„Wann muss ich den Fettfilter tauschen?“ ist eine der meistgestellten Fragen zur Dunstabzugshaube – und sie hat für die häufigste Bauart eine unerwartete Antwort: gar nicht. Metallfettfilter werden gereinigt, nicht ersetzt. Nur ein einziger Hersteller in unserer Auswertung nennt überhaupt eine Austauschgrenze. Getauscht wird stattdessen das Vlies, und dafür stammen die Intervalle vom Handel, nicht von den Herstellern. Dieser Artikel trennt beides sauber und sagt dazu, was beim Brandrisiko belegt ist und was nicht.
- Metallfettfilter sind Dauerteile. Neff schreibt: „Metallfettfilter sind bei regelmäßiger Reinigung über viele Jahre haltbar und müssen in der Regel nicht ausgetauscht werden.“
- Nur Novy nennt eine Grenze: „Wir empfehlen, die Filter nach etwa 5 Jahren auszutauschen.“ Kein weiterer Hersteller in unserer Auswertung nennt eine Austauschfrist für Metall.
- Getauscht wird das Vlies. Das Intervall „alle 4 bis 10 Wochen“ stammt aus dem Fachhandel – eine Herstellerangabe ist es nicht.
- Kriterien, wann ein Metallfilter defekt ist, veröffentlicht kein Hersteller. Belegt sind nur Randsätze: nie ohne Fettfilter betreiben, kein nicht feuerbeständiges Ersatzmaterial.
- Beim Brandrisiko warnen praktisch alle Hersteller im Wortlaut – eine Statistik zu Küchenbränden durch Dunstabzugshauben existiert trotzdem nicht.
Die kurze Antwort
Wenn in deiner Haube Metallkassetten sitzen – der silberne Rahmen mit dem feinen Streckmetallgewebe –, dann ist Reinigen die vorgesehene Wartung und Tauschen die Ausnahme. Neff sagt das ausdrücklich, und die übrigen Hersteller sagen es indirekt: Ihre Anleitungen kennen ein Reinigungsintervall, aber keine Austauschfrist.
Die einzige Ausnahme, die wir gefunden haben, ist Novy mit „nach etwa 5 Jahren“. Das ist eine Empfehlung eines einzelnen Herstellers für seine eigenen Filter, keine Branchenregel.
Wenn in deiner Haube dagegen eine weiße Matte liegt, hast du ein Verschleißteil in der Hand. Vlies bindet Fett, bis es gesättigt ist, und wird dann ersetzt – waschen lässt es sich nicht. Welche Bauart du hast, klärt der Beitrag Fettfilter aus Metall oder Vlies.
Was belegt ist – und was nicht
Belegt ist die Langlebigkeit des Metallfilters. Der Neff-Satz oben ist die klarste Aussage dazu. Er passt zum Aufbau: Metallfettfilter bestehen aus mehreren Lagen Streckmetall – ein Nachschlagewerk nennt vier bis vierzehn Lagen und einen Fettabscheidegrad von 75 bis 98 Prozent. Ein Bauteil dieser Art verliert seine Funktion nicht durch Gebrauch, sondern durch Fettbeladung, und die lässt sich entfernen.
Belegt sind Reinigungsintervalle in großer Spannweite. Miele nennt „alle 3 – 4 Wochen“, eine ganze Reihe von Herstellern einen Monat, BSH und Gaggenau „alle zwei Monate“, Amica „alle acht bis zehn Wochen“. Zwischen dem strengsten und dem lockersten Haushaltswert liegt Faktor drei bis vier. Umgerechnet auf ein Jahr sind das etwa zwölf bis dreizehn Reinigungen bei Miele und sechs bei BSH. Wie gereinigt wird, steht unter Fettfilter in der Spülmaschine reinigen.
Nicht belegt ist ein Kriterienkatalog für den Austausch. Kein Hersteller in unserer Auswertung schreibt, woran man einen verbrauchten Metallfettfilter erkennt. Es gibt keine Angabe zu einer maximalen Zahl von Spülgängen, keine zu einer zulässigen Verformung und keine zu einem Punkt, ab dem die Abscheidung nachlässt. Was es gibt, sind drei Randsätze:
- BSH, durchgängig in den Anleitungen: „Gerät nie ohne Fettfilter betreiben.“
- Beko: „Verwenden Sie kein nicht feuerbeständiges Filtermaterial anstelle des aktuellen Filters.“
- Klarstein zur Handreinigung: keinen starken Druck ausüben, „da er empfindlich ist und leicht beschädigt wird“.
Aus diesen drei Sätzen folgt praktisch: Ein Filter, der nicht mehr sauber in seiner Halterung sitzt oder dessen Gewebe beschädigt ist, gehört ersetzt – weil die Haube ohne funktionierenden Fettfilter nicht betrieben werden soll. Das ist unsere Ableitung aus den Herstellersätzen, keine Herstellerangabe. Eine Prüfliste, die dir jemand vorlegt, ist an dieser Stelle immer selbst gebaut.
Belegt ist immerhin die Verfügbarkeit. Bosch gibt für Original-Ersatzteile an, sie seien „Im Allgemeinen für bis zu 15 Jahre verfügbar“, Constructa spricht von einer „15-jährigen Ersatzteilgarantie“. Wer eine Kassette ersetzen muss, steht also nicht sofort vor einem Neugerät.
Wenn der Metallfilter doch raus muss
Bevor du bestellst, klär drei Dinge: welche Bauform, welches Maß, wie viele Stück. Die Stückzahl ist keine Selbstverständlichkeit – ein Hersteller gibt für einen Artikel an, dass bei der schmaleren Esse zwei und bei der breiteren drei Kassetten verbaut sind. Und beim Maß hilft nur Nachmessen oder die Typennummer, weil es kein Standardmaß gibt; das steht ausführlich unter Fettfilter-Maße und in der Anleitung zum Filtermaße richtig messen.
Ein Detail, das viele Bestellungen rettet: Dieselbe Bestellnummer kann über die Jahre in zwei Bauzuständen ausgeliefert worden sein. Ein Hersteller vermerkt zu einem Metallfettfilter ausdrücklich „alt: 10 lagig/neu: 8 lagig/1:1 austauschbar“. Wenn dein Ersatzfilter also anders aussieht als der alte, muss das kein Fehler sein.

Für alle, deren Metallkassette beschädigt ist oder nicht mehr sauber in der Halterung sitzt – für den Regelfall ist Reinigen vorgesehen, nicht Ersetzen. Prüfe vor dem Kauf, ob Bauform, Rahmenhöhe und Anzahl zu deiner Haube passen und ob die Position zu deiner Typennummer freigegeben ist.
Das Vlies ist das eigentliche Wechselteil
Fettfiltervlies besteht aus einer wenige Millimeter starken Vlieslage und muss nach Sättigung ausgetauscht werden. Reinigen ist nicht vorgesehen. Das Wechselintervall, das im Handel genannt wird, lautet: „Je nach Ihrem individuellen Kochverhalten, sollten Sie die Filtermatte aller 4 bis 10 Wochen wechseln.“ Das ist eine Händlerangabe – ein Herstellerintervall für Vlies haben wir nicht gefunden.
Viele Matten tragen einen Farbindikator. Ein Ersatzteilhändler beschreibt ihn so: Der Filter färbe sich mit steigendem Sättigungsgrad durch eine fettlösliche, farbgebende Substanz automatisch ein, „ähnlich einem Löschblatt“. Das ist die einzige Sättigungsanzeige im Dunstabzug, die tatsächlich den Zustand des Materials zeigt und nicht die verstrichene Zeit – auch das allerdings eine Händlerbeschreibung, keine Herstelleraussage.
Zwei Dinge fehlen bei Vlies vollständig. Erstens die Grammatur: Weder Hersteller noch Händler geben Gramm pro Quadratmeter an, alle kursierenden Zahlen sind unbelegt. Zweitens eine Herstellerwarnung, dass Vlies den Metallfilter nicht ersetzt oder nicht auf ihn gelegt werden darf – auch die gibt es nicht. Wer Vlies zusätzlich auf die Metallkassette legt, baut damit eine Kombination, die kein Hersteller freigegeben hat. Am nächsten kommt der Beko-Satz zum feuerbeständigen Material und, aus dem gewerblichen Regelwerk, die Vorgabe der BGN, dass Gestrick- und Streckgitterfilter dort nicht als alleinige Abscheider verwendet werden dürfen – das gilt für Küchenbetriebe, nicht für deine Küche.
Ausgediente Matten sind Verbrauchsmaterial mit Fettbeladung. Was damit zu tun ist, ordnet der Beitrag Filter entsorgen ein.

Für alle, deren Haube mit Vlies arbeitet – das ist das Teil, das tatsächlich turnusmäßig gewechselt wird. Prüfe vor dem Kauf, ob die Matte deine Halterung abdeckt, ob der Anbieter eine Flammschutzangabe macht und ob ein Farbindikator vorhanden ist, an dem du die Beladung ablesen kannst.
Brandrisiko: die Warnungen im Wortlaut – und die fehlende Statistik
Hier sind sich die Hersteller ausnahmsweise einig. Die Sätze stehen fast wortgleich in den Anleitungen:
- BSH: „Die Fettablagerungen im Fettfilter können sich entzünden. Fettfilter regelmäßig reinigen. Gerät nie ohne Fettfilter betreiben.“
- Bauknecht: „Das Nichtbeachten der Reinigungsvorschriften für die Dunstabzugshaube sowie für das Auswechseln und Reinigen der Filter führt zu Brandgefahr.“
- AEG: „Innenraum und Fettfilter sorgfältig von Fett reinigen — Fettansammlungen oder andere Speisereste könnten einen Brand verursachen.“
- Bomann: „Fettrückstände im Aluminium-Dunstfilter können sich bei großer Hitzeeinwirkung entzünden.“
- HEA, der Fachverband: „Die Fettfilter sind regelmäßig zu reinigen oder auszutauschen, da das im Filter befindliche Fett leicht entzündbar ist.“
Zur Physik dahinter fanden wir eine belastbare Angabe in der Brandschutz-Fachpresse – kein Herstellerdokument, deshalb hier mit dieser Kennzeichnung: „Frische Fette entzünden sich zwar erst bei über 320 °C; alte und oxidierte Fette haben indes eine Zündtemperatur von oftmals unter 130 °C.“ Das erklärt, warum die Warnungen sich auf Ablagerungen beziehen und nicht auf frisches Fett: Es ist das alte Fett im Filter, dessen Zündtemperatur sinkt.
Und jetzt der Teil, den Ratgeber meistens weglassen: Eine belastbare deutsche Statistik zu Küchenbränden, die von Dunstabzugshauben oder verfetteten Filtern ausgehen, existiert nicht. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer führt Dunstabzugshauben nicht als eigene Ursachenkategorie; es nennt als Schwerpunkte Elektrizität und menschliches Fehlverhalten. Die oft zitierte Zahl von rund 10.000 Küchenbränden pro Jahr stammt aus einer Mitteilung des R+V-Infocenters von 2014, ist dort ohne Primärquelle angegeben und bezieht sich auf Küchenbrände insgesamt. Ein darin zitierter Brandoberinspektor beschreibt allerdings anschaulich, worum es geht: Fettgetränkte Filter könnten sich „in Sekundenschnelle entzünden, etwa durch einen Brand in der Pfanne darunter“, und „der Luftzug versorgt den Brand zudem mit reichlich Sauerstoff“.
Beides gehört zusammen: Die Herstellerwarnungen sind eindeutig, die Zahlenlage ist es nicht. Wer dir einen Prozentsatz nennt, hat ihn nicht aus einer Statistik.
Gewerbliche Vorgaben sind keine Haushaltsregeln
In vielen Ratgebern taucht ein Zwei-Wochen-Intervall auf. Es stammt aus dem Arbeitsschutz: Die BGN schreibt für Aerosolabscheider in Abluftanlagen, sie seien „entsprechend den betrieblichen Anforderungen, mindestens jedoch alle 14 Tage“ zu reinigen; die DGUV-Regel für Küchenbetriebe nennt maximal 14 Tage und bei hohem Fettanfall gegebenenfalls tägliche Reinigung. Diese Werte gelten für gewerbliche Küchen mit ganz anderen Fettmengen und ganz anderem Betrieb.
Für den Haushalt ist kein wöchentliches Intervall belegt. Die einzige Fundstelle für „alle zwei Wochen“ ist eine indirekte Aussage eines Versicherers, der schreibt, manche Hersteller empfählen das – benannt wird keiner. Die Ausnahme mit Herstellerbeleg ist der Kochfeldabzug: Dort verlangt BORA „mindestens wöchentlich“, weil der Fettfilter direkt über dem Topf sitzt. Alle weiteren Wartungspunkte sammelt die Wartungs-Checkliste für Dunstabzugshauben.
Häufige Fragen
Mein Metallfilter ist dunkel geworden – muss er raus?
Nach den Herstellertexten nicht. Verfärbungen nach der Maschinenreinigung sind ausdrücklich als funktionsneutral beschrieben, teils als „leichte“, bei Miele als „bleibende“ Verfärbungen, bei Asko/Gorenje als matte Aluminiumoberfläche. Ein Grund zum Austausch wird daraus in keinem Dokument abgeleitet.
Erlischt die Garantie, wenn ich den Filter nicht reinige?
Kein Hersteller in unserer Stichprobe schreibt diesen Satz. Die Klauseln arbeiten indirekt: Beko hält fest, man hafte nicht für „Geräte- oder Brandschäden, die aus einer unsachgemäßen Verwendung herrühren“, Respekta schließt Schäden „durch unsachgemässe Behandlung oder Bedienung“ von der Garantie aus. Das sind Zitate aus Herstellerunterlagen und keine Rechtsauskunft – die gesetzliche Gewährleistung richtet sich ohnehin gegen den Verkäufer, nicht gegen den Hersteller.
Kann ich Vlies auf die Metallkassette legen, um sie zu schonen?
Kein Hersteller hat diese Kombination freigegeben, und keiner hat sie verboten – es gibt schlicht keine Aussage dazu. Belegt ist nur, dass das Ersatzmaterial feuerbeständig sein muss und dass die Haube nie ohne Fettfilter laufen soll. Mehr an gesicherter Information liegt zu dieser Frage nicht vor.
Wie lange hält eine Metallkassette wirklich?
Neff sagt „über viele Jahre“, Novy empfiehlt Austausch „nach etwa 5 Jahren“. Das sind die zwei einzigen Aussagen, die wir gefunden haben, und sie widersprechen sich nicht einmal – die eine beschreibt den Regelfall, die andere setzt eine vorsorgliche Grenze für die eigenen Produkte.
Fazit
Der Titel dieser Seite führt in die Irre, und das ist der eigentliche Wert der Antwort: Für Metallfettfilter gibt es keinen Wechselturnus, sondern einen Reinigungsturnus. Ein einziger Hersteller nennt eine Fünfjahresgrenze, alle anderen schweigen zum Austausch – und Neff sagt ausdrücklich, dass er in der Regel entfällt.
Was dagegen wirklich turnusmäßig gekauft wird, ist Vlies. Für dessen Intervall gibt es keine Herstellerangabe, nur eine Händlerspanne und den Farbindikator auf der Matte. Und beim Brandrisiko gilt: Die Warnungen der Hersteller sind ernst zu nehmen, auch wenn keine Statistik sie beziffert.
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