Zehnder ComfoAir 350 und 550: die Filter

Wenn du einen Zehnder ComfoAir 350 oder ComfoAir 550 betreibst, hast du auf der Außenluftseite ab Werk die feinere Filterstufe im Gerät – und das ist keine Selbstverständlichkeit. Die neuere Q-Baureihe desselben Herstellers kommt serienmäßig mit der Grobstufe. Wer das nicht weiß, bestellt beim ersten Filterwechsel versehentlich eine Stufe nach unten und merkt es nie. Dieser Artikel zeigt dir, was drinsteckt, was Zehnder zum Wechselrhythmus sagt und woher das Millimetermaß wirklich kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • F7 serienmäßig in der Außen- und Zuluft, G4 in der Ab- und Fortluft. So steht es in der Bedienungsanleitung, abrufbar über ein Anleitungsarchiv.
  • Ein Satz, eine Nummer: Zehnder führt das Set 400100084 mit beiden Positionen.
  • Maß 500 × 198 × 14 mm – genannt von zwei Händlerquellen übereinstimmend. Zehnder selbst veröffentlicht kein Maß.
  • Intervall: „alle Filter nach spätestens sechs Monaten“ aus dem Zehnder-Serviceplan, Nutzerkontrolle alle drei Monate. Für die Kombination F7 mit G4 nennt Zehnder auf der Supportseite einen kürzeren Wert.
  • Der Wechsel ist werkzeuglos über die in die Gerätefront integrierten Filterabdeckungen.

Welche Filter im Gerät sitzen

Zwei Filter, zwei verschiedene Klassen. Die Bedienungsanleitung dieser Baureihe, die über ein Anleitungsarchiv abrufbar ist, beschreibt die Serienausstattung mit den Worten, das Gerät sei ausgestattet mit „F7-Filtern in der Aussen-/Zuluft und G4-Filtern in der Ab-/Fortluft“.

Position Klasse ab Werk Aufgabe Bestellnummer
Außen-/Zuluft F7 feine Partikel aus der Außenluft, auch Pollen 400100084 (Satz)
Ab-/Fortluft G4 Grobstaub aus der Wohnung, Schutz des Wärmetauschers 400100084 (im selben Satz)

Warum das gegenüber der Q-Baureihe bemerkenswert ist

Man würde erwarten, dass die neuere Gerätegeneration die höhere Filterstufe mitbringt. Bei Zehnder ist es umgekehrt. Für den ComfoAir Q350, Q450 und Q600 nennt das Installateurhandbuch „Außenluft: G4 / F7 – Abluft: G4″, und die feine Stufe ist dort nur bei der PH-Geräteversion serienmäßig verbaut. In der normalen Q-Ausführung sitzt außen also ein G4.

Beim ComfoAir 350 und 550 steht die feine Stufe dagegen ohne Einschränkung in der Anleitung. Das ist ein belegter Unterschied zwischen zwei Baureihen desselben Herstellers, und er hat eine sehr praktische Folge: Wenn du beim Nachkauf auf Erfahrungswerte aus einem Q-Gerät hörst oder einen allgemeinen „Zehnder-G4-Satz“ bestellst, verschlechterst du deine Zuluftstufe. Optisch fällt das nicht auf. Beide Filter sind weiße Faltenpakete im gleichen Rahmen.

Was F7 gegenüber G4 tatsächlich leistet, ist keine Frage von „besser“ oder „schlechter“, sondern von Partikelgröße. G4 hält groben Staub, Insekten und Blütenteile zurück, F7 arbeitet gegen die feine Fraktion und damit auch gegen Pollen. Wie sich die alten Buchstaben zu den heutigen ISO-Bezeichnungen verhalten, ordnet der Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890 ein. Wichtig für dich ist die Richtung: Eine feinere Stufe erhöht immer auch den Widerstand, den dein Ventilator überwinden muss. Deshalb tauscht man F7 gegen F7 – und nicht nach Gefühl.

Wenn du das Verhältnis der beiden Zehnder-Baureihen genauer nachlesen willst, steht die Bestückung der neueren Geräte im Beitrag zum ComfoAir Q350, Q450 und Q600.

Für welche Geräte der Satz noch geführt wird

Der Zehnder-Shop weist das Set 400100084 nicht nur für den 350 und den 550 aus, sondern für eine ganze Gruppe: ComfoAir 300, 350, 450, 550, ComfoBox 5 und ComfoD 550. Das ist eine Herstellerangabe, keine Händlerinterpretation, und sie ist nützlich, wenn auf deinem Typenschild eine dieser anderen Bezeichnungen steht. Umgekehrt gilt sie nicht rückwärts: Aus dieser Liste folgt nichts über Geräte, die nicht darin stehen.

Das Maß – und woher es stammt

Für das Filtermaß dieser Baureihe kursiert ein Wert, und zwar 500 × 198 × 14 mm. Zwei unabhängige Händlerquellen nennen ihn übereinstimmend.

Von Zehnder stammt er nicht. Der Hersteller veröffentlicht für dieses Gerät – wie für alle anderen seiner Lüftungsgeräte – kein Millimetermaß. Zehnder arbeitet mit Artikelnummern. Das ist konsequent und für den Originalkauf völlig ausreichend, es lässt dich aber im Regen stehen, sobald du prüfen willst, ob ein Fremdfabrikat passt.

Dass zwei Quellen dasselbe sagen, ist ein besseres Zeichen als eine einzelne Angabe – aber es bleibt eine Händlerangabe, und wir kennzeichnen sie so. Interessant ist an dem Wert vor allem die dritte Zahl: 14 Millimeter Tiefe. Das ist ein sehr flaches Filterpaket. Bei so einer geringen Bautiefe entscheiden schon zwei oder drei Millimeter darüber, ob die Filterabdeckung noch bündig schließt. Genau deshalb ist die Tiefe bei diesen Geräten die kritischere Größe als die Länge.

Der Rat, der daraus folgt, ist derselbe wie bei jedem Zehnder-Gerät: Miss vor dem Kauf am alten Filter nach. Nimm den ausgebauten Filter, leg einen Messschieber an den Rahmen – nicht an die Verpackung, nicht an das Faltenpaket – und schreib dir die drei Zahlen auf. Welche Kante bei einem Filter mit Rahmen zählt und wo die häufigsten Messfehler entstehen, steht unter Filtermaße richtig messen.

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Für Betreiber dieser Baureihe, die den Satz komplett tauschen. Prüfe vor dem Kauf drei Dinge: ob die Baureihenangabe deinem Typenschild entspricht, ob beide Positionen im Satz enthalten sind und ob die feinere Stufe wirklich für die Außenluftseite ausgewiesen ist. Der Serienstand dieses Geräts ist auf der Außenluftseite die feinere Stufe – ein reiner Grobstaubsatz wäre ein Rückschritt.

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Was der Hersteller zum Wechsel sagt

Zehnder führt für die Geräte 160, 180 und 200 denselben Serviceplan wie für 350 und 550. Der Kernsatz lautet wörtlich:

„Um einen optimalen Betrieb zu gewährleisten, wechseln Sie bitte alle Filter nach spätestens sechs Monaten aus.“

Dazu kommen zwei Rhythmen aus demselben Plan. Der kleine Service ist „durchzuführen alle 3 Monate durch den Nutzer“: Gerätefilter und Raumluftfilter prüfen, bei Bedarf tauschen. Der große Service ist „durchzuführen alle 24 Monate durch den Fachhandwerker“.

Für dieses Gerät kommt eine Besonderheit hinzu. Zehnder staffelt das Intervall nach Filtertyp – je feiner der Filter, desto kürzer. Auf der Supportseite werden für den Systemschutzfilter (G4) fünf bis sieben Monate genannt, für den Pollenfilter (M5 mit G4) fünf bis sechs Monate, für den Aktivkohlefilter drei bis fünf Monate und für den Hygienefilter (F7 mit G4) drei bis fünf Monate. Genau diese letzte Kombination ist beim ComfoAir 350 und 550 der Serienzustand.

Ein Vorbehalt gehört dazu: Diese Einzelwerte stammen von der Zehnder-Supportseite, nicht aus einer Anleitung. Sie sind schwächer belegt als der Satz aus dem Serviceplan. In der Richtung stimmen beide überein – die Supportseite ist nur strenger. Wenn du deinen F7-Satz eher nach vier bis fünf Monaten tauschst als nach sechs, bewegst du dich innerhalb dessen, was Zehnder selbst schreibt.

Der Wechsel ist bei dieser Baureihe angenehm: Die Anleitung beschreibt ihn als werkzeuglos über die in die Gerätefront integrierten Filterabdeckungen. Du brauchst also keinen Schraubendreher, nur eine freie Hand und einen Platz für den alten Filter. Wie weit die sechs Monate von dem entfernt sind, was andere Hersteller vorgeben, zeigt der Intervallvergleich.

Die Filterwechselanzeige

Hier müssen wir passen, und das sagen wir lieber deutlich, als etwas zu behaupten. Für den ComfoAir 350 und 550 liegt uns keine Herstellerbeschreibung einer automatischen Filterwechselanzeige vor – weder ein Betriebsstundenzähler, noch ein Tages-Countdown, noch ein Differenzdruckschalter.

Das heißt nicht, dass dein Gerät oder deine Bedieneinheit nichts anzeigt. Es heißt, dass wir die Funktionsweise für genau diese Baureihe nicht belegen können. Von anderen Zehnder-Geräten zu schließen wäre naheliegend und trotzdem falsch: Bei der Q-Baureihe ist eine Filterwarnung mit einer Werkseinstellung von 21 Wochen dokumentiert und ein Zähler, der Tage herunterzählt; beim dezentralen ComfoAir 70 ist ein Betriebsstundenzähler beschrieben. Beides sind andere Geräte mit anderer Steuerung.

Was für alle diese Lösungen gilt und deshalb auch für deine: Sie messen Zeit, nicht Verschmutzung. Eine zeitbasierte Anzeige weiß nicht, ob im letzten Halbjahr Baustaub, Rapsblüte oder eine dreiwöchige Urlaubsabwesenheit auf den Filter gewirkt haben. Sie ist ein Wecker, kein Sensor. Was die verschiedenen Anzeigetypen jeweils aussagen können, steht unter Filterwechselanzeige verstehen.

Praktisch heißt das für dieses Gerät: Führe den Kalender selbst. Ein Klebeetikett auf der Filterabdeckung mit Einbaudatum und nächstem Kontrolltermin ist genauso zuverlässig wie jede Elektronik – und es funktioniert auch nach einem Stromausfall, der bei zeitbasierten Zählern durchaus eine Rolle spielt.

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Das Werkzeug für alle, die bei einem Hersteller ohne veröffentlichte Maße auf Nummer sicher gehen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob der Messbereich für die Kantenlänge deines Filters ausreicht und ob sich das Gerät auf null stellen lässt. Für die Bautiefe eines flachen Filterpakets ist ein Messschieber deutlich verlässlicher als ein Zollstock.

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Original oder Nachbau

Zehnder formuliert in der Themenwelt des Herstellers wörtlich:

„Durch die Verwendung von nicht-originalen Filtern erlischt die Garantie für Ihr Lüftungsgerät, d. h. im Falle eines Problems haben Sie keinen Anspruch auf eine Reparatur oder einen Ersatz.“

An derselben Stelle knüpft Zehnder auch den Wartungsrhythmus an Originalfilter: Wer sie zwei- bis viermal jährlich austausche, müsse das Gerät nur alle vier Jahre warten lassen.

Wir geben das wieder und ordnen es ein, ohne es zu bewerten. Zwei Dinge gehören zur Einordnung. Garantie und Gewährleistung sind nicht dasselbe: Die Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers, die Gewährleistung ein gesetzliches Recht gegenüber deinem Verkäufer. Der zitierte Satz betrifft die Garantie. Und ob eine solche Klausel im Einzelfall greift, ist eine Rechtsfrage – Rechtsberatung leisten wir hier nicht.

Praktisch: Steht dein Gerät noch in der Garantiezeit, ist der Originalsatz der Weg des geringsten Ärgers. Danach wird es zu deiner Abwägung, bei der die Filterklasse und die Passform wichtiger sind als das Etikett. Wie die Klauseln von Zehnder und Wolf im Vergleich zu lesen sind, steht unter Filter selbst zuschneiden.

Häufige Fragen

Kann ich statt des F7-Satzes einen reinen G4-Satz einbauen?

Rein mechanisch bestellst du damit die Serienausstattung deines Geräts ab. Die Anleitung nennt für die Außen- und Zuluft ausdrücklich F7. Ein G4 dort lässt mehr feine Partikel durch – und er hat einen geringeren Widerstand, was manche als angenehm empfinden. Belegt vorgesehen ist er für diese Position nicht. Wenn du wechseln willst, sprich mit deinem Fachbetrieb, statt es still zu tun.

Ist das Set 400100084 wirklich für den 550 zuständig?

Der Zehnder-Shop weist es für ComfoAir 300, 350, 450, 550, ComfoBox 5 und ComfoD 550 aus. Das ist eine Herstellerangabe. Prüfe trotzdem dein Typenschild – die Bezeichnungen dieser älteren Zehnder-Generation ähneln sich stark, und die Q-Geräte verwenden einen anderen Satz.

Warum hat mein älteres Gerät die feinere Stufe und das neue nicht?

Diese Frage können wir nur beschreiben, nicht beantworten. Belegt ist der Unterschied selbst: Anleitung 350/550 nennt F7 in der Außen-/Zuluft, das Q-Installateurhandbuch nennt dort G4 mit F7 nur bei der PH-Version. Eine Herstellerbegründung dafür liegt uns nicht vor.

Wie oft muss ich wirklich wechseln – sechs Monate oder fünf?

Der Serviceplan nennt „spätestens sechs Monate“ als Obergrenze, die Supportseite für die F7-Kombination drei bis fünf Monate. Nimm die Obergrenze als das, was sie ist: eine Grenze. Schau alle drei Monate hinein, wie Zehnder es vorsieht, und entscheide danach. Ein sichtbar graues Faltenpaket wartet nicht auf den Kalender.

Fazit

Der ComfoAir 350 und 550 ist eines der wenigen Geräte dieser Klasse, das die feine Filterstufe ab Werk auf der Außenluftseite hat. Merk dir das für den Nachkauf – der häufigste Fehler bei dieser Baureihe ist ein versehentlicher Rückschritt auf die Grobstufe.

Beim Intervall bist du gut versorgt: sechs Monate als Obergrenze, drei Monate Kontrolle, und für die F7-Kombination nennt Zehnder selbst einen kürzeren Wert. Beim Maß bist du auf zwei übereinstimmende Händlerangaben angewiesen, weil der Hersteller schweigt. Bestell über die Artikelnummer, dann brauchst du das Maß gar nicht.

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