Modell, nicht vom Baujahr des Hauses.

Die kurze Antwort

Für Filter im Altbau gibt es keine eigene Regel. Was den Filter bestimmt, ist das Gerät, das eingebaut wird – nicht das Gebäude, in das es eingebaut wird. Ein dezentrales Wandgerät braucht die Filter, die sein Hersteller für dieses Modell führt; eine zentrale Anlage braucht die Filter, die in ihrer Ersatzteilliste stehen.

Die Entscheidung, die im Bestand tatsächlich ansteht, ist deshalb die Bauform. Dazu gibt es Herstelleraussagen im Wortlaut – und sie stammen von Parteien, die das jeweilige System verkaufen. Eine unabhängige Gegenüberstellung haben wir nicht gefunden.

Und die einzige Filterklassenanforderung, die uns in einem Normkontext begegnet ist, gilt nicht für die Wohnungslüftung, sondern für fensterlose Bäder und Toilettenräume. Wer sie auf eine Komfortanlage überträgt, überträgt sie in einen Bereich, für den sie nicht geschrieben wurde.

Worauf diese Einordnung beruht

Wir haben keines dieser Geräte gekauft, in eine Wand gesetzt oder vermessen. Wir haben keine Anlage nachgerüstet und keinen Filter geprüft. Was hier steht, stammt aus Herstellerseiten, aus einer Verbandsdarstellung zu einer Norm und aus den Ersatzteil- und Produktangaben der Gerätehersteller – jede Quelle ist im Text benannt.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Die Herstellerseiten, die dezentrale und zentrale Systeme gegenüberstellen, gehören Unternehmen, die diese Systeme verkaufen. Das entwertet ihre Angaben nicht, macht sie aber zu Aussagen einer Partei. Zweitens: Eine der zitierten Herstellerseiten lag uns nur in englischer Sprache vor, weil die deutsche Fassung nicht abrufbar war. Diese Zitate stehen deshalb im Original und tragen den Hinweis ⚠️, dass sie aus einer einzigen, fremdsprachigen Quelle stammen.

Was belegt ist – und was nicht

Belegt: die Bauformargumente im Herstellerwortlaut, die Klassenanforderung für fensterlose Sanitärräume samt ihrem Zweck, die beiden Sätze zur Geltung dieser Norm und die Filterbezeichnungen einzelner dezentraler Geräte.

Lücke – und das ist der tragende Befund: Zu Filtern beim Nachrüsten sagt der Hersteller, der die Bauformen gegenüberstellt, nichts. Er äußert sich zu Aufwand, Einbau und Sanierungsablauf; die Filter kommen in seinem Text nur allgemein vor.

Lücke: einfache Abluftsysteme. Zu reinen Bad- und WC-Lüftern ohne Wärmerückgewinnung wurden über die Verbandsdarstellung hinaus keine weiteren Herstelleraussagen zu Filterklassen gefunden. Die geprüften Fachhändlerseiten behandelten in den abgerufenen Texten ausschließlich Filter für Geräte mit Wärmerückgewinnung.

Lücke: altbauspezifische Standzeiten. Eine Aussage der Form „im Altbau häufiger wechseln“ ist in dieser Recherche nicht belegt – kein Hersteller, keine Norm, keine Behörde sagt das. Wie oft gewechselt wird, richtet sich nach den Angaben zum Gerät; die Spannweite dieser Angaben haben wir in wie oft wirklich gewechselt wird zusammengetragen.

Dezentral oder zentral – was die Hersteller schreiben

Ein Lüftungsgerätehersteller stellt die beiden Wege auf seiner Seite zum Nachrüsten gegenüber. Zu dezentralen Systemen schreibt er von „schnelle[r] und einfache[r] Nachrüstung“ und nennt sie „ideal bei Raum-für-Raum-Sanierung“; außerdem bezeichnet er sie als „kostengünstiger bei kleineren Objekten“ – das ist eine Werbeaussage ohne Zahl, und wir geben sie als solche wieder, nicht als Befund. Beträge nennen wir grundsätzlich nicht.

Zu zentralen Systemen schreibt derselbe Hersteller, sie seien „besonders effizient bei größeren Gebäuden“ und böten „sehr hohe Wärmerückgewinnung“, verlangten aber „Höherer Planungsaufwand“. Zu Filtern steht auf dieser Seite keine spezifische Aussage; allgemein heißt es, die Anlagen ermöglichten eine „Reduzierung von Allergenen und Schadstoffen“. Das ist die Produktbeschreibung eines Unternehmens, das diese Anlagen verkauft – eine unabhängige Untersuchung dazu haben wir nicht gefunden.

Ein zweiter Hersteller beschreibt dezentrale Lüftung in historischen Gebäuden. Die deutsche Fassung der Seite war nicht abrufbar; die Zitate stehen deshalb im englischen Original: „Installation is carried out via a simple core drilling in the exterior wall. There is no need to lay metres of ventilation pipes“, „Renovations can be carried out room by room or flat by flat – ideal for occupied properties“ und „While centralised systems often require space-consuming duct systems and suspended ceilings, decentralised systems can be integrated flexibly“. ⚠️ Diese Angaben stammen aus einer einzigen Herstellerquelle in einer Fremdsprache; eine deutschsprachige Entsprechung haben wir nicht gefunden.

Was in diesen Texten auffällt: Es geht um Bohrkerne, Rohre, Decken und Bauabläufe. Die Filterfrage taucht darin nicht auf – sie entsteht erst, wenn das Gerät feststeht.

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Die einzige Klassenanforderung – und wofür sie gilt

Es gibt in dieser Recherche genau eine Filterklassen-Mindestanforderung aus einem Normkontext. Sie steht in der Darstellung des Bundesverbands für Wohnungslüftung zur DIN 18017-3, und diese Norm regelt laut Quelle „die Lüftung mit Ventilatoren von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster“ – in Wohngebäuden und Gebäuden mit wohnähnlicher Nutzung wie Hotels, Büros oder Wohnheimen.

Der Satz zur Filterklasse lautet dort: „Um ausreichend lange Wartungsintervalle sicherzustellen, wird ein Filter der Filterklass[e] G2 mindestens gefordert.“ Der Tippfehler steht im Original. Als Zweck nennt dieselbe Quelle die „Vermeidung einer unzulässigen Verschmutzung von Luftleitungen während der Betriebsdauer“. Es geht dort also um den Schutz der Leitungen – nicht um die Qualität der Raumluft. ⚠️ Die Angabe stammt aus einer einzigen Quelle.

Zur Geltung schreibt dieselbe Seite zwei Sätze, die zusammengehören: „In Absprache mit den Baubehörden, bleibt die Norm eigenständig bestehen. Die Norm gilt über die Bauordnungen der Länder für die Lüftung von fensterlosen Räumen.“ Und an anderer Stelle: „Die Regelungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.“ Wir geben beides wieder und leiten daraus nichts für deinen Einzelfall ab – was in deinem Bundesland gilt, sagt dir die dortige Bauordnung oder ein Fachplaner, nicht dieser Text.

Zur Einordnung der Klasse selbst: G2 ist eine sehr grobe Klasse der alten Nomenklatur, unterhalb von G3 und G4 – deutlich einfacher als die Fein- und Pollenfilter (M5, F7, ePM1), die in zentralen Komfortanlagen mit Wärmerückgewinnung stecken. Was die Kürzel bedeuten und wie sie sich zur heutigen Systematik verhalten, steht in G4, F7 – was bedeutet das.

Was in den Geräten steckt, die im Bestand landen

Statt einer Altbauregel gibt es Gerätedaten. Drei Beispiele aus den Herstellerangaben, jeweils mit ihrer Quellenlage:

  • Ein dezentrales Gerät eines Herstellers wird mit zwei eingebauten Originalfiltern der Klasse G4 geliefert; das Nachrüsten eines Pollenfilters (F7) ist laut Anleitung möglich. Die zugehörigen Setnummern stammen aus dem Verkaufsshop des Herstellers und wurden im letzten Nummernprüflauf nicht erneut abgerufen – sie behalten den Status aus der Vorrecherche. Mehr dazu steht im Geräteartikel zum dezentralen ComfoAir 70.
  • Ein kompaktes Wandgerät eines zweiten Herstellers wird mit einem kombinierten Set aus einem Feinstaubfilter (ISO ePM1 ≥ 50 %, F7) und einem Filter der Klasse ISO ePM10 ≥ 50 % (M5) geführt – ein Set mit zwei Stück. ⚠️ Diese Angabe stammt aus einem einzigen Abruf der Herstellerseite.
  • Ein dezentrales Gerät eines dritten Herstellers wird mit einem Filter der Klasse G3 im Zweierset geführt. ⚠️ Auch diese Angabe stammt aus einem einzigen Abruf; sämtliche Filterbezeichnungen dieses Herstellers sind in unserer Faktenbasis einfach belegt.

Die Spannweite reicht damit von G3 bis F7 – innerhalb der dezentralen Bauform, für Geräte, die alle im Bestand nachgerüstet werden. Das ist der Grund, warum eine pauschale Altbauempfehlung nicht funktioniert: Sie müsste Geräte zusammenfassen, deren Hersteller unterschiedliche Klassen vorsehen. Welche vier Angaben du stattdessen brauchst, steht in Filter kaufen – worauf achten.

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Häufige Fragen

Brauche ich im Altbau gröbere Filter, weil mehr Staub anfällt?

Dazu haben wir keine Quelle. Weder ein Gerätehersteller noch eine Norm noch eine Behörde äußert sich in den geprüften Unterlagen zu einer altbauspezifischen Filterwahl. Maßgeblich ist, was der Hersteller für dein Gerät führt.

Gilt die Anforderung „mindestens G2″ auch für meine Wohnungslüftung?

Die Quelle bezieht sie ausdrücklich auf die Lüftung fensterloser Bäder und Toilettenräume und begründet sie mit dem Schutz der Luftleitungen. Für Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung sagt sie nichts. Wir übertragen sie deshalb nicht – und raten davon ab, das aus einer Ratgeberseite zu übernehmen, die es tut.

Ist dezentral im Bestand einfacher als zentral?

Die Hersteller schreiben das – der eine spricht von „schnelle[r] und einfache[r] Nachrüstung“, der andere von der Kernbohrung statt Rohrleitungen. Beide verkaufen dezentrale Geräte. Eine unabhängige Gegenüberstellung der beiden Bauformen haben wir in dieser Recherche nicht gefunden, und wir haben selbst nichts eingebaut.

Und wenn ich zur Miete wohne?

Dann hängt an der Nachrüstung mehr als die Filterfrage. Was zum Filterwechsel in einer Mietwohnung belegt ist, haben wir in Filterwechsel in der Mietwohnung getrennt aufgeschrieben; zur Einbauentscheidung selbst äußern wir uns dort wie hier nicht.

Fazit

Für den Altbau gibt es keine eigene Filterregel, sondern nur Gerätedaten – und die reichen bei dezentralen Geräten von der Klasse G3 bis F7. Die einzige Klassenanforderung aus einem Normkontext betrifft fensterlose Bäder und Toilettenräume, dient laut Quelle dem Schutz der Luftleitungen und gilt über die Bauordnungen der Länder, die sich untereinander unterscheiden. Wer im Bestand nachrüstet, entscheidet über die Bauform; der Filter ergibt sich danach aus der Ersatzteilliste des Geräts, das eingebaut wurde. Wie sich das im Neubau darstellt, steht in einem eigenen Beitrag.

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