Der ComfoAir 70 sitzt nicht im Keller, sondern in der Wand oder direkt im Raum – ein dezentrales Gerät mit zwei Filterfächern übereinander. Zwei Fächer heißt: zwei Filter, und die Frage, welcher wohin gehört. Dieser Artikel sammelt, was Zehnder zu diesem Gerät wörtlich schreibt, welche Millimeterangabe der Handel nennt, wo sich zwei Händler um einen Millimeter uneinig sind und warum der Betriebsstundenzähler in diesem Gerät nichts über deinen Staub weiß.
- Zwei Fächer, zwei Filter. Oben die Außenluft mit G4 serienmäßig und F7 nachrüstbar, unten die Abluft mit G4.
- Maß ca. 98 × 190 × 15 mm – von drei Händlern übereinstimmend genannt. Ein weiterer Händler nennt 98 × 190 × 16. Beide Werte stehen hier, weil keiner von beiden vom Hersteller stammt.
- Bestellnummern: 527005190 für das Set aus G4 und F7, 527005180 für den G4.
- Intervall im Wortlaut: „Ein Filterwechsel soll bei Bedarf, jedoch spätestens alle 6 Monate, vorgenommen werden.“ Dazu eine Kontrolle alle drei Monate.
- Die Anzeige zählt Betriebsstunden, sie misst keinen Druck. Signal ist eine weiße LED.
Welche Filter im Gerät sitzen
Der ComfoAir 70 arbeitet dezentral: Er versorgt einen Raum oder eine kleine Wohneinheit, statt ein ganzes Haus über ein Kanalnetz zu bedienen. Die Filter sitzen deshalb nicht in einem Gerätekasten im Keller, sondern in zwei Fächern im Gerät selbst, übereinander angeordnet.
| Fach | Position | Klasse | Bestellnummer |
|---|---|---|---|
| oben | Außenluft | G4 serienmäßig, F7 nachrüstbar | 527005190 (G4/F7-Set), 527005180 (G4) |
| unten | Abluft | G4 | 527005180 |
Die Aufteilung folgt derselben Logik wie bei den großen Zentralgeräten: Die feinere Stufe gehört nach vorn, also in die Luft, die von draußen kommt. In der Abluft geht es um groben Hausstaub und um den Schutz des Gerätes, nicht um Pollen.
Interessant wird es bei der Klassenangabe des Pollenfiltersets. Der Zehnder-Shop führt das Set 527005190 mit der Angabe „ISO Coarse 70 % / ISO ePM10 60 %“. Das ist die neue Kennzeichnung nach ISO 16890, während im Gerätekontext weiterhin von G4 und F7 die Rede ist. Beide Schreibweisen laufen im Handel nebeneinander her, und eine saubere Umrechnung zwischen ihnen gibt es nicht – die Prüfverfahren sind zu verschieden. Was die neuen Gruppen bedeuten, steht im Beitrag zu den Filterklassen nach ISO 16890; warum die Übersetzung alter in neue Klassen nur eine Orientierung sein kann, ordnet der Beitrag Filterklasse umrechnen ein.
Praktisch heißt das für dich: Vergleiche beim Nachkauf zuerst die Bestellnummer und erst danach die Buchstaben. Die Nummer ist eindeutig, die Klassenbezeichnung wandert je nach Norm und Katalog.
Das Maß – und woher es stammt
Für den ComfoAir 70 nennt der Handel ca. 98 × 190 × 15 mm. Drei Händler geben diesen Wert übereinstimmend an. Ein weiterer Händler nennt abweichend 98 × 190 × 16 – einen Millimeter mehr in der Dicke.
Wir glätten das nicht. Beide Werte stehen hier, weil es keine Instanz gibt, die entscheidet: Millimetermaße stammen bei Zehnder ausnahmslos vom Fachhandel, nicht vom Hersteller. Zehnder veröffentlicht für seine Lüftungsgeräte keine Filtermaße in Millimetern, sondern arbeitet ausschließlich über Artikelnummern. Wenn also vier Händler vier Datenblätter schreiben, entsteht die Abweichung genau dort, wo eine gemeinsame Referenz fehlen würde – und sie fehlt.
Ein Millimeter klingt nach wenig, und in der Dicke ist er es oft auch: Filtervliese lassen sich zusammendrücken, und viele Rahmen verzeihen etwas Übermaß. Verlassen solltest du dich darauf trotzdem nicht. Bei einem dezentralen Gerät mit knappen Fächern entscheidet der Millimeter darüber, ob sich die Abdeckung noch schließen lässt. Und ein Filter, der nicht plan sitzt, lässt Luft an sich vorbeiziehen – ungefilterte Luft, genau die, die du filtern wolltest.
Der verlässliche Weg ist deshalb derselbe wie bei allen Zehnder-Geräten: Miss vor dem Kauf am alten Filter nach. Länge, Breite und Dicke, gemessen am Rahmen und nicht am zusammengedrückten Vlies. Ein Messschieber ist dabei genauer als ein Zollstock, besonders bei der Dicke, um die es hier ja geht. Wie du sauber misst und welche drei Fehler die häufigsten sind, steht im Beitrag zum Filtermaß richtig messen.

Für Betreiber dieses dezentralen Geräts, die beide Fächer auf einmal versorgen wollen. Prüfe vor dem Kauf, ob die Baureihenangabe deinem Typenschild entspricht, ob die Artikelnummer im Angebot mit der in deiner Geräteunterlage übereinstimmt und ob die angebotene Filterart für die Position vorgesehen ist, an der du sie einsetzen willst.
Was der Hersteller zum Wechsel sagt
Beim ComfoAir 70 ist Zehnder ungewöhnlich konkret. In der Bedienungs- und Montageanleitung, abrufbar über ein Anleitungsarchiv, stehen zwei Sätze, die zusammengehören:
„Ein Filterwechsel soll bei Bedarf, jedoch spätestens alle 6 Monate, vorgenommen werden.“
„Eine Filterkontrolle soll alle 3 Monate durchgeführt werden.“
Das ist ein Zweitaktsystem, und es ist klüger, als es zunächst wirkt. Alle drei Monate schauen, spätestens alle sechs Monate wechseln. Die Kontrolle ist der Regelfall, der Wechsel die Konsequenz daraus – und die sechs Monate sind die Obergrenze, nicht das Ziel. „Bei Bedarf“ steht ausdrücklich vor der Frist, nicht dahinter.
Dieselbe Struktur findet sich im geräteübergreifenden Zehnder-Serviceplan wieder: „Um einen optimalen Betrieb zu gewährleisten, wechseln Sie bitte alle Filter nach spätestens sechs Monaten aus.“ Und: „Durchzuführen alle 3 Monate durch den Nutzer“ für den kleinen Service, bei dem Gerätefilter und Raumluftfilter geprüft und gegebenenfalls getauscht werden, sowie „Durchzuführen alle 24 Monate durch den Fachhandwerker“ für den großen Service. Dieser Serviceplan ist für die Zehnder-Baureihen 160, 180 und 200 sowie 350 und 550 belegt – er deckt sich inhaltlich mit dem, was in der Anleitung des ComfoAir 70 steht, ist aber ein anderes Dokument.
Auf der Zehnder-Supportseite ist das Intervall zusätzlich nach Filtertyp gestaffelt: Systemschutzfilter in G4 alle 5 bis 7 Monate, Pollenfilter aus M5 und G4 alle 5 bis 6 Monate, Aktivkohlefilter alle 3 bis 5 Monate, Hygienefilter aus F7 und G4 ebenfalls alle 3 bis 5 Monate. Die Regel dahinter lautet: je feiner der Filter, desto kürzer das Intervall. Die Einzelwerte stammen von der Supportseite und nicht aus einer Anleitung; sie sind nicht durch einen zweiten Abruf bestätigt. Wenn du also einen F7 nachgerüstet hast, liegst du eher am unteren Ende der Spanne.
Wie sich diese Zahlen zu anderen Herstellern verhalten – von „alle 3 Monate“ bis „jährlich“ ist alles dabei –, zeigt der Vergleich der Wechselintervalle.
Die Filterwechselanzeige
Der ComfoAir 70 meldet den Wechsel selbst. In der Anleitung steht dazu wörtlich: „Zur zyklischen Filterkontrolle ist in der Steuerung ein Betriebsstundenzähler integriert“. Signalisiert wird über eine weiße LED.
Der entscheidende Punkt steckt im Wort Betriebsstundenzähler. Das Gerät zählt, wie lange es gelaufen ist – es misst nicht, wie schmutzig der Filter geworden ist. Ein Drucksensor sitzt hier nicht. Daraus folgen zwei Dinge, die im Alltag zählen:
- Die Anzeige kann zu spät kommen. Nach einer Bauphase, im Pollenflug oder an einer stark befahrenen Straße setzt sich ein Filter schneller zu, als der Zähler es abbildet. Deshalb steht in der Anleitung auch die dreimonatige Kontrolle – sie ist der Ausgleich für das, was die LED nicht weiß.
- Die Anzeige kann zu früh kommen. Wer wenig lüftet und in ruhiger Lage wohnt, hat unter Umständen einen Filter vor sich, der noch gut aussieht. Ansehen hilft. Ein Filter, der auf der Anströmseite gleichmäßig grau geworden ist, hat gearbeitet.
Wie du die weiße LED nach dem Wechsel zurücksetzt, ist in den geprüften Unterlagen nicht im Wortlaut belegt. Wir erfinden dafür keinen Tastendruck – schau in die Bedienungsanleitung deines Geräts, dort steht der Ablauf für deine Steuerungsversion. Was Filterwechselanzeigen generell messen, wo ihre Grenzen liegen und warum eine Zeituhr nicht dasselbe ist wie ein Drucksensor, erklärt der Beitrag Filterwechselanzeige verstehen.

Für alle, die bei diesem Gerät selbst nachmessen wollen, statt sich auf Händlerdatenblätter zu verlassen – gerade weil sich die Angaben zur Dicke unterscheiden. Prüfe vor dem Kauf, ob der Messbereich für dein Filtermaß ausreicht und ob sich das Gerät auf Null stellen lässt. Für Filterrahmen genügt ein einfaches Modell.
Original oder Nachbau
Für den ComfoAir 70 gibt es eine Klausel, die in einem Zehnder-Gerätedokument steht und deshalb besonders konkret ist. Der Wortlaut:
„Die Gewähr erlischt, wenn: das Gerät ohne vom Hersteller des Lüftungsgerätes freigegebene Filter betrieben wird.“
Beachte die Formulierung: Sie spricht nicht von Originalfiltern, sondern von freigegebenen Filtern. Das ist ein anderer Zuschnitt als der Satz, den Zehnder in der Themenwelt verwendet – dort heißt es: „Durch die Verwendung von nicht-originalen Filtern erlischt die Garantie für Ihr Lüftungsgerät, d. h. im Falle eines Problems haben Sie keinen Anspruch auf eine Reparatur oder einen Ersatz.“
Zwei Sätze desselben Herstellers, zwei Tonlagen. Wir geben beide wieder und bewerten keinen von beiden – ob und wie weit eine solche Klausel im Einzelfall trägt, ist eine Rechtsfrage, und Rechtsberatung leisten wir hier nicht. Wichtig zu wissen ist nur der Unterschied der Begriffe: Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers, Gewährleistung ein gesetzliches Recht gegenüber dem Verkäufer.
Für die Praxis heißt das: Solange dein Gerät noch in der Herstellerzusage läuft, ist der Originalfilter der reibungsloseste Weg. Danach zählen Klasse und Passform. Vom Zuschneiden aus Meterware raten wir bei den kleinen Fächern dieses Geräts besonders ab – dort ist der Rahmen Teil der Dichtung. Warum das so ist und wie die Klauseln der einzelnen Hersteller einzuordnen sind, steht im Beitrag Filter selbst zuschneiden.
Häufige Fragen
Welcher Filter kommt nach oben, welcher nach unten?
Oben sitzt die Außenluft, unten die Abluft. Serienmäßig liegt in beiden Fächern ein G4; der F7 ist für die Außenluftseite nachrüstbar. Wenn du ein Set aus G4 und F7 kaufst, gehört der feinere Filter also ins obere Fach.
Ist der Unterschied zwischen 15 und 16 mm wichtig?
Er kann es sein. Drei Händler nennen ca. 98 × 190 × 15 mm, einer nennt 98 × 190 × 16. Da keine der beiden Angaben vom Hersteller stammt, lässt sich der Streit nicht durch ein Dokument entscheiden. Miss deinen alten Filter, dann hast du die Antwort für dein Gerät.
Muss ich beide Filter gleichzeitig wechseln?
Die Anleitung spricht vom Filterwechsel, ohne die Fächer zu trennen, und der Serviceplan spricht von „allen Filtern“. Der gemeinsame Wechsel ist damit der vorgesehene Weg. Er ist auch der praktischere: Beide Fächer sind bei diesem Gerät ohnehin in einem Aufwasch zugänglich.
Wie oft muss ich wirklich kontrollieren?
Zehnder schreibt alle drei Monate. Das ist der Wert aus der Anleitung, und er passt zum kleinen Service im Serviceplan, der ebenfalls im Dreimonatsrhythmus steht. In staubiger Umgebung ist häufigeres Nachsehen sinnvoll – eine Herstellerangabe, die kürzere Intervalle für die Bauphase vorschreibt, gibt es allerdings nicht.
Fazit
Der ComfoAir 70 gehört zu den besser dokumentierten Zehnder-Geräten. Das Intervall steht im Wortlaut in der Anleitung, die Kontrolle alle drei Monate ebenso, die Bestellnummern sind eindeutig, und die Klassenangabe des Pollenfiltersets nennt der Herstellershop sogar in der neuen ISO-Schreibweise.
Die Lücke ist auch hier das Maß. Ca. 98 × 190 × 15 mm sagen drei Händler, 98 × 190 × 16 sagt ein vierter – und Zehnder sagt nichts. Bestell über die Artikelnummer, miss einmal selbst nach, und lass dich von der weißen LED nicht davon abhalten, alle drei Monate ins Fach zu schauen.
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